Treffen zum Ferienkompass

Deutlich weniger Teilnehmer als in den vergangenen Jahren, aber trotzdem ein großer Spaß: das Sommercamp der TSV-Turnabteilung. (Foto: TSV Turnen)

Vereine berichten über Anlaufschwierigkeiten bei der Online-Anmeldung / Stadtjugendpfleger Horst Gohla will sich mit Veranstaltern austauschen

BURGDORF (fh). Seit den Osterferien veröffentlicht die Stadt Burgdorf ihr Ferienprogramm nur noch im Internet. Ein gedrucktes Heft gibt sie nicht mehr heraus. Einigen örtlichen Vereinen hat das zuletzt erhebliche Probleme bereitet. "Sonst sind bis zu 70 Kinder bei unserem Sommer-Camp mitgefahren. Dieses Jahr waren es nur 20", berichtet beispielsweise Heidi Ludwig von der TSV-Turnabteilung und ergänzt: "Wir gehen davon aus, dass der Ferienkompass nicht mehr gedruckt wird. Wenn die Kinder das Heft mit nach Hause gebracht haben, war das für die Eltern gleichzeitig eine Erinnerung."
Stadtjugendpfleger Horst Gohla will sich jetzt mit den Veranstaltern, die sich am Ferienkompass beteiligen, über ihre Erfahrungen und Schwierigkeiten mit der neuen Online-Anmeldung austauschen. Dafür lädt er zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung ein. Sie beginnt am Mittwoch, 28. August, um 18.30 Uhr im Jugendhaus JohnnyB., Sorgenser Straße 30. Ein ähnliches Treffen habe er auch schon nach den Osterferien angeboten. "Damals sind aber nicht so viele unserer Einladung gefolgt", bedauert er. Nun hoffe er auf eine bessere Resonanz.
Nicht nur die TSV-Turnabteilung, sondern auch andere Veranstalter berichten von Anlaufschwierigkeiten. "Wir haben noch keine Anmeldungen über die Internetplattform erhalten", sagt beispielsweise Alexander Dedden vom Kinderschutzbund. Auch das Formular auf der eignen Homepage werde kaum genutzt. "Fast alle Teilnehmer haben sich ganz klassisch über unsere Vordrucke angemeldet, die wir auch in den Schulen verteilen", so Dedden. Er vermutet, dass einige Eltern davor zurückschreckten, bei der Registrierung im Internet ihre persönlichen Daten einzugeben. Schon in den vergangenen Jahren seien die Anmeldezahlen aufgrund der Vielzahl ähnlicher Angebote zurückgegangen. „Diesmal waren es aber besonders wenig“, so Dedden. Er hofft, dass die Online-Plattform mit der Zeit besser angenommen und anfängliche technische Probleme behoben würden.
Auch im Nachbarschaftstreff Ostlandring seien weniger Anmeldungen eingegangen, berichtet die Leiterin Marion Jakobi und weist noch auf ein anderes Problem hin: "Gerade für unser Klientel ist es schwieriger geworden. Viele Familien, die den Nachbarschaftstreff nutzen, haben gar keinen eigenen Computer und kein Internet", sagt sie. Der Nachbarschaftstreff habe das Ferienprogramm deshalb ausgedruckt und die Eltern und Kinder vor Ort bei der Online-Anmeldung unterstützt. "Das bieten wir auch in den Jugendhäusern an", betont Stadtjugendpfleger Gohla. Wer keinen eigenen Internetzugang oder Schwierigkeiten bei der Anmeldung habe, könne vorbeikommen und sich helfen lassen.
Die Burgdorfer Tennisvereine hatten keine Probleme, die Plätze in ihren Sommer-Camps zu besetzen. "Einen Großteil können wir sowieso mit Kindern aus den eigenen Reihen besetzen und sind deshalb nicht so sehr auf externe Anmeldungen angewiesen", berichtet Dennis Lohrfink vom TC Grün-Gelb. Und Sabine Pötsch vom TC TSV Burgdorf hat in diesem Jahr sogar wieder deutlich mehr Anmeldungen verzeichnet. "Im vergangenen Jahr hatten wir wegen der Hitze so wenig Rücklauf dass wir unser Tennis-Camp absagen mussten. Diesmal ist es wieder viel besser gelaufen", sagt sie.
Auch ihm sei Kritik zu Ohren gekommen, so Stadtjugendpfleger Gohla. "Es gibt aber auch die gegenläufige Tendenz. Einige Nutzer haben sich auch per E-Mail bedankt, weil sie die Online-Anmeldung einfacher finden", betont er und er fügt hinzu: "Natürlich muss sich so etwas erst einspielen, aber in einem Jahr redet da niemand mehr drüber." Bei den meisten Veranstaltungen der Jugendhäuser sei die Teilnehmerzahl zufriedenstellend gewesen.
Eine Rückkehr zum gedruckten Heft als Ergänzung zum Online-Angebot schließt er aus. "Das wäre aus Kostengründen quatsch", betont er. Er kündigt aber an, künftig mehr Werbung für den Ferienkompass machen zu wollen. "Wir wollen beispielsweise Flyer und Visitenkarten mit der Internetadresse auch direkt an die Kinder verteilen", so Gohla. Außerdem solle früher kommuniziert werden, wann die Anmeldung startet. Für die Herbstferien setzt er das auch gleich in die Tat um: Die Anmeldung solle am 31. August freigeschaltet werden, teilt er mit. Sie ist dann unter www.unser-ferienprogramm.de/burgdorf möglich.