Systemische Trauerbegleitung – was ist das?

Die Mitarbeiterinnen des Trauercafés Lehrte (von links): Kirsten Jagau-Brinkmann, Gisela Hauschild, Brunhilde Monecke und Helga Götze. (Foto: Ambulanter Hospizdienst)
ALTKREIS BURGDORF (r/jk). Der ambulante Hospizdienst Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze ist seit Jahren u.a. in der Begleitung trauernder Menschen tätig. Jetzt wird das bisherige Beratungsangebot durch die Ausbildung einer ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen zur „systemischen Trauerbegleiterin“ um eine zusätzliche Methode der Begleitung trauernder Menschen erweitert.
Kirsten Jagau-Brinkmann arbeitet seit vielen Jahren ehrenamtlich im ambulanten Hospizdienst. Neben der Sterbebegleitung engagiert sich die 59-jährige Schulpädagogin im Offenen Treff „end-lich leben!“ im Burgdorfer Mehrgenerationen-Haus sowie im „Trauercafé“ in Lehrte. Im April diesen Jahres hat sie die anderthalbjährige Qualifikation zur „systemischen Trauerbegleiterin“ erfolgreich abgeschlossen.
Durch den Tod eines nahen Angehörigen geraten Menschen häufig in eine Lebenslage, die an die Grenzen jeglicher Belastung stößt. Das eigene Umfeld kann diese Situation oft nicht adäquat auffangen. Für Trauernde ist es meist schwierig, nach dem Verlust wieder in den Lebensalltag zurückzufinden, während die Menschen aus der persönlichen Umgebung recht bald erwarten, dass die trauernde Person möglichst schnell wieder „funktioniert“. Der Weg der Trauer ist unter Umständen ein langwieriger Prozess und erfordert dann eine besondere Unterstützung.
„Die Methode der systemischen Begleitung versucht die Umbruchsituation der Trauer im Leben eines Menschen entwicklungsorientiert wahrzunehmen“, so Manuela Fenske-Mouanga, Leiterin des ambulanten Hospizdienstes. „Dabei werden die individuellen Potentiale trauernder Menschen gemeinsam erforscht, um so Kraft und Mut für den Weg der Trauer zu finden. Diese Form der Begleitung ermöglicht mit Blick auf das soziale Umfeld und die Beziehungen einen zusätzlichen Zugang zur Trauer und ihren Umgang damit. Ich freue mich, dass wir mit der Qualifizierung von Frau Jagau-Brinkmann eine weitere Mitarbeiterin hier im Dienst haben, die diese Form der Trauerbegleitung praktizieren kann.“ Neben den Gruppenangeboten des Hospizdienstes, die alle von dafür geschulten Fachkräften begleitet werden, bietet Fenske-Mouanga als systemische Beraterin ebenfalls Unterstützung in Form von Einzelgesprächen für Trauernde an.
Auskünfte und Informationen zu allen Angeboten unter Telefon 05136 897311 oder im Internet unter www.ambulanter-hospizdienst.de und www.dv-hl.de.