Texas war ein Volltreffer!

PPP-Schützling Phil Köllmann berichtet der Parlamentarischen Staatssekretärin Caren Marks nach seiner Rückkehr aus den USA seine Erlebnisse.

Junior-Botschafter des PPP Phil Köllmann ist zurück

VON DANA NOLL

KIRCHHORST. Die Begeisterung ist dem 17-jährigen Kirchhorster auch knapp drei Monate nach seiner Rückkehr aus den USA noch deutlich anzumerken. Phil Köllmann war im Rahmen des PPP (Parlamentarisches Partnerschafts-Programm) für zehn Monate als Junior-Botschafter in Austin/Texas unterwegs. Im Seehaus Isernhagen traf sich die Parlamentarische Staatssekretärin Caren Marks, die das Programm seit 2002 begleitet, mit ihrem Schützling.
Das PPP-Programm ist ein Stipendienprogramm des Deutschen Bundestag und des US-Congress, mit dem jährlich 360 deutsche und 350 amerikanische Schüler als Stipendiaten in den Austausch gehen. Seit 1983 fördern diese Junior-Botschafter den kulturellen Austausch zwischen den Ländern. Sie besuchen dort eine öffentliche High School und leben in Gastfamilien.
Im Fall von Phil Köllmann, „ein Volltreffer“, wie er erzählt. Seine Gastfamilie, vor allem der 15-jährige Gastbruder Andrew, haben ihn herzlich aufgenommen. „Wir haben oft zusammen gekocht, vor allem Pasta aber auch mexikanisches Essen, daran musste ich mich erst einmal gewöhnen“, so Phil Köllmann schmunzelnd. Fast Food kam - entgegen dem Klischee - nur selten auf den Tisch. „Vielleicht, weil meine Gastmutter Ernährungswissenschaftlerin war“, erzählt er. Besonders beeindruckt hat den 17-jährigen vor allem die Freundlichkeit und Offenheit – ob im Ort, in Geschäften oder an seiner Highschool. „Ich habe mich sonntags immer auf die Schule am nächsten Tag gefreut“, erzählt er. Ungewöhnliche Worte, doch Phil Köllmann beschreibt das so:“Die Schule hat einfach Spaß gemacht. Es gibt viele Kurse und Möglichkeiten, sich sportlich oder künstlerisch zu betätigen. Ich habe rudern gelernt, konnte Tennis spielen oder meinem Hobby Hip Hop nachgehen. Am beeindruckendsten ist der Zusammenhalt zwischen den Schülern und Klassen.“ Von diesem ganz besonderen „Schul-Spirit“ berichten auch die anderen Schützlinge, die aus den USA zurückkehrten, erzählt Caren Marks. „Es ist so eine Art Ganztagsschulen-Konzept. Die Gemeinschaft ist eine andere.“
Durch Zwischenberichte mit vielen Fotos war die Parlamentarische Staatssekretärin immer gut informiert wurden, was ihr Schützling so erlebt. So gab es einen Trip nach New York inklusive Musicalbesuch, einen Rodeo-Besuch und natürlich viele Poolpartys mit seinen neuen Freunden. Doch als Junior-Botschafter des PPP standen für den Kirchhorster auch einige Aufgaben auf dem Programm. So sammelte er gemeinsam mit seiner Gastfamilie Spenden, als ein Hurrican für Verwüstung sorgte oder engagierte sich bei der „Foodbank“, einer Art „Tafel“, die Lebensmittel an Bedürftige verteilt. Mit Arbeitskolleginnen seiner Gastmutter legte er Gemüsebeete in zwei Grundschulen an, die für gesunde Ernährung werben sollten.
Engagiert zeigte sich Phil Köllmann gemeinsam mit Mitschülern bei einer Demonstration, die sich im Zuge eines Amok-Laufes an einer Highschool, gegen die bestehenden Waffengesetze richteten. „Wir haben im Vorfeld Plakate gemalt und sind dann alle geschlossen zur Demo gegangen“, berichtet der Gymnasiast. Auch hier zeigte sich wieder „der starke Zusammenhalt“, der den 17-jährigen stark beeindruckte.
Nun ist Phil Köllmann wieder auf seinem Burgdorfer Gymnasium und wiederholt die 11. Klasse. Durch den Wechsel von G8 auf G9 muss er nun noch drei Jahre die Schulbank drücken. „Das ist egal, meine Zeit in den USA war eine Bereicherung“, so Köllmann, „Ich bedanke mich für die Möglichkeit und kann es jedem nur empfehlen - man kann nur dabei gewinnen!“
Derzeit laufen wieder die Bewerbungsverfahren. Auch junge Berufstätige können sich für ein Stipendiat bewerben. Nähere Informationen gibt es unter www.bundestag.de/ppp.