TSV Hannover-Burgdorf hat nur mit einer überdurchschnittlichen Leistung eine Chance

Trotz der Favoritenrolle der SG Flensburg-Handewitt will sich Asgeir Örn Hallgrimsson von der TSV Hannover-Burgdorf in Flensburg voll ins Zeug legen. (Foto: Holger Staab)

Bei der SG Flensburg-Handewitt ist die TSV erst einmal krasser Außenseiter

BURGDORF (hs). Zum Glück ist die Entscheidung im Kampf um den Klassenerhalt bereits zugunsten der TSV Hannover-Burgdorf gefallen. Auch in der Spielzeit 2012/2013 wird die TSV in der TOYOTA Handball-Bundesliga mitmischen können und vielleicht im Mittelfeld der Liga sogar einige Überraschungen erzielen. Am kommenden Mittwoch scheint im Auswärtsspiel bei der SG Flensburg-Handewitt allerdings keine Sensation möglich zu sein. Die Flensburger sind in dieser Serie überragend und können mit einem Heimerfolg die Champions-League-Teilnahme bestätigen, das werden sie sich nicht nehmen lassen.
Noch zwei Partien, dann wird eine lange Saison in der stärksten Handballliga der Welt auch schon wieder Geschichte sein. Für die TSV Hannover-Burgdorf ist es eine Saison mit vielen Höhen und Tiefen, die letztlich mit dem eigentlichen Ziel Klassenerhalt abschließen wird, nicht mehr und nicht weniger. Die Analyse nach der Spielzeit wird mehr darüber aussagen können. Aber aufgrund der Tatsache, dass die Mannschaft in keiner der 34 Begegnungen der Serie aufgrund von Verletzungen mit kompletter Teamstärke auflaufen konnte und können wird, ist schon aussagekräftig genug.
Am Mittwoch, 30. Mai, ab 20.15 Uhr wird das letzte Auswärtsspiel in der Campushalle in Flensburg angepfiffen und das soll für die TSV-Spieler um Trainer Christopher Nordmeyer ein Erlebnis werden. Denn die Flensburger Halle wird ausverkauft sein und die Stimmung dort ist klasse. Ob es aber auch einen Punktgewinn zu feiern gibt, ist wohl mehr als fraglich, die SG ist zuletzt sehr beständig gewesen und hat Klassespieler im Kader.
In der Saison 2010/2011 landete das Team um Trainer Ljubomir Vranjes noch auf dem 6.Platz und damit auf dem schlechtesten Rang in den letzten zehn Bundesligajahren. Gleich zu Beginn der laufenden Spielzeit zeigte die SG dann aber ihre echte Leistungsstärke und konnte nach einer deklassierenden 21:35-Auftaktniederlage beim THW Kiel eine Siegesserie starten. Mittlerweile hat Flensburg wieder einen Champions-League-Platz gesichert und will sogar die Vizemeisterschaft erreichen. Von diesem Ziel wollen sich die Vranjes-Schützlinge natürlich auch gegen die TSV nicht abbringen lassen.
Mit Akteuren wie den Keepern Mattias Andersson und Sören Rasmussen, den Rückraumspielern Petar Djordjic, Thomas Mogensen oder Lars Kaufmann haben sie große Namen im Kader. Torgefährlich sind darüber hinaus die Außenspieler Anders Eggert und Lasse Svan Hansen. Auch Kreisläufer Michael Knudsen dürfte dafür sorgen, dass die TSV-Torwarte Nenad Puljezevic und Adam Weiner jederzeit beschäftigt sind.
Dann ist da noch Tamas Mocsai, der in der nächsten Saison zu den Niedersachsen wechselt. Er wird Hannover-Burgdorfs Trainer Christopher Nordmeyer wohl schon seine eigene Leistungsstärke zeigen. Der Ungar bekam zuletzt aufgrund der Verletzung von Holger Glandorf mehr Spielanteile und zeichnete sich auf der rechten Rückraumposition aus.
Es wird für Vignir Svavarsson und seine Mitspieler also schwer, gegen die Flensburger zu bestehen. Aber sie werden nicht nur gegen die personellen Vorteile des Gegners ankämpfen müssen. Auch die Atmosphäre in der Campushalle in Flensburg wird am vorletzten Spieltag angeheizt sein. Die Halle fasst 6300 Zuschauer und voraussichtlich wird die TSV vor ausverkaufter Halle spielen.
Nach dem knappen 31:29-Sieg in Hannover warnt Coach Vranjes seine Spieler vor den Landeshauptstädtern und hält sie zu Höchstleistungen an. Damit sind die TSVer krasser Außenseiter. Nur eine überdurchschnittliche Vorstellung mit einer überragenden Chancenauswertung und eine Topleistung in der Defensive könnten für ein knappes Ergebnis, oder sogar einen Erfolg sorgen.
Nordmeyer sieht in jeder Begegnung eine Siegchance und wird sein Team auch gegen den Tabellenzweiten optimal einstellen. „Wir sind Profis und wollen auch in Flensburg unsere Chance suchen“, ist er von der Qualität seiner Mannschaft überzeugt. Leicht wird es nicht, aber auch eine respektable Niederlage wird das Team nicht umhauen. Kapitän Hannes Jon Jonsson und Co freuen sich bereits auf den letzten Spieltag, dann wollen sie in eigener Halle, am 2. Juni ab 16.30 Uhr gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke noch mal einen letzten Erfolg und mit ihren Fans den Saisonabschluss feiern.