Viele Läden schließen bis zum 18. April

Wie viele Geschäfte in ganz Deutschland muss auch das Modehaus Fehling für viereinhalb Wochen schließen.

Supermärkte, Apotheken und weitere Geschäfte mit Waren für den täglichen Bedarf bleiben geöffnet / Edeka Cramer plant vorerst keine Sonntagsöffnung

BURGDORF/UETZE (fh). Die Niedersächsische Landesregierung hat die Vorsichtsmaßnahmen wegen des Coronavirus noch einmal verschärft. Diesen Schritt, der bundesweit abgestimmt war, hatte sie am Montagnachmittag bekannt gegeben – bereits gestern ist der Erlass in Kraft getreten. Die Maßnahmen sollen die weitere Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen, um die Krankenhäuser und das gesamte Gesundheitssystem nicht zu überlasten. „Bitte halten Sie sich an die Vorgaben und nutzen Sie auch in ihrem privaten Umfeld alle Möglichkeiten, Infektionen vorzubeugen. Es geht um unser aller Gesundheit, insbesondere aber auch um die Gesundheit von älteren und vorerkrankten Menschen“, appellierte Ministerpräsident Stephan Weil.
Die neuen Bestimmungen schränken auch den Alltag der Menschen in Burgdorf und Uetze stark ein: Nachdem Schulen und Kitas bereits seit Montag geschlossen sind, wurden nun auch Kinderspielplätze gesperrt. Geschlossen bleiben auch viele Geschäfte, „die nicht für den täglichen Bedarf erforderlich sind“, so die Niedersächsische Gesundheitsministerin Carola Reimann. Diese Regelungen gelten bis zum 18. April.
Martin Polch vom gleichnamigen Schugeschäft hofft, dass Kunden nun nicht ins Internet abwandern, sondern einen großen Teil ihrer Einkäufe aufschieben und in viereinhalb Wochen vor Orts nachholen. „Bei dem Frühlingswetter ist es ein Jammer, dass wir nichts verkaufen können. Wenn die ganze Saison für den stationären Handel ausfallen würde, wäre das schlimm für die Innenstädte“, sagt er. Für die Maßnahme habe er aber Verständnis. „Die Gesundheit geht vor, für die eigene Familie, Mitarbeiter, Kunden und auch die Gesellschaft“, betont Polch.
Dem stimmt auch Jörg Fehling, Inhaber des gleichnamigen Modehauses, zu. „Wichtig ist, dass sich alle verantwortlich fühlen und die Vorgaben einhalten“, appelliert er und ergänzt: „Wenn das klappt, bin ich mir sicher, dass wir da schnell durchkommen.“ Sonst sei möglicherweise mit weiteren Verschärfungen zu rechnen. Obwohl auch sein Modehaus an der Marktstraße seit gestern geschlossen ist, zeigt sich Jörg Fehling optimistisch. „Das ist eine Situation, mit der wir alle noch nie zu tun hatten“, sagt er. Ganz unvorbereitet habe ihn die Maßnahme nicht getroffen. „Wir sind gut vernetzt und das zeichnete sich für uns schon im Laufe der vergangenen Woche ab.“
So habe er bereits damit begonnen, mit Lieferanten und Mitarbeitern nach Lösungen zu suchen; für Kunden sei das Team weiterhin telefonisch erreichbar. „Wir halten alle zusammen und werden nach Ostern wieder mit der bestehenden Mannschaft öffnen. Niemand braucht sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz zu machen“, versichert er und stellt in Aussicht: „Wir sind schon dabei, tolle Geschichten für die Wiedereröffnung zu planen.“
Im Mittelpunkt stehe jetzt die Gesundheit. „Ausdrücklich nicht geschlossen werden der Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Friseure, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte sowie der Großhandel. Für diese Bereiche wird sogar das Sonntagsverkaufsverbot aufgehoben.
Edeka Cramer will davon zunächst nicht Gebrauch machen. „Unsere vielen fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten derzeit eh schon jeden Tag enorm viel, um die aktuelle Situation zu meistern. Der Sonntag soll in erster Linie der Erholung dienen. Wir möchten unsere Mitarbeiter durch längere Öffnungszeiten oder der Sonntagsöffnung nicht noch mehr belasten“, sagte Geschäftsführer Sebastian Cramer am Dienstagmorgen. Das Unternehmen werde die Entwicklung aber genau beobachten und jeden Tag neu bewerten, um die Maßnahmen eventuell zu überdenken.
Aufgrund der aktuell starken Nachfrage komme es zwar vor, dass einzelne Produkte kurzfristig nicht verfügbar seien, es gebe aber laufend Nachlieferungen. Das bestätigt auch Wojciech Brandenburg von Famila Uetze. „Als sich immer drastischere Maßnahmen, wie auch Grenzschließungen, ankündig­ten, hat es schon einige Panikkäufe gegeben, aber die Lage hat sich wieder beruhigt“, sagt er. Wenn ein Produkt vergriffen sei, dauere es durchschnittlich zwei Tage, bis die Nachlieferungen ankämen. Es bestehe kein Grund zur Angst vor längerfristigen Engpässe.
Aufgrund der aktuell starken Nachfrage komme es zwar vor, dass einzelne Produkte mitunter kurzfristig nicht verfügbar seien. "Wir bekommen aber laufend Nachlieferungen der Artikel des täglichen Bedarfs – im Regelfall ist die nächste Anlieferung der Ware bereits unterwegs", betont Cramer.
Ähnlich bewertet auch Wojciech Brandenburg von Famila Uetze die Situation. "Als sich immer drastischere Maßnahmen, wie auch Grenzschließungen, ankündigten, hat es gerade in der vergangenen Woche schon einige Panikkäufe gegeben, aber die Lage hat sich wieder beruhigt", sagt er. Wenn ein Produkt vergriffen sei, dauere es zwar durchschnittlich zwei Tage, bis die Nachlieferungen ankämen. Es bestehe aber kein Grund zur Angst vor längerfristigen Engpässe.