Traditionsreiche Schützenfesteröffnung mit viel Publikum

: Die Schützengesellschaft zog durch die Stadt zurück zum Festplatz. (Foto: Sina Balkau)
 
Zahlreiche Burgdorfer Bürger waren gekommen, um dem feierlichen Auftakt des viertägigen Schützenfestes beizuwohnen. (Foto: Sina Balkau)

Bieranstich auf dem Festplatz und Großer Zapfenstreich vorm Rathaus

BURGDORF (sib). Die neun Korporationen der Schützengesellschaft Burgdorf eröffneten am Donnerstagabend ihr viertägiges Schützenfest – nach Hannover eines der größten in der Region. Da bei den Burgdorfern die Tradition noch groß geschrieben wird, verlief der Abend nach einem ganz bestimmten Zeremoniell: Begonnen wurde mit dem Bieranstich, es folgten diverse Platzkonzerte, der Ratsempfang und schließlich der Große Zapfenstreich. Mit einem bunten und fröhlichen Umzug ging es anschließend zurück zum Festplatz, um dort die Schaffermahlzeit einzunehmen.
Der Zapfhahn wollte nicht so, wie sich das Bürgermeister Alfred Baxmann und Schützenchef Karsten Siekmann vorgestellt hatten. „Das war ein besonders spritziger Auftakt des Schützenfestes“, kommentierte Baxmann den etwas missglückten Versuch, das 30 Liter-Bierfass anzuzapfen. Der goldene Gerstensaft, der danach noch im Fass war, wurde als Freibier an die Burgdorfer Bevölkerung verteilt.
Auf den Bieranstich folgten mehrere Platzkonzerte vom Spielmannszug der Schützengesellschaft, Fanfarencorps Niedersachsen Celle/Garßen und Spielmannszug Schillerslage, bevor die ganze Gesellschaft zum Rathaus I in der Markstraße marschierte. Dort nahmen die Könige des vergangenen Jahres und der Vorstand der Schützengesellschaft – jeweils mit Begleitung – am Ratsempfang teil, der aus Reden von Bürgermeister und Schützenchef sowie einem Auftritt des Spielmannszuges bestand. Währenddessen gab der Feuerwehrmusikzug Burgdorf-Hänigsen vor dem Rathaus ein Platzkonzert.
Doch der eigentliche Höhepunkt der Schützenfesteröffnung war der Große Zapfenstreich zu Ehren der Vorjahresmajestäten, die sich dazu auf der Rathaustreppe aufstellten. Da die Schützengesellschaft Burgdorf auf eine über 400-jährige Geschichte zurückblicken kann, wird hier noch viel Wert auf das traditionelle Zeremoniell gelegt. Die feierliche und große Zeremonie beinhaltete unter anderem eine Totenehrung, die Serenade mit ausgewählten Musikstücken, das Kommando „Großer Zapfenstreich, stillgestanden“, den Ruf zum Gebet und die Deutsche Nationalhymne – alles vor den Augen der vielen Burgdorfer Bürger, die sich das imposante Schauspiel nicht entgehen lassen wollten.
Erstmals hatte der Spielmannszug der Schützengesellschaft den Großen Zapfenstreich während der Schützenfesteröffnung mit dem Feuerwehrmusikzug Burgdorf-Hänigsen vorgetragen, in den vergangenen Jahren waren immer Musikzüge aus anderen Ortschaften mit dabei. Das Zusammenspiel hat glücklicherweise hervorragend funktioniert, sodass der Höhepunkt des Abends zu einem würdigen Auftakt der viertägigen Feierlichkeiten wurde. Auch die Jugendfeuerwehr Burgdorf leistete ihren Beitrag, indem einige der jungen Feuerwehrleute die brennenden Fackeln hielten, die zum traditionellen Zeremoniell gehören.
Anschließend zogen die neun Korporationen, die verschiedenen Musikzüge, die Gastvereine und der Fanfarenzug „Wikinger Burgdorf“ durch die Stadt zum Festplatz, um dort die Schaffermahlzeit einzunehmen. Die Wikinger feiern dieses Jahr 60-jähriges Jubiläum und haben dazu extra Gäste aus Holland eingeladen: Die Show-Band „Tis nix wut nix“ – was soviel bedeutet wie „Es ist nix und es wird nix“ – geben heute Abend ein Konzert im Zelt, was ordentlich Stimmung verspricht. Auch die Korporation „Aue Rosen“ hat etwas zu feiern. Anlässlich ihres 10-jährigen Bestehens fahren sie morgen beim großen Schützenumzug mit dem Tieflader vor.