„Velomania“ zum 20. Geburtstag

Gerhard und Heidrun Rickert begutachten die Neuzugänge für die Radfahrgalerie Burgdorf. (Foto: Joachim Lührs)

Radfahrgalerie Burgdorf wächst auch in der Corona-Zeit

Burgdorf (r/bs). Im nächsten Jahr feiert die Radfahrgalerie Burgdorf ihr 20-jähriges Bestehen. Bereits jetzt beginnen die Vorbereitungen für eine neue Ausstellung, die aus diesem Anlass im Frühjahr 2022 im Stadtmuseum zu sehen ist. Sie trägt den Arbeitstitel „Velomania“. Dabei werden besondere historische und technisch ausgefallene Fahrräder präsentiert, die vorwiegend aus privaten Sammlungen stammen.
Auch in der jetzigen Corona-Zeit verzeichnet die Radfahrgalerie attraktive Neuzugänge. Dabei handelt es sich um ein Rennrad des 2016 verstorbenen ehemaligen Radrennfahrers und niedersächsischen Bahnradmeisters Heiner Brand, der auch zu den „Burgdorfer Köpfen“ der gleichnamigen, in diesem Jahr fortgesetzten Ausstellungsreihe gehört.
Er hat das Fahrrad in den 1970er Jahren zum Einsatz in Zeitfahrrennen selbst konfiguriert und gebaut. Hinzu kommen ein geländegängiges, mit einer speziellen Federgabel ausgestattetes Rennrad der ursprünglich in Braunschweig ansässigen Rennrad-Marke Müsing aus den 1980er Jahren und ein DDR-Kinderroller aus den 1960er Jahren mit Vollgummireifen, der sich von der damaligen Massenfabrikation abhebt.
Begründer der Radfahrgalerie ist Walter Euhus, der seit 1987 historische Fahrräder sammelt und nach 15 Jahren die von ihm zusammengetragenen Exponate als Dauerleihgabe der Stadt Burgdorf übergab. Dies war die Geburtsstunde der neuen Radfahrgalerie Burgdorf.
Im selben Jahr übernahm der VVV die Bestandspflege und präsentiert seitdem in regelmäßigen Abständen Radfahrausstellungen mit wechselnden Thematiken im Stadtmuseum und seit 2008 auch in der KulturWerkStadt. Verantwortlich für die Zusammenstellung sind vor allem Gerhard und Heidrun Rickert, die Walter Euhus seit einigen Jahren zur Seite stehen. Dieser hat bis dahin sämtliche Fahrradausstellungen in alleiniger Regie organisiert.
Als Highlights (mit teilweise kuriosen Titeln) sind seit 2002 zu nennen: „Drahtesel und Stahlrösser - die Highlights der Radfahrgalerie“ (2009), „Mobile Kinderwelten - was Kinder schon immer bewegt hat“ (2011), „Vom Hühnerschreck zum Schluchtenflitzer – wie das Fahrrad den Motor bekam und ein echtes Motorrad werden wollte“ (2012), „Die Welt fährt Rad“ (2015), „Frau und Fahrrad – na und?“ (2017) und „Das Faltrad: vom Klapprad zum Origami auf Rädern“ (2018).
Die Sammlung dokumentiert mit weit über 100 Fahrradexponaten die wichtigsten Stationen der gesamten Fahrradgeschichte seit der Erfindung der Laufmaschine durch Baron Drais von Sauerbronn im Jahr 1817 bis zum modernen Fahrrad der heutigen Zeit. Alle Entwicklungsstufen des Zweirades sind umfassend dokumentiert. Etliche Fahrradkonstruktionen stammen aus internationalen Herkunftsländern.
Dazu kommen einzigartige Sonderkonstruktionen, Designfahrräder, Kinderräder und viele Dinge rund ums Rad wie Ersatzteile, Zubehör, Fahrradwerbung, Fahrradmodelle, Spielzeug und Gebrauchsgegenstände mit Fahrradmotiven.