Thesen an der Tür von St. Nikolaus

Barbara Gebbe heftet die sieben Thesen an die Tür der St.-Nikolaus-Kirche. (Foto: privat)

Burgdorfer Katholiken beteiligen sich an bundesweiter Aktion von "Maria 2.0" und fordern tiefgreifende Reformen

Burgdorf (r/fh). Barbara Gebbe und Wolfgang Obst von der St.-Nikolaus-Gemeinde haben keine 95 Thesen an die Kirchentür geheftet, sondern nur sieben. Aber so wie Luther vor über 500 Jahren machen auch sie auf Missstände in der katholischen Kirche aufmerksam und fordern tiefgreifende Veränderungen. Sie haben sich damit an einer bundesweiten Aktion der katholischen Bewegung „Maria 2.0“ beteiligt, die sich seit 2019 für Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern einsetzt. Der Zeitpunkt für die Aktion wurde bewusst gewählt, bevor die deutschen Bischöfe zu ihrer virtuellen Frühjahrsvollversammlung zusammengekommen sind.
In ihrer ersten These fordert die Bewegung „Maria 2.0“, dass Frauen Zugang zu allen Ämtern bekommen, also auch Priesterin werden können. Sexualisierte Gewalt innerhalb der Kirche müsse dringend aufgearbeitet werden. Außerdem setzen sich die Unterstützer für die Abschaffung des Pflichtzölibats ein und kritisieren dubiose Finanztransaktionen und persönliche Bereicherung kirchlicher Entscheidungsträger. Ihren Aufruf richten sie an „alle Menschen, die guten Willens sind“.
Aus Sicht des Netzwerkes Maria 2.0, dem nicht nur Frauen angehören, ist es erforderlich, dass die Deutsche Bischofskonferenz beginnt, sich ernsthaft mit den in der katholischen Kirche notwendigen Reformen auseinanderzusetzen, und den Willen zu Veränderungen durch Taten bezeugt. Denn das Vertrauen in die Bereitschaft zur Erneuerung gehe zusehends verloren.
Weitere Informationen sowie der vollständige Text des Aufrufs sind auf der Internetseite www.mariazweipunktnull.de zu finden.