Trotz knapper finanzieller Ressourcen wurden wichtige Projekte in Angriff genommen

Bürgermeister Alfred Baxmann. (Foto: Stadt Burgdorf)

Grußwort von Bürgermeister Alfred Baxmann zum Jahreswechsel

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
heute geht das Jahr 2010 zu Ende. Zum Jahreswechsel übermittele ich Ihnen im Namen von Rat und Verwaltung auf diesem Wege unsere herzlichsten Neujahrsgrüße. Diese Grüße verbinden wir mit den besten Wünschen für ein glückliches, zufriedenes und vor allem friedliches Jahr 2011. Sie gelten auch allen Gästen in unserer Stadt sowie den Einwohnerinnen und Einwohnern unserer Partnerstädte.
Dank zu sagen ist zunächst erneut all denen, die sich auch in diesem Jahr mit großem Engagement in den Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Vereinen, Parteien, Verbänden, Bürgerinitiativen und Selbsthilfegruppen für das Gemeinwohl eingesetzt haben. Ohne deren entscheidenden ehrenamtlichen Beitrag könnten in Zeiten leerer kommunaler Kassen viele Leistungen und Angebote für die Menschen in unserer Stadt nicht mehr erbracht werden. Sie tragen ganz wesentlich zur Lebensqualität in unserem Gemeinwesen bei. In besonderer Weise gilt dies für die zahlreichen Ehrenamtlichen, die in unseren freiwilligen Feuerwehren und beim Technischen Hilfswerk in oft schwierigen und gefahrvollen Einsätzen für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger Sorge tragen.
Die bevorstehende Jahreswende gibt Anlass, Bilanz zu ziehen und zugleich auf das vor uns liegende Jahr zu blicken. Trotz der knappen finanziellen Ressourcen, die zur Verfügung standen, konnten auch in diesem Jahr wieder wichtige Projekte in Angriff genommen, fortgesetzt oder zum Abschluss gebracht werden. Zugleich aber bestand auch der Zwang zu einer konsequenten Politik des Sparens, die Rat und Verwaltung auch teilweise unpopuläre Entscheidungen abverlangt hat. Bei allem war es erklärtes Ziel, die ehrenamtliche Arbeit in unseren Vereinen und Verbänden weiterhin mit städtischen Mitteln zu unterstützen.
In den vergangenen Jahren konnten Rat und Verwaltung im Zusammenwirken mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern wichtige Weichenstellungen für die zukünftige Entwicklung unserer Stadt vornehmen. In den nächsten Jahren wird das zentrale strategische Steuerungsinstrument hierbei das im Jahr 2010 erstellte und vom Rat verabschiedete „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“ (ISEK) darstellen. In ihm wurden die räumlichen Leitlinien, Ziele und Schlüsselprojekte der Stadtentwicklung für einen Zeitraum von ca. 15 Jahren in breitem Konsens erarbeitet. Das ISEK ist eine wichtige Grundlage für die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans und eine verlässliche Leitlinie sowie ein Impulsgeber für kommunale und private Investitionsentscheidungen.
Eine besondere Bedeutung wird hierbei Entwicklungsprojekten in der Innenstadt zukommen. Folgerichtig wurde das ISEK durch ein spezielles Innenstadtkonzept vertieft, in dem Ziele und Maßnahmen zu deren Stärkung formuliert werden.
Zuvor wurde die Entwicklung der Stadt über Jahrzehnte von der Frage der zukünftigen, verkehrlichen Anbindung bestimmt. Mit der Inbetriebnahme der neuen B 188 eröffneten sich endlich die langersehnten Perspektiven für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Stadtzentrums. Erste wichtige Entscheidungen hierzu sind getroffen und z.T. bereits in 201 0 umgesetzt worden. Im Zentrum stehen dabei zunächst Umgestaltungsmaßnahmen im innerstädtischen Straßenraum. Über Jahrzehnte war dieser an den Erfordernissen der Bundesstraße ausgerichtet, sie durchschnitt die dicht mit Einzelhandel besetzte Altstadt und trennte diese von den historischen Anlagen des Schlosses, der St. Pankratius-Kirche und dem Stadtpark. Die Aufenthaltsqualität zu steigern, den Durchgangsverkehr zu minimieren, gleichzeitig aber die Erreichbarkeit der Innenstadt mit allen Verkehrsträgern zu sichern, waren und sind die Hauptziele des in 2010 mit ersten Baumaßnahmen begonnenen Stadtraßenumbaus. Dessen Fortsetzung ist in den nächsten Jahren vorgesehen.
Dass diese Umbaumaßnahmen und die damit verbundenen Veränderungen in der Verkehrsführung auch mit Einschränkungen verbunden sind und es einer Phase der Umgewöhnung bei allen Verkehrsteilnehmern bedarf, liegt auf der Hand. Derzeit erleben wir den ersten „Praxistest“ mit all den „Aufgeregtheiten“, die wohl dazu gehören, wie wir aus anderen Städten wissen. Da die Maßnahmen zur Verkehrsführung aber bewusst „umkehrbar“ angelegt sind, werden konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge aus der Bürgerschaft von Rat und Verwaltung gern aufgenommen.
Eine neue Qualität hat auch der Wirtschaftsstandort Burgdorf gewonnen. Von der deutlich verbesserten verkehrlichen Anbindung, insbesondere an die Autobahnen, werden zukünftig sowohl der entstehende Gewerbepark Nordwest als auch die bestehenden Gewerbegebiete, z.B. in Hülptingsen, profitieren.
Als gemeinsame Verpflichtung im Verständnis einer „familienfreundlichen“ Stadt sehen Rat und Verwaltung die ständige qualitative und quantitative Verbesserung von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen in unserer Stadt an. Ziel ist es, im Rahmen des finanziell noch Verantwortbaren ein für alle Beteiligten ausreichendes, den individuellen Bedürfnissen so weit wie möglich Rechnung tragendes Krippen-, Kindergarten- und Hortplatzangebot vorzuhalten, das durch den Einsatz gut ausgebildeter Tagespflegepersonen ergänzt wird.
Die im nächsten Jahr mit erheblichem Mitteleinsatz vorgesehene Einrichtung von Offenen Ganztagsschulen an unseren Grundschulen wird hier ein weiterer qualitativ hochwertiger Baustein sein.
Zur Qualität des Wohnstandortes Burgdorf gehört in einer Stadtgesellschaft mit einem zunehmenden Anteil älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger der Ausbau bedarfsgerechter Einrichtungen und Angebote. Auch hier sind wir - gemeinsam mit den in der Seniorenarbeit aktiven Gruppen, Organisationen und Investoren - auf einem guten Weg, das Angebot auszuweiten und zu verbessern. Als Stichwörter seien nur genannt die Einrichtung von quartierbezogenen Pflege- und Begegnungsangeboten („Burgdorfer Modell“) im Verbund mit Angeboten zu „barrierefreiem Wohnen“ sowie die für das nächste Jahr geplante Eröffnung eines Pflegestützpunktes im Rathaus I, der umfassende Beratungsangebote für die Betroffenen vorhalten soll.
Die Stadt Burgdorf führt seit 2003 in Zusammenarbeit mit dem Verein Stadtmarketing Burgdorf jährliche Themenjahre durch, die durch Veranstaltungen der vielen Ehrenamtlichen, insbesondere in den Vereinen, ausgeführt werden. 2011 steht unter dem Motto „Burgdorf schreibt Geschichte“. Dabei soll nicht nur auf besondere Ereignisse in der Stadtgeschichte zurückgeschaut, sondern auch die Gegenwart mit der neuen B188 Umgehungsstraße und dem damit verbundenen Umbau der Innenstadt in den Blick gerückt werden. Auch die Frage, wie Burgdorf künftig aussehen soll, wird eine wichtige Rolle spielen. Ich möchte Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ermutigen, von den zahlreichen
Veranstaltungen Gebrauch zu machen oder - noch besser - sich als aktiv Gestaltende an dem facettenreichen Themenjahr zu beteiligen.
Im Namen von Rat und Verwaltung der Stadt Burgdorf wünsche ich Ihnen und Ihren Familien, Freunden und Bekannten eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit und ein gutes Jahr 2011.

Alfred Baxmann
Bürgermeister der Stadt Burgdorf