Toben unerwünscht?

Mehr Playstation, weniger Bewegung - sieht so die Zukunft im Jugendtreff Kirchhorst aus?

Bewegungsgruppen vom Jugendtreff müssen weiterhin die Kita mit nutzen

VON DANA NOLL

KIRCHHORST. Mit Einzug der neuen Hortgruppe in den Jugendtreff in der Alten Schule in Kirchhorst, haben die Kirchhorster Kinder ihren Toberaum verloren. Als Ersatzlösung gab es laut Beschlussfassung des Rates vom 15. März 2018 eine klar definierte Zielvorgabe, die besagte, dass den Kirchhorster Kindern, die im Rahmen des Jugendtreffs die Angebote nutzen, zum 1. August 2018 ein Container zur Verfügung gestellt wird.
Bis heute warten die Kinder allerdings vergeblich darauf. Arpad Bogya, Bürgermeister der Gemeinde Isernhagen, äußerte sich seinerzeit bereits skeptisch, was die Realisierung eines Containers zum Herbst 2018 betraf. (s. Marktspiegel vom 18. April 2018)
Bislang wurde der Toberaum u.a. vom Jugendtreff genutzt, hier vor allem von der Jugendkarategruppe sowie den Bastel- und Bewegungsgruppen. Diese weichen nun übergangsweise auf den Mehrzweckraum des Kindergartens aus. Sicherlich eine Kurzzeit-Alternative, aber keine Dauerlösung!
Doch die Verwaltung hebt den Beschluss vom 15. März 2018 teilweise auf und rechtfertigt den Verzicht auf einen Container mit einer Ankündigung vom Kultusministerium von Ende August diesen Jahres. Die besagt, den Rechtsanspruch in der Kindertagesbetreuung sicherzustellen, in dem sie die Kommunen durch verschiedene Maßnahmen unterstützen möchte. So sollen zukünftig Schulräume gemeinsam für den Schul- und Hortbetrieb genutzt werden. Voraussetzung dafür ist, eine gemeinsame Nutzungsvereinbarung zwischen Schulträger und Jugendhilfeträger. Diese soll insbesondere die konzeptionelle Ausgestaltung und Einrichtung des Klassenraums regeln. Zudem muss auch der Hort seinen Bildungs- und Erziehungsauftrag angemessen erfüllen – erst dann ist eine Doppelnutzung von Schulräumen möglich.
Der Kirchhorster Ortsbürgermeister Herbert Löffler kann nicht verstehen, „warum die Verwaltungsspitze, aus nicht nachvollziehbaren Gründen, versucht, einen gültigen Ratsbeschluss zu torpedieren.“ 
Die Unterbringung in den Schulräumen sieht er ebenso skeptisch:“Es gibt weder eine solche Nutzungsvereinbarung noch eine konkrete Beteiligung des Kreiskirchenamtes Burgwedel als Hortträger. Es gibt auch keine Konzeption über die Ausgestaltung und Einrichtung der Klassenräume bei Doppelnutzung.“
Die Verwaltung zeigt sich jedoch optimistisch und äußert sich in einer Beschlussvorlage, „dass von keiner Seite Bedenken bestehen, zu einer konstruktiven Lösung zu kommen.“
Derzeit wird an der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen für die Nutzung der Schulräume in der Grundschule Kirchhorst gearbeitet und mit den Schul- und den Hortleitungen gesprochen.
Durch die Möglichkeit der Doppelnutzung von Schulräumen könnte somit auf die Aufstellung von dem Container in Kirchhorst verzichtet werden, denn der Toberaum würde wieder für die Jugendtreffaktivitäten genutzt werden können – eine Entlastung von 160.000 Euro für den Haushalt.
Kein ausreichendes Argument für den Kirchhorster Ortsbürgermeister:“Es gibt keine Aussage über wahrscheinlich notwendige bauliche Veränderungen in der Schule. Diese Kosten müssten gegenüber den Containerkosten gegengerechnet werden. Und schon gar nicht gibt es eine zeitliche Perspektive, ab wann eine Doppelnutzung möglich sein soll.“ Weiterhin fügt Herbert Löffler hinzu:“Bezogen auf den Container, die Nutzung des Toberaums und die Doppelnutzung von Klassenräumen muss eine Gesamtlösung für alle Räumlichkeiten in der Alten Schule gefunden werden und es dürfen Perspektiven, die sich mit der angestrebten neuen Ortsmitte bieten würden, nicht außer Acht gelassen werden.“
Der Sozialausschuss hat der Verwaltung eine letzte Frist bis zur Erledigung und Vorlage der Rahmenbedingungen bis zur nächsten Sitzung im Februar 2019 gesetzt.
Bis dahin müssen die Kirchhorster Kinder aus dem Jugendtreff wohl weiterhin mit den „abgespeckten“ Bewegungsmöglichkeiten auskommen.