Von der Hand in den Mund

Felix (vorne) und seine Brüder Jonas und Linus freuen sich über ihre Erdbeerernte.

Carsten Lahmann bietet auf dem Feld an der Burgdorfer Straße Erdbeeren zum Selbstpflücken an

Otze (fh). Felix muss sich ganz schön recken, um seinen Korb auf dem Verkaufstresen abzustellen. Zusammen mit seinen beiden Brüdern Jonas und Linus hat er fleißig Erdbeeren gepflückt. Und kaum sind die Früchte gewogen und bezahlt, wandern auch schon die ersten in den Mund. "Das was zu Hause ankommt, essen wir mit Eis oder Milchreis, aber das meiste wird wahrscheinlich einfach so genascht", sagt Vater André Helms. Die Familie wohnt gleich in der Nachbarschaft und gehört deshalb zu den Stammgästen auf dem Erdbeerfeld von Carsten Lahmann. Es befindet sich an der Burgdorfer Straße am Ortsausgang von Otze und seit dieser Woche können die Besucher dort wieder nach Herzenslust selbst pflücken.
Das nutzt auch Yasemin Koc, die sich zuerst in ihrem Heimatort Lehrte auf die Suche gemacht hatte. "Aber dort sind die Felder zum Selbstpflücken gerade ziemlich abgeerntet. Deshalb bin ich mit einer Freundin nach Otze gekommen", erzählt sie. Und die Fahrt hat sich gelohnt: Überall leuchten ihr die Früchte rot und reif entgegen. 2018 sei sie schon einmal auf dem Feld von Carsten Lahmann gewesen, damals hochschwanger. "Jetzt ist mein Sohn zwei Jahre alt und liebt Erdbeeren", sagt Koc. Einen Teil dürfe er natürlich pur verspeisen, den Rest wolle sie zu einem Aufstrich verarbeiten.
Schon seit 30 Jahren bietet Familie Lahmann das Feld zum Selbstpflücken an. Doch diesmal gibt es eine Premiere: "Zum ersten Mal haben wir ganz auf chemische Unkrautvernichter verzichtet und unliebsame Pflanzen nur mit einer Fräse entfernt", sagt der Otzer Landwirt. Deshalb sollten sich Besucher nicht wundern, wenn noch der ein oder andere Halm zwischen den Erdbeerpflanzen stehe. Und auch ein bisschen Dreck gehöre beim Selbstpflücken dazu. "Schließlich heißen sie ja Erdbeeren", sagt Lahmann mit einem Augenzwinkern.
Das Feld an der Burgdorfer Straße kurz vor dem Ortsausgang ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Erdbeeren gibt es dort voraussichtlich bis Ende Juni. "Wenn es gut läuft und das Wetter mitspielt, vielleicht auch bis Mitte Juli", prognostiziert Lahmann. Doch allzu lange solle niemand warten. "Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt. Das Feld ist voll", wirbt der Landwirt.
Wer weniger Zeit mitbringt, kann bei dem Verkaufsstand am Feldrand übrigens auch fertig befüllte Pappschalen kaufen, ebenso wie im Hofladen auf dem Erlebnishof Lahmann, Burgdorfer Straße 26. Und auch das Restaurant im Wellblechpalast biete jetzt zum Nachtisch Erdbeeren in vielen Varianten an: zum Beispiel mit Panacotta oder Mousse au chocolat und - ganz neu in diesem Jahr - erstmals auch mit Waffeln und Eis.