Verein hat Bewerbung für Wochenmarkt zurückgezogen

Aller Voraussicht nach wird der Burgdorfer Wochenmarkt auch weiterhin von der Deutschen Marktgilde betrieben. (Foto: Archiv/Franka Haak)

Stadt muss Deutsche Marktgilde als einzig verbleibende Bewerberin beauftragen

Burgdorf (fh). Die Deutsche Marktgilde wird den Wochenmarkt auf dem Burgdorfer Schützenplatz aller Voraussicht nach auch künftig betreiben. Denn ihren einzigen Konkurrenten, den Verein Burgdorfer Wochenmarkt, hat sie mithilfe ihres Anwalts erfolgreich ausgeschaltet. Da die Marktgilde somit nun die einzig verbleibende Bewerberin ist und sie die formalen Voraussetzungen erfüllt, ist die Stadt verpflichtet, ihr den Zuschlag zu erteilen.
Der Verein war von Markthändlern gegründet worden, die auch bisher schon regelmäßig auf dem Burgdorfer Schützenplatz verkaufen und jetzt gern selbst die Regie übernommen hätten. Die Verwaltung wollte ihnen den Vorzug geben und hatte einen entsprechenden Beschlussvorschlag in den Rat eingebracht. Doch das wollte die Marktgilde nicht hinnehmen und drohte der Stadt über ihren Anwalt mit einer Klage.
Außerdem beantragte sie beim Amtsgericht Hildesheim die Löschung des Vereins Burgdorfer Wochenmarkt. Dem Zusammenschluss stehe die Gemeinnützigkeit nicht zu, weil er in erster Linie kommerzielle Interessen verfolge, so das Argument. Damit hatte das Unternehmen Erfolg: Das Gericht hat bestätigt, dass der Verein seine Rechtsfähigkeit verlieren würde, sobald die Stadt ihn mit dem Betrieb des Wochenmarktes beauftragen würde. Denn dann stünden die wirtschaftlichen Ziele eindeutig im Vordergrund.
Daraufhin hat der Verein seine Bewerbung bei der Stadt inzwischen zurückgezogen. „Unser Interesse gilt dem reibungslosen und geregelten Ablauf des Wochenmarktes. Diesen sehen wir durch die Aufrechterhaltung der Bewerbung gefährdet“, schreiben die Vorsitzende Christine Hasenclever und ihr Stellvertreter Christian Swade zur Begründung. Auflösen wolle sich der Verein aber nicht, sondern künftig als Interessenvertretung der Händler gegenüber der Marktgilde fungieren.
Nun bleibt der Stadt rechtlich nichts anderes übrig, als die Deutsche Marktgilde für die nächsten zwei Jahre mit dem Betrieb des Wochenmarktes zu beauftragen. Bürgermeister Armin Pollehn macht keinen Hehl daraus, dass ihm das zuwider läuft. „Wenn man sieht, mit welchen Mitteln das erzwungen wurde, kann sich jeder selbst einen Reim darauf machen, mit was für einem Partner wir es da zu tun haben“, sagte er bei einer Ausschusssitzung im Januar. Er selbst halte den Verein Burgdorfer Wochenmarkt nach wie vor für den geeigneteren Kandidaten. „Er hat ein deutlich größeres Engagement erkennen lassen, auch einen Markt auf dem Spittaplatz anzubieten“, nennt der Bürgermeister einen der Gründe.
Nichtsdestotrotz empfiehlt die Verwaltung den Kommunalpolitikern nun mangels Alternativen die Vergabe an die Deutsche Marktgilde. Der Verkehrsausschuss hat den Beschlussvorschlag am Donnerstagabend bereits einstimmig gebilligt. Formal trifft der Rat am 18. Februar die endgültige Entscheidung. Für die Zeit bis zum Vertrags­abschluss ist die Marktgilde seit Mitte Januar von der Stadt bereits mit der vorläufigen Organisation des Marktes beauftragt.