TSV sammelt für neuen Kleinbus

Mit einem Crowdfunding-Projekt will die TSV Burgdorf das fehlende Geld für den neuen Kleinbus sammeln. (Foto: Screenshot)

Im Februar hatten Unbekannte das alte Fahrzeug im Stadion zu Schrott gefahren

Burgdorf (fh). Die Fußball-Abteilung der TSV Burgdorf braucht Ersatz für den Vereinsbulli, den Unbekannte im vergangenen Jahr im Stadion zu Schrott gefahren haben. Dafür bittet sie jetzt um Unterstützung. „Gerade nach dem Anbau an das Vereinsheim haben wir nicht übermäßig Geld und können uns das Fahrzeug nicht mal eben komplett aus eigener Tasche leisten“, sagt Jugendwart Rolf Tameling. Schließlich würde sich der reguläre Preis für einen neuen Kleinbus locker auf 45.000 Euro belaufen.
Dank großzügiger Rabatte der Hersteller und Händler würde die TSV voraussichtlich mit 30.000 Euro auskommen. „Wir stehen im Moment sowohl mit VW als auch mit Mercedes in Verhandlung. Und beide würden uns sehr entgegenkommen“, so Tameling. Außerdem erhalte die Fußballsparte noch 6.500 Euro für das kaputte Fahrzeug und auch einige Sponsoren und Spender haben bereits ihre Unterstützung zugesagt.
Um die verbleibende Lücke von 12.500 Euro zu schließen, setzt die TSV-Fußballabteilung jetzt auf Crowdfunding (von englisch crowd für ‚Menschenmenge‘, und funding für ‚Finanzierung‘). Es geht also um eine Art Schwarmfinanzierung, bei der möglichst viele Unterstützer mit vergleichsweise geringen Summen einen Beitrag leisten können.
Die TSV nutzt dafür die Internetplattform „Fussball-Crowd“, die auch von dem renommierten Fußballmagazin Kicker unterstützt wird. Die Aktion läuft noch bis zum 22. April. Das Besondere: Das Geld geht nicht sofort an den Verein, sondern wird zunächst treuhänderisch verwaltet. „Nur wenn tatsächlich die angepeilten 12.500 Euro zusammenkommen, werden sie uns ausgezahlt. Andernfalls erhalten alle Unterstützer ihr Geld zurück“, erläutert Tameling das Prinzip.
Auch wenn das für die Fußballer mit einem gewissen Risko verbunden ist, im schlechtesten Fall leer auszugehen, hätten sie sich bewusst dafür entschieden. „Wir wollten nicht schon wieder unsere Hand aufhalten und um Spenden bitten, sondern mal einen neuen Weg ausprobieren“, so der Jugendwart. Auch über die Crowdfunding-Plattform sind zwar Spenden möglich, unter der Überschrift „Prämien“ können aber auch unterschiedliche Artikel zum Solidaritätspreis erworben werden.
Im Angebot sind beispielsweise eine Eintrittskarte für ein Spiel der 1. Herren für 15 Euro, eine Tasse mit TSV-Logo für 30 Euro oder ein Trikot für 130 Euro. „Das liegt natürlich deutlich über den Normalpreisen. Schließlich geht es ja darum, mit dem Erlös den Kauf des neuen Kleinbusses zu unterstützen“, erläutert Tameling. Örtliche Unternehmen, die etwas tiefer in die Tasche greifen wollen, können sich auf der Plattform auch für eine Werbefläche auf dem Bus oder ein Werbebanner im Stadion inklusive VIP-Jahreskarte entscheiden.
Anders als in einem Online-Shop werden bei der „Bestellung“ keine Details abgefragt. Wer sich für ein Trikot entscheidet, kann beispielsweise keine Größe angeben und auch beim Werbebanner werden noch kein Format und kein Motiv festgelegt. „Aber keine Sorge! Wir nehmen dann Kontakt auf, um die jeweiligen Wünsche abzusprechen“, sichert Tameling zu.
Zur Vorgeschichte: Am ersten Februar-Wochenende waren Unbekannte ins Stadion an der Sorgenser Straße eingedrungen und haben dort einen der beiden Vereins-Bullis zu Schrott gefahren. Sie rammten unter anderem eine Palette mit Steinen und die Seitenbande. Dabei wurden Metallgeländer, Werbebanner und Lautsprecheranlage in Mitleidenschaft gezogen. An dem Wagen entstand Totalschaden.
Der Kleinbus wurde in erster Linie genutzt, um mit Kindern und Jugendlichen zu Auswärtsspielen zu fahren. Künftig soll er somit vor allem für die Mannschaften der neuen Jugendspielgemeinschaft (JSG) Aue-Kicker zum Einsatz kommen, zu der sich die TSV Burg­dorf mit dem FC Burg­dorf und dem SV Sorgensen zusammengeschlossen hat. „Manchmal werde ich gefragt, warum nicht die Eltern mit ihren Privat­autos die Kinder zu Auswärtsspielen bringen können“, so Tameling. Doch das gehe an der Realität vorbei. „Einige geflüchtete Familien haben gar kein eigenes Auto. Und für alleinerziehende Mütter ist es oft zeitlich einfach nicht machbar. Aber auch, wenn beide Elternteile beruflich stark eingespannt sind, kann es eng werden“, nennt er mögliche Hinderungsgründe. Der Fußballabteilung sei es aber wichtig, allen Kindern die Teilhabe am Training und auch an den Spielen zu ermöglichen.
Im Moment falle das noch nicht so stark ins Gewicht, weil die Saison wegen der Corona-Epidemie zunächst ausgesetzt wurde und seit Mittwoch komplett abgebrochen ist. Doch spätestens wenn es wieder losgeht, werde dringend ein neuer Kleinbus benötigt.
Beim Crowdfunding haben sich in den ersten Tagen seit dem Start bisher 20 Unterstützer mit insgesamt 1.529 Euro beteiligt. Bis zum Ende der Aktion am 22. April muss also noch einiges zusammenkommen. Das Crowdfunding-Projekt ist erreichbar unter www.fussball-crowd.de/gegen_vandalismus.