Umkleiden, Flutlicht und Vereinsbus

Die TSV-Fußballsparte freut sich über die Spende von DFB und NFV für den neuen Vereinsbus: Spartenleiter Dirk Bierkamp, NFV-Präsident Günter Distelrath, sein Stellvertreter August-Wilhelm Winsmann und TSV-Jugendwart Rolf Tameling.
 
Die TSV-Fußballabteilung hat die Flutlichtanlage auf LED-Technik umgerüstet.

Die Fußballabteilung der TSV Burgdorf hat mehrere Großprojekte für insgesamt 600.000 Euro realisiert

Burgdorf (fh). Das Training ist wegen der Corona-Epidemie lange ausgefallen – doch bei der Fußballsparte der TSV Burg­dorf gab es trotzdem eine Menge zu tun. Hinter den Kulissen hat der Vorstand gleich mehrere Großprojekte gleichzeitig umgesetzt und jetzt zu einem glücklichen Ende gebracht: den Neubau des Umkleidetrakts, die Installation einer neuen LED-Flutlichtanlage und nach dem Vandalismusschaden unfreiwillig auch noch die Reparatur von Bande, Werbebannern und Lautsprecheranlage sowie die Anschaffung eines neuen Vereinsbusses. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 600.000 Euro. „Das ist schon eine echte Hausnummer für uns“, betont Spartenleiter Dirk Bierkamp.
Den größten Anteil daran hatte der Anbau an das Vereinsheim im Stadion an der Sorgenser Straße. Geplant wurde das Projekt von dem Architekten Christian Rohlfs, der selbst Vereinsmitglied ist. Im Erdgeschoss beherbergt das neue Gebäude sechs Mannschaftskabinen, eine Kabine für die Trainer und drei Gemeinschaftsduschen. Im Obergeschoss ist ein Besprechungsraum untergebracht. Die Räume sind mit einer leistungsfähigen Lüftungsanlage mit einem Wärmerückgewinnungsgrad von 70 Prozent ausgestattet.
So solle verhindert werden, dass sich wieder Schimmel bildet, wie das im alten Umkleidetrakt der Fall war. Er befand sich auf der anderen Seite des Stadions unter dem Jugendhaus Johnny B. und war sichtbar in die Jahre gekommen. Zusätzlich zum Schimmel an Decke und Fliesen bröckelte an vielen Stellen auch der Putz von den Wänden.
Außerdem standen dort nur vier Kabinen zur Verfügung und das reichte schlichtweg nicht mehr aus. Schließlich ist die Mitgliederzahl allein von 2015 bis 2018 von 230 auf 380 angewachsen und es nehmen deutlich mehr Mannschaften am Trainings- und Spielbetrieb teil. „Vor diesem Hintergrund hat sich die Investition in den Neubau auf jeden Fall gelohnt“, betont Spartenleiter Dirk Bierkamp.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf 450.000 Euro und damit 50.000 Euro mehr, als ursprünglich geplant. Die Stadt Burgdorf und der Landessportbund steuerten jeweils 100.000 Euro bei. Die TSV-Fußballer selbst stemmten einen großen Teil aus finanziellen Rücklagen und über Eigenleistungen. Außerdem warben sie unter anderem über den symbolischen Verkauf sogenannter Superbausteine 25.000 Euro an Spenden ein. Ganz reichte all das nicht aus, sodass sie schließlich noch einen Kredit von 60.000 Euro aufnehmen mussten.
Außerdem hat die Fußballsparte kürzlich ihre alte Flutlichtanlage aus den siebziger Jahren auf energiesparende LED-Technik umgerüstet. Den Großteil der Kosten in Höhe von 55.000 Euro haben der Bund, das ­e.coSport-Förderprogramm der Region Hannover und der Landessportbund übernommen. Die TSV-Fußballabteilung selbst beteiligt sich mit 8000 Euro. „Mit der neuen Anlage sparen wir rund 60 Prozent Energie ein. Das ist gut fürs Klima und macht sich langfristig auch positiv in unserer Kasse bemerkbar“, betont Bierkamp. Ein weiterer Vorteil für die Fußballer: Die Anlage verfügt jetzt über zwei Betriebsarten. „Für Spiele nutzen wir wie bisher die volle Helligkeit, aber für unser Training können wir das Licht deutlich herunterdimmen“, erläutert Jugendwart Rolf Tameling.
Beide Projekte sind jetzt abgeschlossen – und auch die Vandalismusschäden vom Februar hat die Sparte mittlerweile beseitigt. Damals waren Unbekannte ins Stadion eingedrungen, fuhren den Vereinsbulli für die Jugendmannschaften zu Schrott und zerstörten dabei auch noch die Seitenbande, Werbebanner, die Lautsprecheranlage und Paletten mit neuen Pflastersteinen, die vor dem Neubau lagerten.
Obwohl VW einen großzügigen Rabatt gewährte, musste die Fußballsparte für den neuen Kleinbus rund 35.000 Euro hinblättern. Die Versicherung zahlte für das alte Fahrzeug noch 6.500 Euro. Außerdem steuerte die Lotto-Stiftung 10.000 Euro bei, die NP-Sportstiftung 2000 Euro und die Sparkasse Hannover 1000 Euro.
Um die verbleibende Lücke zu schließen, initiierte Jugendwart Rolf Tameling im April eine Crowdfunding-Aktion mit der ehrgeizigen Zielmarkt von 12.500 Euro. Weil nur die Hälfte dieser Summe zusammenkam, erhielten alle Unterstützer ihr Geld zurück – so sieht es das Crowdfunding-Konzept vor. „Einige haben uns ihren Beitrag dann trotzdem als Spende überwiesen“, so Tamling.
Außerdem kamen 2000 Euro vom Deutschen Fußballbund (DFB), 2000 Euro vom Niedersächsischen Fußballverband (NFV) sowie weitere Spenden von der Aktion „Ein Herz für Kinder“ und Sponsoren. „Insgesamt haben wir das Geld für den Bus jetzt zusammen“, zeigt sich Bierkamp erleichtert.
Der Kleinbus ist bereits geliefert und wird von der Firma ­CKT.Folientechnik jetzt noch mit den Vereinsfarben und dem Logo der TSV-Fußballer versehen. Das Fahrzeug wird in erster Linie genutzt werden, um die Mannschaften der neuen Jugendspielgemeinschaft (JSG) Aue-Kicker zu ihren Auswärtsspielen zu bringen.