"Über Schmerz und Angst reden"

Claudia Neumann gründet eine neue Selbsthilfegruppe für Fibromyalgie. (Foto: privat)

Neue Selbsthilfegruppe für Fibromyalgie kommt im DRK-Aktiv-Treff zusammen

Burgdorf (fh). Anfang September startet eine neue Selbsthilfegruppe für Fibromyalgie, eine chronische Schmerzerkrankung. Claudia Neumann wollte sie eigentlich schon im Frühjahr 2020 gründen und nach einem Bericht im Marktspiegel hatten sich auch schon einige Betroffene bei ihr gemeldet und Interesse an dem Angebot bekundet. Doch zu einem Treffen ist es wegen der Corona-Epidemie bisher nicht gekommen.
Nun nimmt Claudia Neumann einen neuen Anlauf: Die Gruppe trifft sich künftig jeweils am ersten und dritten Mittwoch im Monat von 19 bis 20.30 Uhr im DRK-Aktiv-Treff, Wilhelmstraße 1b. Der erste Termin ist am 1. September. Weitere Infos gibt Claudia Neumann, unter Telefon (0160) 97982674 oder per E-Mail an Claudia.Neumann.68@gmx.de.
Fibromyalgie (von lateinisch ‚fibra‘=Faser sowie altgriechisch ‚mŷs‘= Muskel und ‚álgos‘=Schmerz) verursacht Schmerzen in unterschiedlichen Körperregionen, meist in der Nähe von Muskeln und Gelenken. Hinzu kommen oftmals Schlafstörungen, Erschöpfung und Konzentrationsschwierigkeiten. Die genauen Ursachen sind bis heute nicht bekannt, möglich ist eine gestörte Schmerzverarbeitung. Die Behandlung ist schwierig, da gängige Schmerzmittel versagen und eine medikamentöse Therapie nicht etabliert ist.
Claudia Neumann selbst leidet seit ihrem 25. Lebensjahr an dieser chronischen Krankheit. Zeitweise hat sie deshalb kaum noch das Haus verlassen, bis ihr eine Gruppentherapie vor rund zehn Jahren neue Kraft gegeben hat. Die Selbsthilfegruppe gründet sie, um diese positive Erfahrung weiterzugeben und auch, um selbst weitere Fortschritte zu machen. Dabei soll es einerseits um einen ganz praktischen Erfahrungsaustausch beispielsweise über Ärzte und Kliniken gehen, andererseits vor allem auch darum, über den eigenen Leidensdruck, Ängste und Konflikte zu sprechen. „Ich mache das nicht, um nett zu plaudern, sondern das ist richtig Arbeit für mich“, stellt sie klar und ergänzt: „Es ist erstaunlich, wie viel man allein durch Reden erreichen kann –ganz ohne Medikamente.“