THW Burgdorf bewältigte eine schwere Gasexplosion

Mit Hilfe eines Deckendurchbruchs werden die Verletzten aus dem unteren Geschoss geborgen. (Foto: THW Burgdorf)

Gemeinsame Übung mit der Feuerwehr Burgdorf

BURGDORF/HÄNIGSEN (r/jk). Zur Vertiefung der Zusammenarbeit und zur Erprobung der gemeinsamen Fähigkeiten im Einsatz fand eine Übung von Feuerwehr und THW Burgdorf statt. Übungsort war der zum Abriss freigegebene Gasthof Sachsenross in Hänigsen. Ausgearbeitet hatte die Übung der Zugführer des THW Burgdorf, Swen Würriehausen.
Alarmiert wurden die Feuerwehren aus Burgdorf und Weferlingsen sowie der Ortsverband Burgdorf. Angegebene Lage war eine schwere Gasexplosion in der Küche des Gasthauses während einer Feier, wobei es zu schweren Gebäudeschäden gekommen war. Rund 20 Personen sollten sich noch in dem verqualmten und teilweise eingestürzten Gebäude befinden.
Nach etwas über einer Viertelstunde trafen die ersten Feuerwehreinheiten ein und begannen mit den Löscharbeiten und ersten Rettungsmaßnahmen. Dabei stellten sie fest, dass das Treppenhaus und ein größerer Teil des Daches eingestürzt waren und etliche Personen verschüttet wurden. Für die Rettung dieser Menschen wurde das eintreffende THW eingesetzt.
Nach einer ersten Erkundung wurde beschlossen, die verschiedenen Gruppen auf einzelne Einsatzabschnitte aufzuteilen. Die erste Bergungsgruppe wurde zur Rettung der Personen aus dem Dachgeschoss eingesetzt, wofür ein Deckendurchbruch vonnöten war. Dieser wurde nach einer kurzen Begutachtung durch Gruppenführer Stephan Könecke in der Gaststube begonnen. Parallel dazu musste die Fachgruppe Räumen unter der Leitung von Gerrit Schrader mit ihren schweren Aufbrechhämmern den Betonfußboden in der Küche öffnen, da mehrere Personen im Keller verschüttet worden sein sollten. Um der Dunkelheit zuvorzukommen und die Stromversorgung an der Einsatzstelle zu sichern, begann die zweite Bergungsgruppe unter Führung von Gruppenführer Sylvio Zapf mit dem Bau einer Stromversorgung und Bereitstellung von Beleuchtung.
Nach längerer, schweißtreibender Arbeit waren die beiden Durchbrüche geschaffen, so dass die Helfer zu den Eingeschlossenen vordringen konnten. Während die Helfer der ersten Bergungsgruppe das Dachgeschoss durchsuchten und auf erste Verletzte stießen, mussten sich die Helfer der Fachgruppe mit Unterstützung der anderen Bergungsgruppe langsam in den Keller vorarbeiten. Dazu wurde ein Dreibock aufgebaut, über den sich die Helfer in den Keller abseilten und dort die Suche begannen. Parallel dazu unterstützten Feuerwehrkräfte die THW-Helfer im Obergeschoss bei der Rettung und dem Abtransport der Verletzten. Dort musste noch ein Wanddurchbruch gemacht werden, nachdem man aus einem nicht zugänglichen Raum Hilferufe von Personen gehört hatte. Nachdem auch dieser geschaffen war, konnte die Rettung fortgesetzt werden. Nach und nach wurden die ersten Opfer aus dem Gebäude gebracht. Gut zwei Stunden nach Einsatzbeginn wurden dann die letzten Vermissten aus der Gaststätte getragen und die ersten Rückbauarbeiten begannen.
Gegen 21.45 Uhr konnte die Übung schließlich erfolgreich beendet werden. Knapp eine Stunde später endete nach einer kurzen Abschlussbesprechung ein ereignisreicher Übungsabend für die THW-Helfer in der Unterkunft.