Vom "Kreisblatt" zum "Spiegel"

Bürgermeister Alfred Ziemba (links), der von 1986 bis 1996 im Amt war, in Begleitung der damaligen Bundesbauministerin Gerda Hasselfeldt vor dem Burgdorfer Schloss. (Foto: r)
 
Der Journalist Jürgen Leinemann (rechts) besann sich immer wieder seiner Burgdorfer Wurzeln und besuchte beispielsweise 2003 im Stadtmuseum die Ausstellung „Schneller, höher, weiter ...“. Bei dieser Gelegenheit tauscht sich mit dem damaligen Schwimm-Bundestrainer Ralf Beckmann (links) aus, der ebenfalls aus Burgdorf stammt. (Foto: r)

Die neue Ausstellung der Reihe „Burgdorfer Köpfe“ porträtiert in der KulturWerkStadt unter anderem den Journalisten Jürgen Leinemann

BURGDORF (r/fh). Während der Semesterferien im Studium schrieb er Artikel für das Burgdorfer Kreisblatt - später war er für die Deutsche Presse-Agentur (dpa) in Washington tätig und arbeitete von 1971 bis 2007 beim Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Der Journalist Jürgen Leinemann  ist eine von zwölf Persönlichkeiten, die von heute an in der achten Ausgabe der Reihe "Burgdorfer Köpfe" in der KulturWerkStadt, Poststraße 2, vorgestellt werden. Große Anerkennung genoss Leinemann für seine Portraits bekannter Spitzenpolitiker wie Franz-Josef Strauß, Hans-Dietrich Genscher sowie der früheren Bundeskanzler Helmut Kohl und Gerhard Schröder. Der ab 1990 in Berlin lebende Journalist besann sich gerne auf seine Burgdorfer Wurzeln und kehrte zu diversen Veranstaltungen des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) in die Stadt zurück.
Die Ausstellung wird am heutigen Samstag, 9. Februar, um 14 Uhr eröffnet und kann dann bis zum 24. März immer samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden. Ansprechpartner für Besuchergruppen, die eine Führung innerhalb der Woche vereinbaren wollen, ist VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich unter Telefon (05136) 1862. Ein begleitender Ausstellungsführer ist bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, und in der KulturWerkStadt erhältlich.
Die Ausstellungsreihe gibt es seit 1993. Der aktuelle Beitrag lässt die Lebensgeschichten von zwölf bereits verstorbenen Frauen und Männern Revue passieren, die mit ihrem gesellschaftlichen, kommunalpolitischen oder sozialen Engagement bleibende Spuren in Burgdorf hinterlassen haben. Schautafeln werfen Schlaglichter auf ihre wichtigsten Lebensabschnitte; hinzu kommen markante Exponate aus ihrem persönlichen Umfeld.
Unter den vorgestellten Persönlichkeiten ist auch der CDU-Politiker und einstige Bürgermeister Alfred Ziemba.  Der gelernte Bauingenieur hat sich 22 Jahre lang hat er sich kommunalpolitisch im Stadtrat engagiert und für zehn Jahre übernahm er das Amt des damals noch ehrenamtlichen Bürgermeisters. Ziemba genoss über die Parteigrenzen hinweg großes Ansehen, weil er stets die Bürgernähe und den Ausgleich in der kommunalpolitischen Auseinandersetzung suchte.

Zusätzlich zu dem früheren Bürgermeister und dem Journalisten Jürgen Leinemann werden noch zehn weitere verstorbene Burgdorfer Persönlichkeiten vorgestellt:
- Rudolf Bembenneck (1933-2018, Pastor und Stadthistoriker)
- Horst Bindseil (1927-2017, Stadtdirektor)
- Brigitte Dietrich-Fischer (1938-2015, Unternehmerin mit großem sozialen Engagement)
- Margarete Dünker (1913-2002, Gründerin des Leprakreises in Burgdorf),
- Winfried Hanschke (1933-2017, Sportler und Bundesliga-Schiedsrichter)
- Georg Jacobsohn (Unternehmer, Feuerwehrmann und Schütze jüdischen Glaubens, 1872 geboren, 1941 mit seiner Familie nach Riga deportiert)
- Ruth Knoblauch (1926-2018, Gemeindeschwester)
- Gerd Krauel (1924-2016, erster Leiter des Hauses des Jugend und erster hauptamtlicher Stadtjugendpfleger),
- Heinz-Otto Wiedel (1941-2014, Bäckermeister in Otze)
- Günter Witzel (1929-2010, als SPD-Kommunalpolitiker im Rat der damals selbständigen Gemeinde Schillerslage und später im Rat der Stadt Burgdorf)