Verbrecherjagd beim Kürbissüppchen

Während Haushälterin Mrs. Hudson (rechts) und Sprechstundenhilfe Mildred Polish sich in die Haare kriegen, liest Sherlock Holmes unbeteiligt Zeitung.
 
Die berühmte Schauspielerin Gwendolin Astor berichtet Dr. Watson, dass ihr verstorbener Vater zu ihr spricht.

Beim Krimi-Musical „Sherlock Holmes und der Mord in Bakerstreet 221B“ lösen die Besucher im Stadthaus gemeinsam spannende Rätsel

BURGDORF (fh). Wer hat Baron von Krumm bestohlen und anschließend heimtückisch ermordet? Wie konnte sich die Kugel der Wahrsagerin Madame Blavatsky einfach in Luft auflösen? Und warum hört die berühmten Schauspielerin Gwendolin Astor plötzlich die Stimme ihres verstorbenen Vaters? Natürlich kennt der englische Meisterdetektiv Sherlock Holmes längst die Lösungen dieser geheimnisvollen Kriminalfälle. Doch bevor er selbst die Antworten gibt, sollen erst einmal die Gäste seines Geburtstagsdinners unter Beweis stellen, ob sie mit seinen detailgenauen Beobachtungen und seinen messerscharfen Schlussfolgerungen mithalten können.
Am vergangenen Samstag war das Ensemble des Veranstalters "Feine Dinner Show" im Burgdorfer Stadthaus zu Gast und hat das Krimi-Musical „Sherlock Holmes und der Mord in Bakerstreet 221B“ aufgeführt. Dazu servierte der Veranstaltungsservice Burgdorf ein üppiges Vier-Gänge-Menü: Vorspeise, Suppe, Hauptgang und Dessert unterteilten das Stück in fünf kurzweilige 20-Minuten-Akte, bei denen die vier Hauptdarsteller nicht etwa auf der Bühne blieben, sondern die meiste Zeit im Saal inmitten der Zuschauer spielen und ihr Publikum auch immer wieder mit einbezogen. Passend zu den jeweiligen Szenen sangen sie eingängige Schlager und Musical-Songs von "Ein Teelöffelchen Zucker" aus Mary Poppins über den Titelsong aus "Phantom der Oper" bis hin zu "Ein Freund, ein guter Freund" von den Comedian Harmonists.
Bevor die Besucher Sherlock Holmes zum ersten Mal zu Gesicht bekamen, mussten sie sich übrigens etwas gedulden. Denn sein treuer Freund Dr. Watson und seine Haushälterin Mrs. Hudson wollten ihn mit der Geburtstagsparty überraschen! Die Zeit bis zur Vorspeise nutzten sie deshalb, um alles vorzubereiten und den Gästen genaue Instruktionen zu geben: Sobald der Meisterdetektiv den Raum betrat, sollten alle fröhlich "Überraschung" rufen, bunte Luftschlangen pusten und gemeinsam "For he's a jolly good fellow" singen.
Doch mit so viel Trubel konnte Holmes natürlich wenig anfangen - und flüchtet gleich wieder. Erst als die Servicekräfte vom Veranstaltunsgservice Burgdorf die Vorspeisenteller schon wieder abgeräumt hatten, ließ er sich wieder blicken. "Mrs. Hudson hat mich darüber informiert, dass die Anwesenheit auf meiner Geburtstagsfeier eine unverhandelbare gesellschaftliche Konvention ist", teilte er wenig begeister mit.
Keine guten Voraussetzungen für eine fröhliche Abendgesellschaft! Doch glücklicherweise blieb es auch kein gewöhnliches Dinner: Denn schon bald gaben sich ein verrückter Baron, eine abgedrehte Wahrsagerin und eine berühmte Schauspielerin ein Stelldichein, jeweils mit einem geheimnisvollen Kriminalfall im Gepäck.
Für den Meisterdetektiv keine große Herausforderung - doch würden auch seine Gäste auf die Lösungen kommen? Zu jedem Gang gab Holmes ihnen ein neues Rätsel auf, das sich aus der vorherigen Spielszene ergeben hatte. Wenn das Essen serviert wurde, vertieften sich die Besucher deshalb schnell in eher ungewöhnliche Tischgespräche - selbst wenn sie ihre Sitznachbarn vorher gar nicht kannten. Während sie ihre Kürbiscremesuppe löffelten, diskutierten sie lebhaft, wer ein Motiv gehabt haben könnte, den Baron zu erstechen? Der Meisterdetektiv lehnte sich derweil mit seiner Pfeife im Ohrensessel zurück und genoss es, das gemeine Volk im Dunkeln tappen zu sehen...