Vom Pilotprojekt zur Dauerlösung

Morgens zum Schulbeginn und mittags zum Schulschluss soll auf der Lippoldstraße auch weiterhin eine Einbahnstraßenregelung gelten.
 
Die Schrägparkplätze sollen dauerhaft zu Lägsparkplätzen werden. Vormittags gilt dort ein eingeschränktes Halteverbot.

Auf der Lippoldstraße soll morgens und mittags weiterhin eine Einbahnstraßenregelung gelten

Burgdorf (fh). Die jetzige Verkehrsführung auf der Lippoldstraße soll dauerhaft bestehen bleiben. Das haben die Politiker bei der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses auf Vorschlag der Stadt beschlossen. Nun wird die Verwaltung einen entsprechenden Antrag bei der Region Hannover als zuständiger Verkehrsbehörde stellen. Danach sollen die provisorischen Schilder und Markierungen dann durch permanente ersetzt werden.
Auf Initiative des SPD-Ratsherrn René Arand hat die Stadt seit dem vergangenen Sommer in einem Pilotprojekt getestet, wie sich die Verkehrssicherheit vor der Astrid-Lindgren-Grundschule verbessern lässt. Die Lösung: Morgens zum Schulbeginn und mittags zum Schulschluss dürfen Autofahrer auf einem Teil der Lippoldstraße nur noch Richtung Norden fahren. Die Einbahnstraßenregelung gilt montags bis freitags von 7.30 bis 8.30 Uhr sowie von 12.30 bis 15.30 Uhr zwischen der Reichweinstraße und der Witzlebenstraße. Radfahrer dürfen weiterhin in beide Richtungen fahren.
Außerdem hat die Stadt vor der Schule 17 Schräg- in acht Längsparkplätze umgewandelt, weil die Eltern beim Bringen und Abholen ihrer Kinder dann weniger wenden und rückwärts fahren müssten. Auch das habe sich bewährt und solle beibehalten werden.
Bei der Diskussion im Verkehrsausschuss lobte Claudia Vollmert von der städtischen Tiefbauabteilung das Ergebnis: „Die Verkehrssituation vor der Grundschule ist deutlich übersichtlicher geworden, vor allem an der Fahrbahneinengung direkt vor der Schule“, sagte sie. Allerdings würden sich nachmittags nicht alle an die Regeln halten. Einige Autofahrer, vor allem Gewerbetreibende, seien entgegen der Einbahnstraße gefahren. „Da müsste künftig eventuell noch stärker kontrolliert werden“, räumt sie ein. Doch unterm Strich überwögen die Vorteile. „Insgesamt war das Pilotprojekt erfolgreich und wir möchten die Regelung deshalb gern beibehalten!“, so Vollmert.
Zuvor habe die Stadt unter anderem die Grundschule und die benachbarte Kita, Elternvertreter, Anwohner und Regiobus zu ihren Erfahrungen mit dem Pilotprojekt befragt und überwiegend positives Feedback erhalten. Mit der jetzigen Regelung sei ein guter Kompromiss gefunden worden, der einerseits die Verkehrssicherheit für die Grundschulkinder verbessere und andererseits die Anwohner so wenig wie möglich einschränke.
In der ersten Projektphase hatte die Einbahnstraßenregelung rund um die Uhr gegolten. Doch dagegen sind viele Anwohner Sturm gelaufen. Sie kritisierten vor allem, dass sie 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr erhebliche Umwege in Kauf nehmen müssten, nur um die Situation wochentags zum Schulbeginn und zum Schulschluss zu entspannen. Stadt und Politik kamen ihnen entgegen und führten in der zweiten Projektphase deshalb die zeitliche Begrenzung ein.
Auf ihr Informationsschreiben haben sich laut der Stadtverwaltung jetzt 23 Anlieger der Lippoldstraße und der angrenzenden Seitenstraßen zurückgemeldet. Fünf von ihnen halten die Maßnahme für überflüssig und wünschen sich den alten Zustand vor dem Pilotprojekt zurück. Elf Anlieger befürworten hingegen die jetzige Regelung, vier weitere wünschen sich eine Erweiterung der Einbahnstraße bis zur Beckstraße und vier würden sich sogar eine Einbahnstraße ohne zeitliche Begrenzung rund um die Uhr wünschen.