Von Borkum nach Burgdorf

René Arand (Mi.) hatte die Idee zum NOS aus Borkum mitgebracht. SSK-Vorstand Heiko Nebel und kreativprotz-Inhaberin Alexandra Kirsch (li.) unterstützten das "großartige Projekt". Und Claudia Vollmert aus der Tiefbauabteilung hatte "viel Arbeit", so Bürgermeister Alfred Baxmann (re.). Foto: Georg Bosse
 
Die Schilder an den 325 SOS-Punkten sind leicht zu erkennen. Die Metallplaketten sind gut sichtbar angebracht. Die Kennziffern beginnen mit "H" (für Hannover), dann folgen die vier Zahlen. Foto: Georg Bosse

Neues Notfall-Orientierungs-System vorgestellt

BURGDORF (gb). "Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen...", lauten die gedichteten Anmerkungen von Matthias Claudius (1740-1815) zur Erzählung "Urians Reise um die Welt". René Arand ist allerdings nicht um die ganze Welt gereist, seine Tour führte den Burgdorfer auf die Nordinsel Borkum. Von dieser Reise brachte René Arand prägende Eindrücke mit, von denen er der Stadtverwaltung erzählte - das Notfall-Orientierungs-System (NOS).
Fußgänger und Fahrradfahrer, Spaziergänger oder Läufer, die in der Stadt, im Wald oder in der Feldmark unterwegs sind, können schnell in eine bedrohliche Notfallsituation geraten. Ein falscher Tritt und der/die Betroffene kann nicht mehr zurücklaufen, ein Insektenstich löst allergische Reaktionen aus, ein plötzlicher Herzinfarkt oder ein Schlaganfall - jetzt zählt jede Minute, um möglichst ohne unnötige Verzögerungen die angemessene Hilfe zu erhalten.
Ein eingehende Notruf bedeutet für die Retter häufig die Schwierigkeit den Unfallort genau zu lokalisieren. Damit das nicht mehr passieren kann, hat Borkum das NOS ins Leben gerufen, das nun auch in und um Burgdorf herum realisiert wird. "Mit seiner Hartnäckigkeit hat René Arand in der Stadtverwaltung alle anfänglichen Widerstände gegen die Idee eines NOS für Burgdorf überwunden. Aber es bedeutete für Claudia Vollmert von der Tiefbauabteilung schon eine Menge Arbeit alle infrage kommenden NOS-Standorte zu ermitteln", sagte Bürgermeister Alfred Baxmann am vergangenen Donnerstag anlässlich der offiziellen Vorstellung im Stadtpark. Der Standort "Alter Jagdsteg" ist einer von insgesamt 325 SOS-Punkten, wo Betroffene und Ersthelfer per Mobiltelefon den Notruf 112 absetzen und mit der Nennung der Kennziffer auf der SOS-Plakette den Notfallort genau angeben können. Die Rettungsleitstelle der Region hat alle SOS-Kennziffern im Koordinatensystem und kann so Notarzt und Rettungsdienste, Polizeidienststellen und Feuerwehren den exakten Anfahrtsweg beschreiben. Für Smartphone-Benutzer sollen die Koordinaten auch unter der kostenlosen App "Hilfe im Wald" zu finden sein.
Überall an markanten Wegpunkten entlang der Spazier- und Radwanderwege sind in der Kernstadt die SOS-Plaketten angebracht worden, die mit verschiedenen Kennziffern versehen sind. In den Ortschaften Schillerslage und Weferlingsen sowie in der Feldmark und in Wald- und Moorgebieten sind die SOS-Punkte an Ruhebänken und roten Rohrpfosten gut zu finden.
"Ich habe gleich gedacht, das passt zu Burgdorf, das unterstützen wir. NOS ist ein echtes Plus an Sicherheit für die Stadt und ihre Bürger", begründet Vorstandsvorsitzender Heiko Nebel die finanzielle Unterstützung durch die Stadtsparkasse. "Ich bin gern in der Natur und weiß, dass gerade hier in Notfallsituationen die genaue Bestimmung des Standorts wichtig ist. Daher finde ich das Projekt großartig", begeistert sich Werbekauffrau Alexandra Kirsch, die mit ihrer Agentur "kreativprotz" die NOS-Informationsflyer gestaltet hat. Die Erstauflage von rund 2000 Stück ist auf alle öffentlich zugänglichen Gebäuden verteilt.