Vier Neue im Seniorenrat

Der neue Seniorenrat: Eberhard Rumpf (von links), Ursula Meyer, Monika Lass, Wolf Büttner, Marie Luise Brandes und Stefan Auerbach. Auf dem Foto fehlt Menfred Kuchenbecker.
 
Monika Lass hat in der kurzen Vorstellungsrunde viele Anwesende überzeugt und erhält am Ende die meisten Stimmen.

Bei der Wahl am Mittwoch sind elf Kandidaten für die sieben Plätze angetreten: Die meisten Stimmen entfielen auf die Burgdorfer Neubürgerin Monika Lass

BURGDORF (fh). Überraschendes Ergebnis bei der Wahl des Seniorenrates: Die meisten Stimmen hat bei der Versammlung am vergangenen Mittwoch die Neubürgerin Monika Lass geholt, die vor kurzem aus dem Ruhrgebiet nach Burgdorf gezogen ist und sich erst auf der Versammlung in letzter Minute doch noch dazu durchgerungen hatte, zu kandidieren. "Für mich stand fest, dass ich mich an meinem neuen Wohnort ehrenamtlich engagieren möchte. Und an der Arbeit des Seniorenrates habe ich großes Interesse", sagt sie bei der kurzen Vorstellungsrunde vor der Wahl.
Auch sonst gibt es viel frischen Wind im Burgdorfer Seniorenrat: Marie Luise Brandes, Stefan Auerbach und Ursula Meyer sind ebenfalls neu dazugekommen. Damit sind vier der sieben Gewählten erstmalig in dem Gremium vertreten. Die bisherigen Mitglieder Wolf Büttner, Eberhard Rumpf und Manfred Kuchenbecker komplettieren die Riege. Und es gibt sogar noch ein Novum: Das Geschlechterverhältnis ist mit vier Männern und drei Frauen jetzt deutlich ausgeglichener; bisher hatte Paula Kusber als einzige Frau sechs Männer an ihrer Seite gehabt. Damit bewahrheitete sich, was der Vorsitzende Wolf Büttner schon zur Begrüßung gesagt hatte: "Heute ist mit der Neuwahl ein Tag des Aufbruchs für den Seniorenrat."
Dabei stand das Gremium vor einigen Monaten am Scheideweg: Denn die Wahlperiode ging ihrem Ende entgegen und drei Mitglieder kündigten an, nicht wieder kandidieren zu wollen. Genügend Nachwuchs war aber nicht in Sicht. Die Gruppe um den Vorsitzenden Wolf Büttner entschied sich, mit der Situation offensiv umzugehen und schrieb einen Brief an alle Burgdorfer ab 60 Jahren. Beigelegt war ein Fragebogen, mit dem sie einerseits herausfinden wollten, ob der Seniorenrat überhaupt ausreichend Rückhalt in der älteren Bevölkerung hat und gleichzeitig, andererseits aber auch potenzielle Mitglieder rekrutieren wollten.
Dieser Plan ist anscheinend aufgegangen. "Die Ergebnisse waren sehr ermutigend. Viele schätzen die Arbeit des Seniorenrates", resümiert Wolf Büttner. Und nicht nur das: Es haben sich daraufhin auch rund 14 Interessierte gemeldet, die sich ein ehrenamtliches Engagement in dem Gremium vorstellen könnten. Immerhin sieben von ihnen sind bei der Wahl angetreten. So gab es für die sieben Plätze letztlich elf Bewerber und die rund 50 Teilnehmer mussten tatsächlich eine Entscheidung treffen.
Da sich noch bis kurz vor der Wahl Kandidaten melden konnten, musste der Stimmzettel während der Veranstaltung frisch gedruckt werden. Die Wartezeit ebenso wie die Pause während der anschließenden Auszählung überbrückte der Shanty-Chor Graf Luckner unter anderem mit "Hamborger Veermaster", "Leave Her, Johnny, Leave Her" und dem Gorgh-Fock-Lied
In einer geheimen Wahl konnten die Anwesenden auf den druckfrischen Stimmzetteln dann vier bis sieben Kreuzchen machen und damit bestimmen, wer sie in den nächsten drei Jahren vertreten soll. Für Monika Lass stimmten 43 der Anwesenden; Wolf Büttner erhielt 38 Stimmen, Eberhard Rumpf 36, Marie Luise Brandes 33, Stefan Auerbach und Ursula Meyer je 32 und Manfred Kuchenbecker 31 Stimmen. Der bisherige Pressesprecher des Seniorenrates Diethard Mühge schied knapp aus dem Gremium aus. Ebenso wie Lutz Bardelle, Burkhard Timm und Wolfgang Mann steht er nun auf der Liste der Nachrücker.
Der Vorsitzende Wolf Büttner bedankte sich bei Mühge für sein bisheriges Engagement. Er erhielt als Anerkennung einen Burgdorfer Geschenkgutschein, ebenso wie die langjährigen Mitglieder Paula Kusber, Hartwig Laak und Karl-Heinz Meyer, die bei der Wahl nicht wieder angetreten waren. "Ich will für eine Bekannte da sein, die einen Schlaganfall erlitten hat und habe deshalb nicht mehr genug Zeit. Ich werde den Seniorenrat aber gern weiterhin punktuell unterstützen", begründete Meyer seine Entscheidung.
In seinem Grußwort zu Beginn der Versammlung hatte der scheidende Bürgermeister Alfred Baxmann die Arbeit des Seniorenrates seit seiner Gründung vor zwölf Jahren gewürdigt. "Beim Aufräumen meines Büros habe ich dazu allein drei dicke Ordner gefunden. Das zeigt, wie aktiv das Gremium war", so Baxmann und fügte hinzu: "Sie im Seniorenrat können sich auf die Schulte klopfen, für das was Sie bisher geleistet haben. Und die Ideen und Projekte gehen Ihnen nicht aus."