Von Filmhelden bis Lokalgeschichte

Im Jahr 1931 wird die Schauburg an der Feldstraße in Burgdorf eröffnet. Nächstes Jahr feiert sie ihr 90-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass widmet der VVV dem Kino (seit 1995: Neue Schauburg) eine Ausstellung in der KulturWerkStadt. (Foto: VVV/Archiv)

Im Stadtmuseum und in der KulturWerkStadt sind für 2021 insgesamt elf Ausstellungen geplant

Burgdorf (r/fh). Im Stadtmuseum und in der KulturWerkStadt hätte im Dezember jeweils eine neue Ausstellung eröffnen sollen. Doch aufgrund der Corona-Verordnungen müssen die beiden Häuser vorerst geschlossen bleiben. Nun setzen der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) und seine Partner darauf, ab Mitte Januar unter Einhaltung von strengen Abstands- und Hygieneregeln wieder Besucher empfangen zu können. Für 2021 haben sie bereits ein umfangreiches Programm mit insgesamt elf Ausstellungen vorbereitet. Weitere Infos gibt es auf der Seite www.vvvburgdorf.de.

Ausstellungen im Stadtmuseum:

* 16. Januar bis 14. Februar: Armin Müller-Stahl
Im Stadtmuseum dreht sich bis zum 14. Februar alles um Armin Müller-Stahl. Am 17. Dezember feiert der Schauspieler seinen 90. Geburtstag - einen Tag später hätte eigentlich die Ausstellung eröffnen sollen. Wegen der Corona-Epidemie ist das nicht möglich. Nun hofft das Organisationsteam vom Kulturverein Scena, sie zumindest von Mitte Januar bis Mitte Februar zeigen und einen Teil des umfangreichen Beiprogramms mit Filmvorführungen in der Neuen Schauburg und Lesung anbieten zu können. In der Ausstellung über Armin Müller-Stahl soll es übrigens nicht nur um seine berühmten Filmrollen gehen, sondern auch seine vielen anderen Talente in Musik, Malerei und Literatur werden in den Blick genommen.

* 13. März bis 30. Mai: „James Bond: 007 in Burgdorf“
Seit 1962 kämpft der britische Superagent James Bond in spektakulär-aufwändigen Verfilmungen gegen die gefährlichsten Verbrecher. Dafür nutzt er stets die neuesten technischen Geheimdienstspielereien, bandelt mit den heißesten Frauen an und bewahrt selbst in scheinbar ausweglosen Situationen seine englische Contenance. Die Exponate für die Ausstellung im Stadtmuseum stammen aus der Privatsammlung von Chris Distin. Zu sehen sind unter anderem authentische Requisiten und Kostüme aus den Filmen. Zu den Höhepunkten gehören ein original Drachenflieger aus dem Film „Leben und Sterben lassen“ sowie ein Sportwagen vom Typ DB5 des britischen Herstellers Aston Martin DB5 aus dem Jahr 1965.

* 19. Juni bis 22. August: „Von Charleston bis Einstein − die 1920er Jahre in Burgdorf“
Die 1920er Jahre standen im Spannungsfeld zwischen den Folgen des Ersten Weltkrieges, instabilen politischen Gefügen und der sich anbahnenden Weltwirtschaftskrise auf der einen Seite sowie Kino, Tanz und Varieté auf der anderen Seite. Die Ausstellung im Stadtmuseum zeichnet ein umfassendes Bild dieses Jahrzehnts in Deutschland, und speziell in Burgdorf. Sie beleuchtet Politik und Gesellschaft, Wirtschaft, Stadtentwicklung und Architektur, Kunst, Musik, Theater, Literatur sowie der Alltag der Menschen.

* 4. September bis 31. Oktober: „Verborgene Schätze − Sammler stellen aus“
In dieser Ausstellung geben Menschen aus der Region einen Einblick in ihre privaten Sammelleidenschaften. Daran zeigt sich nicht nur, welch unterschiedlichen Themen sie sich zum Teil schon seit Jahrzehnten widmen, sondern auch welche Kostbarkeiten und Raritäten sie im Laufe der Zeit zusammengetragen haben.

* 6. und 7. November: Kunst und Handwerk
Bereits zum 20. Mal zeigen und verkaufen Kunsthandwerker im Stadtmuseum ihre vielfältigen Produkte.

* ab 13. November: Mitmach- und Erlebnisausstellung für Kinder
Mit dem vom Kindermuseum Zinnober organisierten Mitmach- und Erlebnismuseum für Kinder endet ab dem 13. November das Ausstellungsjahr im Stadtmuseum. Dabei können Kinder Themen aus Kunst, Wissenschaft und Alltagskultur auf spielerische Weise erkunden. Altersgerechte Spielstationen, Objekte, künstlerische Installationen und Werkstätten sollen die Neugierde und Kreativität der Kinder wecken, so dass sie einen spannenden und sinnlichen Einstieg in die Museumswelt erhalten.

Ausstellungen in der KulturWerkStadt


* 16. Januar bis 14. Februar: "Als der Strom nach Burgdorf kam"
Für die Ausstellung "Als der Strom nach Burgdorf kam" ist in der KulturWerkStadt bereits alles vorbereitet. Sie hätte eigentlich schon Anfang Dezember öffnen sollen, wird nun aber frühestens ab Mitte Januar bis zum 14. Februar zu sehen sein. Sie zeichnet die Geschichte des Burgdorfer Elektrizitätswerks nach, das 1985 seinen Betrieb aufnahm. Anhand von alten Haushaltsgeräten, Fernsehern und Radios erfahren die Besucher, wie das nach und nach den Alltag verändert hat. Und auch der Einfluss auf die Ortsfeuerwehr wird beleuchtet: So wurde 1928 die erste elektrische Sirene auf dem Turm der St.-Pankratius-Kirche installiert. Bis dahin war im Falle eines Brandes ein Hornist durch die Straßen von Burgdorf gezogen und hatte auf seinem Instrument geblasen, um die Feuerwehrmänner darauf aufmerksam zu machen.

* 13. März bis 30. Mai: Lego-Technik-Welten
1977 hat das dänische Unternehmen Lego seine beliebten Noppensteine um Achsen, Gelenke und Zahnräder ergänzt. Seitdem lassen sich mit den Komponenten von Lego-Technik beispielsweise Autos, Flugzeuge, Kräne oder Mühlen bauen, die nicht nur optisch etwas hermachen, sondern mit ihren Funktionen gleichzeitig spielerisch Einblicke in die Gesetze der Mechanik bieten. Die Exponate für die Ausstellung werden erneut Christian Lange und sein Team zur Verfügung stellen, die auch bereits für die Lego-Ausstellung "Raumschiffwelten" in diesem Jahr verantwortlich zeichneten.

* 19. Juni bis zum 15. August: „Burgdorfer Köpfe“
Seit 1993 lässt der VVV in der Ausstellungsreihe „Burgdorfer Köpfe“ die Lebensgeschichten von Menschen Revue passieren, die sich in besonderer Weise um ihre Heimatstadt verdienst gemacht haben. In der nunmehr neunten Auflage werden erneut 13 bereits verstorbene Frauen und Männer vorgestellt, darunter der Apotheker und Kommunalpolitiker Torsten Herting, der ehemalige Ratsvorsitzende Olaf Weinel sowie die Stadthistoriker Reinhard Scheelje und Heinz Neumann. Informative Schautafeln werfen Schlaglichter auf ihre wichtigsten Lebensabschnitte. Dazu kommen markante Exponate aus ihrem persönlichen Umfeld.

* 4. September bis 24. Oktober: Die Neue Schauburg
Am 25. Dezember 1931 hat der Kaufmann Georg Hahne in der Feldstraße ein Lichtspielhaus eröffnet, das bis 1995 als "Schauburg" firmierte und seitdem als "Neue Schauburg". Es ist das einzige von einstmals vier Kinos in Burgdorf, das bis heute überlebt hat und 2021 nun sein 90-jähriges Bestehen feiert. Zu diesem Anlass ist eine Ausstellung in der KulturWerkStadt geplant, in der unter anderem eine Sammlung von Filmplakaten aus unterschiedlichen Jahrzehnten zu sehen ist.

* ab 13. November: Stadtbücherei Burgdorf
Die Burgdorfer Stadtbücherei hat bereits 2019 ihren 90. Geburtstag gefeiert. Auch ihr widmet die KulturWerkStadt nun eine Ausstellung. Die Bücherei entstand 1929 und hatte ihren ersten Standort in einem Jugendheim der Friederikenstraße. Es folgten diverse Wechsel, bis sie in der Sorgenser Straße 3 ein dauerhaftes Domizil fand. Die Entwicklung der Bücherei prägte jahrzehntelang der Lehrer Erich Meyer als deren ehrenamtlicher Leiter.