Viele Aktionen in der Innenstadt

Mit der "Night of Lights" am 10. September will der Stadtmarketingverein die Lichtparade von 2016 noch toppen. (Foto: Archiv/Georg Bosse)

Mithilfe von Fördergeldern plant der Stadtmarketingverein ein buntes Programm

Burgdorf (fh). Mit einer „Night of Lights“, außergewöhnlichem Straßenschmuck und einer Eisbahn auf dem Spittaplatz im nächsten Winter will das Stadtmarketing Burgdorf (SMB) nach der Corona-Flaute wieder mehr Leben in die Innenstadt bringen. Finanziert werden soll das mithilfe von EU-Corona-Hilfen, die das Land Niedersachsen über das Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ verteilt. Die Stadt Burg­dorf hat sich erfolgreich darum beworben und einen Zuschuss von 755.000 Euro zugeteilt bekommen. Davon sollen 432.000 Euro in Vorhaben der Stadtverwaltung fließen und 323.000 Euro in Projekte des SMB. Zusätzlich muss noch ein Eigenanteil von jeweils rund zehn Prozent beigesteuert werden, sodass das Stadtmarketing insgesamt mit einem Budget von annähernd 360.000 Euro kalkuliert. Und das plant der Verein für die nächsten Monate im einzelnen:

● Zum verkaufsoffenen Sonntag am 15. Mai soll es ein großes Kinderfest mit vielfältigen Aktionen geben. „Nach dem langen und aufreibenden Corona-Winter wollen wir bewusst etwas für junge Familien anbieten“, sagt der Vorsitzende der Stadtsparkasse Burg­dorf Heiko Nebel. Dabei solle es auf der gesamten Marktstraße ein buntes Programm geben. Das wird mit insgesamt rund 20.000 Euro zu Buche schlagen.

● Im Frühling und im Herbst soll eine fröhliche Straßendekoration zum Einkaufsbummel einladen. Dafür will das SMB die Überspannungsseile nutzen, an denen während der Lichtwochen die Weihnachtsbeleuchtung angebracht wird. „Sonst bleiben sie die übrigen elf Monate ungenutzt. Das wollen wir in diesem Jahr ändern“, kündigt Nebel an. Im Frühling könnten beispielsweise große bunte Schmetterling über der Marktstraße und Hannoverschen Neustadt angebracht werden und im Herbst Regenschirme oder Laub-Ornamente. Dafür rechnet der Verein mit Kosten von 25.000 bis 30.000 Euro.

● Zu den Höhepunkten zählt dann die „Night of Lights“ am 10. September. In der Dunkelheit soll ein großer Umzug mit stimmungsvollen Lichteffekten von der Hochbrücke die Marktstraße entlang ziehen. Außerdem sind Gebäudeilluminationen und als krönender Abschluss eine Lasershow und ein Feuerwerk geplant. „Damit wollen wir die Lichtparade von 2016 noch toppen. So etwas hat es in Burgdorf und in der Region noch nicht gegeben“, kündigt Nebel an. Entsprechend veranschlagt das SMB dafür rund 100.000 Euro.

● Im nächsten Winter will das Stadtmarketing Burgdorf dann vom 20. Januar bis 12. Februar auf dem Spittaplatz eine Eisbahn aufbauen. „Wir haben uns bewusst entschieden, ein echtes Highlight in einer Zeit zu planen, in der sonst kaum etwas stattfindet“, so Nebel. Die Eisbahn soll über ein transparentes Dach verfügen, damit sie unabhängig vom Wetter genutzt werden kann und man abends trotzdem unter dem Sternenhimmel ein paar Runden mit den Schlittschuhen drehen kann. Zur Eröffnung soll es Eisshows geben und im weiteren Verlauf Eismärchen für Kinder. Außerdem können Firmen die Eisbahn mieten. Ebenso wie die „Night of Lights“ wird auch die Eisbahn mit etwa 100.000 Euro zu Buche schlagen.

● Ein Teil der Fördermittel soll auch dem „Digitalen Marktplatz“ zugute kommen, der seit Montag unter der Internetadresse https://www.ichkaufinburgdorf.de erreichbar ist. Auf der Plattform können sich Bürger nicht nur über den örtlichen Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen informieren, sondern bei vielen Unternehmen auch gleich per „Click & Collect“ Waren online bestellen und dann im Laden abholen. „Das ist ein guter Anfang, aber wir wollen das Angebot noch weiterentwickeln und planen unter anderem eine App“, kündigt Nebel an. Das Budget für dieses Jahr in Höhe von 65.000 Euro will das SMB aus dem Programm „Perspektive Innenstadt“ finanzieren.

● Zusätzlich will der Stadtmarketingverein rund 30.000 Euro aufwenden, um die Außenwirkung der Stadt zu verbessern und beispielsweise in umliegenden Kommunen für Veranstaltungen in Burgdorf zu werben.

Auf Wunsch der Kommunalpolitiker hat der SMB-Vorstand die geplanten Projekte kürzlich im Finanzausschuss vorgestellt und erntete dafür viel Lob. „Ich freue mich, dass Sie nicht nur einen Schwerpunkt setzen, sondern so viele kreative Ideen ausgearbeitet haben. Das sind tolle Aktionen, auf die ich schon gespannt bin“, sagte beispielsweise SPD-Ratsherr Arne Hinz. Und Mario Gawlik von der FDP betonte, dass der Stadtmarketingverein nicht nur den Eigenanteil von zehn Prozent schultere, sondern auch das Risiko übernehme. „Ich bin froh, dass es bei den örtlichen Unternehmern die Bereitschaft gibt, Projekte in dieser Form in Burg­dorf anzuschieben“, würdigte er.
Heiko Nebel betonte, dass der Stadtmarketingverein nicht nur viel Arbeit in Planung und Organisation stecke, sondern schon allein die Antragstellung eine Herausforderung sei. „Das ist keine unbürokratische Hilfe, sondern europäische Bürokratie in Reinform“, sagte er. Deshalb habe das SMB ein externes Beratungsbüro engagiert, um das Risiko formaler Fehler zu minimieren, durch die sonst Zuschüsse verloren gehen könnten.