Trauer um Kurt Fuchs

Kurt Fuchs ist im Alter von 89 Jahren gestorben. (Foto: privat)
 
Im Februar 2020 nimmt Kurt Fuchs bei der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Burgdorf die Ehrung für seine 75-jährige Mitgliedschaft entgegen. (Foto: Archiv/Franka Haak)

Der Ehrenstadtbrandmeister und Bürgermedaillenträger ist im Alter von 89 Jahren gestorben

Burgdorf (fh). Als Stadtbrandmeister hat er die Feuerwehr in Burgdorf über viele Jahre geprägt und sich auch danach weiterhin engagiert eingebracht –jetzt ist Kurt Fuchs im Alter von 89 Jahren gestorben. „Er ist der Feuerwehr immer verbunden geblieben und hat bis zum Schluss großen Anteil an ihrer Entwicklung genommen“, betont Ortsbrandmeister Florian Bethmann.
Kurt Fuchs ist in Burgdorf geboren und aufgewachsen und machte sich beruflich später als Maler- und Lackiermeister selbständig. Bereits 1944 war er im Alter von 13 Jahren in die Feuerwehr eingetreten. 1972 übernahm er den Posten des Stadtbrandmeisters. Und obwohl sich an seiner Amtsbezeichnung nicht änderte, hat er zwei Jahre später ganz neue Zuständigkeiten bekommen. Denn durch die Gebietsreform 1974 wurden nicht nur ehemals eigenständige Dörfer zu Ortsteilen von Burg­dorf, sondern auch die acht zugehörigen Feuerwehren wurden unter dem Dach der Stadtfeuerwehr Burgdorf zusammengefasst. Und an deren Spitze wurde Kurt Fuchs gewählt.
Keine ganz einfache Aufgabe, schließlich war jede Freiwillige Feuerwehr vorher ihr eigener Herr gewesen und musste ihre Autonomie nun teilweise aufgeben. „Er hat es geschafft, trotzdem alle irgendwie unter einen Hut zu bringen und zusammenzuhalten“, würdigt Bethmann. Dabei sei Fuchs stets darauf bedacht gewesen, auch die kleineren Ortsfeuerwehren, für die er nun ebenfalls zuständig war, gut auszustatten. „Angefangen bei den Feuerwehrhäusern, über die Fahrzeuge bis hin zum Material“, sagt Bethmann.
Bis 1986 war Fuchs Stadtbrandmeister, danach blieb er noch bis Mitte der neunziger Jahre im aktiven Dienst der Feuerwehr und fuhr mit zu zahlreichen Einsätzen. Nach dem Wechsel in die Altersabteilung brachte er sich dann mit Leib und Seele im historischen Löschzug ein, moderierte zahllose Vorführungen und beteiligte sich auch aktiv daran. An der Gründung dieser Abteilung hatte er als Stadtbrandmeister selbst einen großen Anteil gehabt. „Er hatte nach der Gebietsreform festgestellt, dass in vielen Ortsfeuerwehren noch alte Handdruckspritzen vorhanden waren, auch wenn diese schon lange nicht mehr genutzt wurden“, erläutert Bethmann. Um sie zu erhalten und die damit verbundene Tradition zu bewahren, entstand auf Fuchs‘ Betreiben 1976 der historische Löschzug, damals noch unter dem Namen „Opas Feuerwehr“.
Und Fuchs genoss nicht nur innerhalb der Feuerwehr, sondern auch in der Stadtgesellschaft großes Ansehen. Nachdem er das Amt des Stadtbrandmeisters abgegeben hatte, ernannte ihn der Rat zum Ehrenstadtbrandmeister. Um seine Verdienste zu würdigen, wurde ihm außerdem 2003 die Bürgermedaille der Stadt Burgdorf verliehen. „Kurt Fuchs hat sich in vielerlei Hinsicht um unsere Stadt verdient gemacht und Burg­dorf durch sein Wirken nachhaltig bereichert“, sagt Bürgermeister Armin Pollehn und ergänzt: „Sein Name wird noch oft fallen, imponieren und präsent bleiben.“
Ende Februar dieses Jahres hat Kurt Fuchs bei der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Burgdorf noch eine ganz besondere Auszeichnung erhalten: Er wurde für seine 75-jährige Mitgliedschaft geehrt. Es war eine der letzten großen Veranstaltungen gewesen, die vor dem Lockdown noch unbeschwert stattfinden durften. Und so konnten die Mitglieder Fuchs persönlich im einem dreifachen „Gut Schlauch“ für sein langjähriges Engagement danken.
In der Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) war Fuchs sogar noch länger Mitglied: Dort hatte er bereits 2017 die seltene Auszeichnung für acht Jahrzehnte im Verband erhalten. Und der Burgdorfer Schützengesellschaft gehörte er seit 70 Jahren an. Dafür sollte er eigentlich bei der Maiversammlung ausgezeichnet werden, doch die musste wegen der Corona-Epidemie ausfallen. Und weil die Vereinsmitglieder Kurt Fuchs aufgrund der Kontaktbeschränkungen auch nicht im Pflegeheim besuchen konnten, ließen sie ihm Urkunde und Glückwünsche stattdessen über seine Tochter zukommen.
In die Burgdorfer Schützengesellschaft ist Fuchs 1950 anlässlich des ersten Schützenfestes nach dem Zweiten Weltkrieg eingetreten und im Laufe der Zeit zweimal Schützenkönig geworden. „Er war eine Leitfigur, was das Ehrenamt in Burg­dorf angeht und er war Vereinsmensch durch und durch“, sagt der Burgdorfer Schützenchef Jörg Hoppe. Über 40 Jahre lang hätten die Mitglieder des Junggesellencorps jeweils am Samstag vor dem Schützenfest bei ihm zu Hause die Girlanden für das Schützenheim gebunden. „Das war schon Tradition, als ich selbst der Schützengesellschaft vor 44 Jahren beigetreten bin“, erinnert sich Hoppe und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Er hatte den Schalk im Nacken und hat immer dafür gesorgt, dass alle lustig sind.“