Trauer um Hans-Dieter Morich

Der Burgdorfer Ratsherr Hans-Dieter Morich ist im Alter von 79 Jahren gestorben. (Foto: privat)

Der Burgdorfer Ratsherr ist am Dienstag im Alter von 79 Jahren gestorben

Burgdorf (fh). Ein rotes Cappy und ein Jutebeutel waren sein Markenzeichen, wenn er in der Burgdorfer Innenstadt unterwegs war – am Dienstagabend ist der Ratsherr Hans-Dieter Morich im Alter von 79 Jahren im Krankenhaus gestorben. Eine Woche vorher hatte er einen schweren Herzinfarkt erlitten. „Mit Herrn Morich verlieren wir ein Burg­dorfer Original. Direkte und klare Worte haben sein politisches Wirken über Jahrzehnte zum Wohle unserer Stadt geprägt“, würdigt Bürgermeister Armin Pollehn und ergänzt: „Seine gelebte Bürgernähe wird vielen Burg­dorferinnen und Burgdorfern in guter Erinnerung bleiben.“
Morich stammte aus Thüringen und hat lange in Bad Nenndorf gelebt, wo er sich ebenfalls in der Kommunalpolitik engagierte. In Burgdorf zog er 1996 zunächst für die CDU in den Rat ein. Nach einem internen Streit wechselte er 2011 zur SPD, die er seitdem in dem höchsten Entscheidungsgremium der Stadt vertreten hat. Er hat in vielen Fachausschüssen mitgewirkt, unter anderem für Sozia­les, Umwelt, Kultur und Sport, Feuerwehr sowie Verkehr. 2016 wurde Morich für seine 20-jährige Rats­tätigkeit geehrt. Jetzt hatte er fast sein 25-jähriges Jubiläum erreicht und bei der Kommunalwahl im September wollte er erneut für die SPD kandidieren.
Vor allem die Sozialpolitik und die Wirtschaftsförderung lagen ihm am Herzen. Dafür setzte er sich mit großem Engagement und mitunter recht unkonventionellen Redebeiträgen im Rat und in den Fachausschüssen ein. „Es ging ihm dabei immer um die Menschen und ganz besonders um die Schwächeren in der Gesellschaft“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerald Hinz.
So brachte Morich auch oft Vorschläge und Wünsche ein, die Bürger an ihn herangetragen hatten. „Wenn er in der Innenstadt spazieren ging, hat er immer das Gespräch mit den Burg­dorfern gesucht. Und weil er an seiner roten Mütze und seiner Tasche gut zu erkennen war, haben ihn viele auch von sich aus angesprochen und ihm erzählt, was ihnen unter den Nägeln brannte“, sagt Hinz.
In der Fraktion und im Rat hielt Morich mit seiner Meinung nie hinter den Berg – auch nicht, wenn er damit hin und wieder aneckte. „Er war ein Unikat und das soziale Gewissen Burg­dorfs“, sagt SPD-Ratsherr Karl-Heinz Dralle und fügt hinzu: „Er ist immer für seine Überzeugungen eingetreten. Wenn ihm etwas gegen den Strich ging, hat er sich auch mal gegen seine eigene Fraktion gestellt.“ War er von einem Vorschlag überzeugt, scheute er sich andererseits nicht, ihn in den höchsten Tönen zu loben – selbst wenn er vom politischen Gegner kam.