Uetze unterstützt Brötchentütenaktion

Ein Zeichen gegen Gewalt: Brötchentütenaktion in der Gemeinde Uetze.

Ab Januar 2020 mehr Beratungsangebote in der AWO Frauenberatungsstelle Uetze

UETZE. Die neuen Zahlen, die aktuell von Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey vorgelegt wurden, belegen, die häusliche Gewalt gegen Frauen hat zugenommen. 2018 wurden laut der BKA-Statistik insgesamt 114.393 Frauen (2017: 113.965 Frauen) Opfer versuchter und vollendeter Gewalt. Die Statistik beinhaltet noch weitere alarmierende Zahlen: 122 Frauen wurden 2018 durch Partnerschaftsgewalt getötet, das bedeutet, an jedem dritten Tag. Mehr als ein Mal pro Stunde wird statistisch gesehen eine Frau durch ihren Partner gefährlich körperlich verletzt. Und diese Zahlen bilden nur jene Straftaten ab, die überhaupt zur Anzeige gebracht wurden - die Dunkelziffer ist weitaus höher! Nach sogenannten Dunkelfeldstudien ist jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen. Statistisch gesehen sind das mehr als 12 Millionen Frauen.
Mit der Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ soll genau auf diesen Missstand aufmerksam gemacht werden. Zum 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, wurden 100.000 Brötchentüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt nicht in die Tüte verteilt“. Auf die Tüten gedruckt sind die Telefonnummern von Beratungsstellen an die sich Frauen wenden können, wenn sie Gewalt erleben. Erhältlich sind diese in vielen Bäckereien, Fleischereien, Hofläden, Supermärkten, Kiosken und anderen Verkaufsstellen für Back- und Fleischwaren im gesamten Ostkreis. Unterstützt wird die Aktion von den Gleichstellungsbeauftragten und den Präventionsräten in Uetze, Burgdorf, Lehrte und Sehnde. Allein in der Gemeinde Uetze nehmen 5 Bäckereien sowie die EDEKA-Filialen daran teil.
„Gewalt insbesondere gegen Frauen ist leider immer noch ein Thema, man kann nicht genug darauf aufmerksam machen“, erklärt Uetzes Gleichstellungsbeauftragte Ann-Kristin Drewke, „Wichtig ist es, hinzuschauen, die Augen aufzumachen und Zivilcourage zu zeigen. Gewalt geht durch alle Schichten, man darf nicht wegsehen, das ist eine Haltungsfrage.“
„Die Fälle von häuslicher Gewalt, die bei der Polizei erfasst werden, sind differenziert zu sehen. Es gibt eine hohe Dunkelziffer. Messbar ist, dass der Bedarf an Beratung in der AWO Frauenberatungsstelle stetig steigt“, so Drewke weiter.
Daher werden zum Januar 2020 die Mittel aufgestockt, um mehr Beratung und Präventionsarbeit anbieten zu können. So werden in der AWO-Beratungsstelle dann 16 Stunden pro Woche in der Gemeinde Uetze (Uetze und Hänigsen) beraten werden.
„Die Arbeit dort umfasst ein breites Spektrum. Neben der Erst-Beratung unterstützen wir die Frauen auch auf ihren weiteren Weg“, so Ann-Kristin Drewke.
Betroffene können sich wenden an: Hilfetelefon: 08000 116 016, an die AWO-Frauenberatungsstelle: 05132 82 34 34 oder auch an die Polizei: 110.