Trauer um Horst Schulz

Horst Schulz ist im Alter von 96 Jahren gestorben. (Foto: privat)
 
Im Jahr 2010 wurde Horst Schulz für seine damals 60-jährige Mitgliedschaft in der Ortsfeuerwehr ausgezeichnet. (Foto: privat)

Heeßeler Ehrenortsbrandmeister ist im Alter von 96 Jahren gestorben

Heeßel (fh). Im vergangenen Sommer hat Horst Schulz noch eine Auszeichnung für seine 70-jährige Mitgliedschaft in der Ortsfeuerwehr Heeßel erhalten – am Montag ist der ehemalige Ortsbrandmeister nun im Alter von 96 Jahren gestorben. Viele alteingesessenen Heeßeler erinnern sich an sein vielfältiges Engagement für den Ort. Anfang 1973 wurde Horst Schulz Gemeindebrandmeister im damals noch selbständigen Heeßel. Und als das Dorf ein Jahr später bei der Gebietsreform zum Ortsteil von Burgdorf wurde, blieb er Ortsbrandmeister.
In seiner rund zehnjährigen Amtszeit bis 1985 prägte er die Rolle der Heeßeler Ortsfeuerwehr innerhalb der Stadt Burg­dorf. „Er hat erreicht, dass ein abgelegtes Tanklöschfahrzeug aus Burgdorf nach Heeßel kam“, erinnert sich Peter Nicks, der damals frisch in den aktiven Dienst der Feuerwehr eingetreten war und später selbst Orts- und Stadtbrandmeister wurde. Außerdem sei es Schulz zu verdanken, dass die Heeßeler Ortsfeuerwehr unter den kleinen Feuerwehren mit Grundausstattung einen Sonderstatus erhielt, weil sie sich auch um die Ortschaften Ahrbeck und Beinhorn kümmerte.
Dabei habe er nicht nur das Wohl der Feuerwehr im Blick gehabt, sondern immer versucht, das Beste für die Dorfgemeinschaft zu erreichen und die Interessen aller zu berücksichtigen. So trat er 1973 auch in den frisch gegründeten Heeßeler Sportverein (HSV) ein und stellte ihm für den Anfang den Übungsplatz der Feuerwehr zur Verfügung. Zudem war er von 1972 bis zur Gebietsreform 1974 Mitglied im Heeßeler Gemeinderat und von 1986 bis 1991 im Burg­dorfer Stadtrat. Doch auch abseits seiner Ämter hat er in Heeßel immer mit angepackt, wenn es etwas zu tun gab.
Horst Schulz war 1925 im Landkreis Köslin im damaligen Pommern zur Welt gekommen. Im Zweiten Weltkrieg wurde er 1943 als Soldat eingezogen und geriet bei Kriegsende in russische Gefangenschaft, wo er unter anderem Zwangsarbeit in einem Bergwerk leisten musste. Nach seiner Freilassung 1949 kam er als Flüchtling über eine kurze Station im Ruhrgebiet nach Heeßel, wo er zunächst auf einem Bauernhof unterkam. 1951 heiratete er und hatte mit seiner Frau drei Söhne.
Beruflich arbeitete er später bei dem Erdölunternehmen Gewerkschaft Elwerath und nach dessen Schließung bei VW. Doch seine Verbindung zur Landwirtschaft blieb. „Wenn er Spätschichten hatte, hat er tagsüber bei der Ernte geholfen und seinen ganzen Sommerurlaub auf dem Mähdrescher verbracht, um die örtlichen Landwirte zu unterstützen“, erinnert sich Nicks.
Vor dem Kriegseinzug hatte er eine Ausbildung zum Pferdewirt und Jockey gemacht und seine Begeisterung für die Tiere blieb. „Vor allem viele Einwohner ohne landwirtschaftlichen Hintergrund, die sich Pferde anschaffen wollten, hat er bei der Haltung beraten. Und wenn sie in den Urlaub fuhren, hat er bis ins hohe Alter das Füttern und Ausmisten übernommen“, so Nicks.
Und auch der Feuerwehr blieb er zeitlebens verbunden. Nachdem er aus dem Amt des Ortsbrandmeisters ausgeschieden war, wurde er zum Ehrenortsbrandmeister ernannt. Außerdem engagierte er sich viele Jahre lang im Histo­rischen Lösch­zug Burg­dorf, um die Erinnerungen an die Geschichte der Feuerwehr sowie die alten Fahrzeuge und Geräte wach zu halten. Außerdem hat er zehn Jahre lang den Bembel-Club der ehemaligen Orts- und Stadtbrandmeister geleitet, bevor er das Amt mit 83 Jahren abgab.
An der Entwicklung der Heeßeler Ortsfeuerwehr nahm er ebenfalls bis ins hohe Alter Anteil. „Noch bis vor zwei Jahren hat er regelmäßig an den Jahreshaupt- und Dienstversammlungen teilgenommen und sich immer aktiv in die Diskussion eingebracht“, würdigt der Heeßeler Ortsbrandmeister Karsten Lübbe und ergänzt: „Die Feuerwehr war ein wichtiger Teil seines Lebens!“