Vielfältige Wohnformen für Kirchhorst

Die Pläne um die Ortsmitte werden konkreter.

Arbeitskreise tagten zur baulichen Gestaltung/Siedlungsentwicklung/Demographie

VON DANA NOLL

KIRCHHORST. Auch im Arbeitskreistreffen zur baulichen Gestaltung und Siedlungsentwicklung/städtebauliches Konzept für die Ortsmitte sowie zur Demographie wurde lebhaft diskutiert. Hier wurden Querschnittsthemen vielfältiger Wohnformen für alle Generationen - und Geldbeutel - besprochen, mit dem Ziel, ein kontrolliertes Wachstum im Rahmen der bestehenden Infrastruktur von Kirchhorst zu schaffen. Dabei sollen sowohl Wohnungen für Ein- und Zwei-Personenhaushalte und Senioren als auch für Familien als Mietwohnungsbau sowie Einfamilienhäuser entstehen.
„Wichtig ist, für junge Leute bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, damit sie dem Ort erhalten bleiben“, merkte Ortsbürgermeister Herbert Löffler an, „Auch die Feuerwehren sind darum besorgt, dass junge Leute eigenständig im Dorf wohnen können.“
Einig war man sich, dass dabei keine „Ghettos“ nur für jeweils eine Gruppe entstehen sollten, sondern vielmehr eine gute Mischung aus verschiedenen Wohnformen. Die Neubauten sollten möglichst in der bestehenden Siedlungsfläche oder gemischt auf Neubauflächen realisiert werden.
„Alles soll behutsam wachsen, in kleinen Schritten und mit viel Grün dazwischen. Es wird aber auch Kultur benötigt, denn das Zehntfest allein ist zu wenig. Zu denken wäre an eine Art Kulturhütte mit möglichen Elementen wie einer Bühne für Theater, Konzert usw. Daran soll weitergearbeitet werden“, so der Ortsbürgermeister.
Die Sorge, dass die Infrastruktur in Kirchhorst mit den Wachstumsplänen nicht mithalten kann, entkräftigt bereits ein Beschluss, der im Protokoll der Ortsratssitzung vom 9. September 2015 zu finden ist. Da heißt es: „Der Ortsrat nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis. Er stimmt nach ausführlicher Aussprache einer weiteren behutsamen Wohnbauflächenentwicklung, die mit der Infrastruktur der Ortschaft verträglich ist, zu.“ So wurde von Investor Berkemeier zugesagt „eine anteilige Beteiligung zur erstmaligen Herstellung eines Kindergartens bezogen auf das entwickelte Gebiet zu leisten“, berichtet Löffler.
In der Diskussion zur neuen Ortsmitte wurden unterschiedliche Standpunkte ausgetauscht. Realitätsfremden Forderungen wie der „Rückbau des Kirchhorster Sees“ oder eine „Renaturierung bestehender Gewerbeflächen“ wurde eine klare Absage erteilt. Dabei erläuterte die Verwaltung das Vorgehen bei der Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms, des Flächennutzungsplanes sowie bei der Erstellung eines Bebauungsplanes. Mit der Realisierung der neuen Ortsmitte ist auf Grund der erforderlichen planungsrechtlichen Vorarbeiten in etwa zu 2020/2021 zu rechnen.
Auch in Hinblick auf den Klimaschutz sollte bei den neuen Bauvorhaben auf den bestmöglichen Energiestandard bei den Gebäuden zum Ziel gesetzt werden.
Im Rahmen der Bebauungsplanung könnte dies von der Kommune vorgeschrieben werden (siehe Zero-Park, Hannover). Bei Bauvorhaben im Bestand ist dies nicht möglich. Hierzu sollten Bauinteressenten bei Kontakt mit dem Bauamt Hinweise bekommen, wie sie ihre Gebäude energetisch optimieren können. Die Klimaschutzagentur Region Hannover und die EVI halten entsprechende Beratungsangebote und -Förderungen bereit. Allerdings sind diese noch zu wenig bekannt. In Form einer Klimaschutzfibel könnten sowohl Hinweise zum ortsangepasstem Bauen gegeben werden als auch Möglichkeiten des effektiven Einsatzes regenerativer Energie.
Das von der Gemeinde Isernhagen beauftragte Planungsbüro wird die Ergebnisse nun in einem Dorfentwicklungsplan zusammenfassen, der dann nach der Sommerpause vorgestellt wird. Er wird auch die Beschreibung der einzelnen Projekte enthalten.
„Es gibt eine lebendige und gute Beteiligung an der Ortsentwicklung. Die 58 Projektsteckbriefe in den verschiedenen Teilbereichen sind nach der Verabschiedung der Leitbilder durch Ortsrat und Rat zum Jahresende unter Beteiligung von entsprechenden Dorfmoderatoren in den Arbeitsgruppen mit Leben zu füllen“, fasst Löffler zusammen.