Von Wolfsrudel bis Windenergie

Der Burgdorfer Bürgermeister Armin Pollehn (2. von rechts) zusammen mit Mitgliedern der CDU-Regionsfraktion: Christoph Loskant (von links), Oliver Brandt, Nesrin Odabasi, Jutta Barth, Bernward Schlossarek und Konrad Haarstrich.

CDU-Regionsfraktion tauscht sich mit Bürgermeister Armin Pollehn über aktuelle Themen aus

Burgdorf (fh). Bei ihrem Besuch in Burgdorf hat die CDU-Regionsfraktion mit Bürgermeister Armin Pollehn über die Zukunft der Windenergie in der Region, das Wolfsrudel im Burgdorfer Holz und weitere aktuelle Themen gesprochen. „In den zurückliegenden Jahren hatten wir meistens nur dann mit den Bürgermeistern zu tun, wenn es ums Geld ging, nämlich um die Regionsumlage“, räumt der Fraktionsvorsitzende Bernward Schlossarek ein und fügt hinzu: „Daraus haben wir unsere Lehren gezogen und wollen schon im Voraus miteinander ins Gespräch kommen.“
Und Themen gab es offensichtlich genug: Schließlich verfüge Burgdorf mit der Förderschule am Wasserwerk und den Berufsbildenden Schulen (BBS) über zwei wichtige Bildungseinrichtungen in Trägerschaft der Region Hannover. Und als ehemalige Kreisstadt sei sie auch sonst ein wichtiger Standort mit Müll-Deponie von Aha und Regiobus-Depot.
Doch für Gesprächsstoff sorgten vor allem das Wolfsrudel im Burgdorfer Holz und die Nutztierrisse, die sich seit einigen Wochen häufen. „Wir wollen die Wölfe nicht ausrotten, aber ihr Bestand muss auf ein sozialverträgliches Maß reduziert werden“, forderte Schlossarek. Und was wäre verträglich für die Region Hannover und insbesondere die Kommunen im Altkreis? „Das können nicht wir als Lokalpolitiker entscheiden. Das ist Aufgabe des Niedersächsischen Umweltministeriums“, befand der Vorsitzende der CDU-Regionsfraktion, der keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit mit Minister Olaf Lies machte. „Die Wölfe sind nicht vom Himmel gefallen. Man hätte sich darauf vorbereiten können“, so seine Kritik.
Das Mindeste sei es nun, so schnell wie möglich Warnschilder im Burgdorfer Holz aufzustellen, um Spaziergänger auf das Wolfsrudel aufmerksam zu machen. „Wir müssen unbedingt verhindern, dass jemand die Wolfswelpen für Hunde hält und unbedarft streichelt“, begründete Schlossarek. Das sei aber nur ein erster Schritt. Denn wenn die Wolfspopulation nicht reguliert werde, seien bäuerliche Existenzen und vor allem die extensive Weidetierhaltung bedroht.
Ein weiterer Themenschwerpunkt bei dem Treffen im Burg­dorfer Schloss war die Windenergie, da die Kommunen in diesem Bereich künftig mehr Verantwortung tragen. Vormals war im Regionalen Raumordungsprogramm (RROP) festgelegt, wo Windkrafträder gebaut werden konnten. Doch diese Regelung hat das Oberverwaltungsgericht Lüneburg im Frühjahr 2019 gekippt. Nach ausgiebiger Diskussion haben die Regionspolitiker im Juli nun entschieden, den Städten und Gemeinden mehr Spielraum zu lassen. Sie können künftig selbst über Flächennutzungspläne bestimmen, wo Windkrafträder gebaut werden können.
Denn Entscheidungen der Region würden von vielen Bürgern als Einmischung von außen wahrgenommen, da am liebsten niemand ein Windrad vor der eigenen Haustür haben wolle. „Die Kommunen können besser in den Dialog mit ihren Bürgern treten und einvernehmliche Lösungen finden, die zu den örtlichen Gegebenheiten passen“, argumentiert Schlossarek.
Bürgermeister Armin Pollehn betonte, dass regenerative Energien auf seiner Prioritätenliste weit oben stünden und er sich dafür einsetzen wolle, neue Standorte zu schaffen und vor allem bestehende Standorte mit neuen Anlagen zu stärken. Es sei allerdings eine Herausforderung für die Burgdorfer Stadtverwaltung, neue Gebiete über die Flächennutzungspläne auszuweisen. „Das war ja bisher nicht unsere Aufgabe und wir haben in den zurückliegenden Jahren keine Kompetenz in diesem Bereich aufgebaut. Jetzt müssen wir uns erst einmal neu sortieren“, beschreibt er.
Das gehe auch vielen anderen Kommunen so, bestätigte Schlossarek. Deshalb wolle die Region einerseits bei der Planung personell unterstützen und den Kommunen andererseits eine Art Rechtsschutzversicherung gewähren, für den Fall, dass Bürger gegen eine Festsetzung klagen. „Wir wollen die Kommunen nicht im Stich lassen“, betonte Schlossarek.