Von Jagdsignalen bis Folk-Rock

Zur Eröffnung spielen Musiker vom Bläsercorps Burgwedel-Thönse und vom Jagdhornbläsercorps "Das große Freie".
 
Stefan Goller von der Eishockey-Mannschaft Hannover Indians reichte am Freitagnachmittag die ersten Wild-Burger über den Tresen.

Beim musikkulinarischen Festival "Wild auf Bock" trotzen Bands und Besucher dem ungemütlichen Wetter / Wildbratwurst findet reißenden Absatz

BURGDORF (fh). So richtiges Festival-Wetter wollte sich vor allem am Freitag und Samstag einfach nicht einstellen. Trotzdem zieht Initiator Uwe Grünheid nach drei Tagen "Wild auf Bock" ein positives Fazit. "Für eine Auftaktveranstaltung war das Fest sehr gut besucht", resümiert er. Etwa 500 bis 700 Gäste haben seiner Schätzung nach zu den Spitzenzeiten der Live-Musik gelauscht, Bockbier getrunken und Wildbratwurst gegessen. Ob es sich wirtschaftlich gelohnt habe, müsse aber erst der Kassensturz zeigen, gibt der Inhaber der Brauerei Burgdorf zu.
Davon werde es letztlich auch abhängen, ob es nächstes Jahr eine Wiederholung gibt. "Ich könnte mir gut vorstellen das fortzuführen. Eventuell könnten wir so etwas auch mal in Lehrte versuchen", sagt Grünheid. Vermutlich dann eher Ende Mai, in der Hoffnung auf etwas mehr Sonne und Wärme.
Obwohl sich Besucher angesichts des Wetters nicht ganz so eng auf dem Spittaplatz drängten, fand die Wildbratwurst reißenden Absatz. "Schon Samstagnachmittag ging sie uns aus und wir mussten noch einmal nachproduzieren", so Grünheid. Als sie am Sonntag dann erneut zur Neige ging, war das nicht mehr möglich. "Irgendwann war das Wildschwein einfach alle", sagt der Initiator mit einem Augenzwinkern.
Darum mussten sich die Besucher am Freitagnachmittag kurz nach der Eröffnung noch keine Sorgen machen. Als sie ihre erste Bratwurst oder einen Burger mit Wildfleisch kosteten, wurden sie außerdem mit einem zünftigen Ambiente belohnt: Passend zu den Speisen spielten die Jagdhornbläser unter anderem die Signale "Sau tot" und "Hirsch tot". Für den Auftritt hatten sich Musiker des Bläsercorps Burgwedel-Thönse und des Jagdhornbläsercorps des Hegerings "Das große Freie" zusammengetan. "Gemeinsam sind wir noch stärker und kommen gegen jeden Lautsprecher an", kommentierte der Burgwedeler Corps-Leiter Max-Dieter Damerow, der sich zwischen den Stücken immer wieder das Mikrofon von Radio-Hannover-Moderator Stefan Cohrs-Wenck bringen ließ, um den Zuschauern ein paar Hintergründe zur Jagdmusik zu erläutern.
Während Cohrs-Wenck zum Auftakt noch gut gelaunt moderierte und mit seinem Mikrofon, musste er sich am Samstag überraschend krank melden. Zum Glück war Nick Duschek zur Stelle, der eigentlich nur durch ein Poetry Slam, einen modernen Dichterwettstreit führen sollte. Grünheid sprach ihn kurzerhand an: "Du kannst doch moderieren und bist gerade hier. Würdest du das machen?" Duschek ließ sich nicht lange bitten und moderierte unverhofft den kompletten Samstag durch. Ansonsten sei das Konzept aufgegangen. Von insgesamt 15 Konzerten aus den Stilrichtungen Rock, Indiepop, Blues und Folk im Laufe des Wochenendes ist Veranstalter Uwe Grünheid begeistert.
Als er dann nach einem turbulenten und anstrengenden Festival-Wochenende am Sonntag zu später Stunde nach Hause kam, erhielt er noch eine ganz unverhoffte Belohnung für seine Mühe. Eine Anwohnerin hatte ihm eine E-Mail geschickt: Und anders als auf den ersten Blick befürchtet, wollte sie sich nicht über die Lautstärke beschweren, sondern sie bedankte sich für die gelungene Veranstaltung. "Darüber habe ich mich sehr gefreut", sagt Grünheid.