Vorstellung diakonischer Angebote

Imke Fronia (rechts) und Barbara Gebbe vom Migrationsfachdienst. (Foto: Dana Noll)

Migrationsfachdienst erläutert zur Woche der Diakonie seine vielfältigen Aufgaben

Burgdorf (dno). Noch bis Sonntag läuft die Woche der Diakonie, die am 6. September 2020 unter dem Thema „MITREDEN“ startete. Jedes Jahr ist die Veranstaltung eine gute Gelegenheit, diakonische Angebote kennenzulernen.
Da in Zeiten der Corona-Pandemie Vorträge oder Tage der offenen Tür nicht möglich sind, findet die Woche medial statt, in der Berichterstattung der örtlichen Medien, auf der Kirchenkreiswebsite oder in kurzen Videointerviews auf dem YouTube-Kanal des Kirchenkreises.
So können Interessierte die Angebote der Kirchengemeinden - von den Burgdorfer Paulus Perlen über das gelbe Haus in Hänigsen bis zum Besuchsdienst in Haimar/Rethmar – kennenlernen. Auch der Diakonieverband Hannover-Land zu denen u.a. die Schuldnerberatung, die Suchtberatung, die Jugendwerkstatt oder der Migrationsfachdienst zählen, gewähren Einblicke.
So zum Beispiel auf dem youtube-Kanal „Deine Beratungsexperten“. Hier werden verschiedene Bereiche verständlich erklärt – und das in sieben Sprachen. Dabei geht es um Fragen zum Elterngeld, zur Jobsuche, zu Passangelegenheiten, zu Wohngeld, zur Arbeitserlaubnis oder vieles mehr.
„Eine gute Möglichkeit für die Klienten sich auch in Corona-Zeit zu informieren“, erklärt Bereichsleiterin Imke Fronia, „und auch für uns, um den Draht zu den Ratsuchenden nicht zu verlieren.“
Die Corona-Pandemie stellt für den Migrationsfachdienst eine Herausforderung dar. Da seine Aufgaben systemrelevant sind, konnte auch beim Lockdown im Frühjahr unter Hygieneauflagen (Schutzvisiere, selbst genähte Masken, Handspender, Trennscheiben) weiter gearbeitet werden und auch technisch ist der Fachbereich „gut ausgestattet“, erklärt Barbara Gebbe.
Videokonferenzen, telefonische Beratungen, Sprechstunden am Abend – jede Möglichkeit wurde ausgeschöpft, um weiterhin eine Beratung aufrecht zu erhalten. Herausfordernd waren nicht nur die Umstände, sondern auch der Umgang mit den Flüchtlingen. Denn viele Fragen und Ängste entwickelten sich, die mit viel Fingerspitzengefühl und klaren Argumenten entgegen getreten werden mussten. Dennoch waren die Mitarbeiter überrascht, „wie gut bestimmte Regeln angenommen wurden“, so Imke Fronia. „Sie akzeptieren einfach, wie es eben ist. Von ihrer Heimat sind sie auch einiges gewohnt und können daher vielleicht die Gefahr besser einschätzen oder besser mit gewissen Einschränkungen umgehen“, erklärt die Bereichsleiterin weiter. Auch aktuelle Geschehnisse, wie zum Beispiel Corona-Demonstrationen, werden von den Flüchtlingen genau beobachtet und hinterfragt. „Unsere Arbeit ist auch ein Stück weit Demokratiebildung. Es wird gefragt „Was passiert da? „Warum tolerieren wir das?“, so Imke Fronia, „die Flüchtlinge brauchen Orientierung, Beratung und Halt.“
Neben den Beratungen ist der Fachdienst auch an zahlreichen kleinen und großen Projekten beteiligt. So gibt es das Projekt Azubi 1.0 in Kooperation mit EDEKA, bei dem Geflüchtete für ihre Ausbildung fit gemacht werden. Bei „Rad und Tat“ ist sowohl die Fahrradwerkstatt integriert als auch ein Begegnungscafé.
Zudem kooperiert der Migrationsfachdienst mit vielen sozialen Einrichtungen in der Region Hannover, lokalen wie internationalen Frauenberatungsstellen, dem Mieterschutzbund, dem Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V., Ausländerbehörden, dem Landessozialamt und anderen. Die kurzen Wege in die jeweiligen Fachbereiche des Hauses der Diakonie in der Schillerslager Straße 9 werden intensiv genutzt. 2019 wurden 2.856 Personen mit den Beratungen erreicht, 230 Personen konnten in ein Arbeitsverhältnis vermittelt werden, zwölf wurde der Übergang ins Studium ermöglicht und 42 konnten in ein Ausbildungsverhältnis gebracht werden.