Von Mary Poppins bis Layla

Der neue Dirigent Nemenja Lukic dirigiert zum ersten Mal die März-Musik des Akkordeon-Orchesters Hohner-Rings. (Foto: SMB)

Das Akkordeon-Orchester Hohner-Ring spielt bei der diesjährigen März-Musik ein buntes Programm aus Musical, Klassik, Volksmusik und Pop

BURGDORF (r/fh). Im vergangen Jahr hat das Akkordeon-Orchester „Hohner-Ring“ sein 50-jähriges Bestehen gefeiert - jetzt steht für die Musiker ein weiteres Jubiläum an: Am Sonntag, 17. März, geben sie ihr 50. Jahreskonzert. Es beginnt um 16 Uhr im Veranstaltungszentrum Stadthaus, Sorgenser Straße 31 (Einlass ab 15 Uhr).
Und das Konzert ist noch aus einem anderen Grund etwas Besonderes: Es ist das erste Mal, dass der neue Dirigent Nemanja Lukic bei einer März-Musik den Taktstock schwingt. Im vergangenen Jahr hat Angelika Nikolai die Orchesterleitung nach über 30 Jahren abgegeben.
Karten gibt es im Vorverkauf für 9 Euro bei „Vier Jahreszeiten Floristik“, Uetzer Straße 95, in Burgdorf, bei „Wein und Foto Nietmann“, Bahnhofstraße 5a, in Lehrte sowie über die Internetseite www.hohner-ring.de. Dort gibt es auch weiterhin die im letzten Jahr veröffentlichte Jubiläums-CD. An der Tageskasse kostet der Eintritt 10 Euro.

Moderne und traditionelle Musik

Bei der „Märzmusik“ stellt das Akkordeon-Orchester wieder seine musikalische Wandlungsfähigkeit unter Beweis. Diesmal ist ein variationsreiche Programmfolge aus moderner und traditioneller Unterhaltungsmusik herausgekommen. Wie alle „Märzmusiken“ durchzieht auch das neue Jahreskonzert ein roter Faden: Die Musiker präsentieren das Programm als vermeintliche „Live“-Übertragung des „Radio Hohner-Ring“. Dabei spielen sie einen bunten Reigen beliebter Melodien, die sich in den vergangenen Jahrzehnten über die Radiokanäle einen besonderen Platz in der Zuhörergunst eroberten.
Auf dem Programm steht unter anderem die sinfonische Ouvertüre „Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien“ des Komponisten Franz von Suppé. Während die gleichnamige Theaterposse, uraufgeführt am 26. Februar 1844 im Wiener Theater, längst in Vergessenheit geraten ist, ist die Ouvertüre bis heute in Konzertsälen zu hören. Der Hohner-Ring spielt eine Bearbeitung für Akkordeonorchester, die das pulsierende Leben in der damaligen Metropole des österreichischen Kaiserreiches auf feinfühlige Weise widerspiegelt.
Als moderner Gegenpol spielt das Akkordeon-Orchester ein Medley aus drei bekannten Stücken des britischen Blues- und Rock-Gitarrist Eric Clapton: „Wonderful Tonight“, „Layla“ und „Tears in Heaven“. Mit der beschwingten Polka „Kurz und gut“ des Akkordeon-Virtuosen und Komponisten Heinz Munsonius aus dem Jahr unternimmt der Hohner-Ring sodann einen Ausflug in die volkstümliche Tanzmusik.

Musical und klassische Sinfonie

„Musical Mix“ heißt ein Potpourri, mit dem der Hohner-Ring das Publikum auf einen Streifzug durch die schillernde Klangwelt des amerikanischen Musiktheaters mitnimmt. Zu hören ist eine Auswahl der schönsten Melodien aus den Musicals „Mary Poppins“ (2004), „Das Dschungelbuch“ (2011) und „Aladdin“ (2011), die auf den gleichnamigen Walt-Disney-Filmerfolgen beruhen.
Dass das differenzierte Klangfarbenspektrum des Akkordeons ein komplettes Sinfonieorchester ersetzen kann, demonstriert der Hohner-Ring mit der „Sinfonia in B-Dur“ von Johann Christian Bach. Der in London lebende Komponist der Frühklassik war einer der begabtesten Söhne des großen Barockkomponisten Johann Sebastian Bach und ein verehrtes Vorbild von Wolfgang Amadeus Mozart. Bach schrieb das Werk ursprünglich für eine große Besetzung an Streichern und Holzbläsern. Rudolf Würthner richtete die Bearbeitung für ein Akkordeonorchester ein, deren spieltechnische Hürden der Hohner-Ring bravourös meistert.
Als letzter Höhepunkt des Konzertprogramms begeben sich die Musiker in die Katakomben des ehrwürdigen Pariser Opernhauses und spielen einen fulminanten Querschnitt aus dem Musicalklassiker „Das Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber.

Über den Dirigenten

Der 29-jährige aus Serbien stammende Musiklehrer Nemanja Lukic studierte zunächst in seinem Heimatland Musik mit dem Hauptfach „Akkordeon“. An der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover hat er sein Studium abgeschlossen . Erste Dirigiererfahrungen in Deutschland sammelte er beim Akkordeon-Club Langenhagen. Er gewann Auszeichnungen bei Internationalen Wettbewerben und spielt seit fünf Jahren im Duo mit der Violinistin Elisabeth Gebhardt. Ende Februar bricht der Hohner-Ring mit seinem neuen Dirigenten zu einem Probenwochenende im Bildungszentrum Hustedt bei Celle auf, um dem anspruchsvollen Konzertprogramm den letzten Feinschliff zu geben.