Stücke über starke Frauen

In der Gaunerkomödie "Auf und davon" (15. März) kommt der smarte New Yorker Banker Charlie (Gotthard Hauschild) den raffinierten Ganovinnen Elizabeth (Lilli Meinhardt) und Josephine (Angelina Berger) schnell auf die Schliche (Foto: TfN/Falk von Traubenberg)

Für die letzten vier Aufführungen dieser Spielzeit bietet das Theater am Berliner Ring einen Spartarif an

BURGDORF (r/fh). Nach dem Musical "Die Addams Family" geht es im Theater am Berliner Ring bis zur Sommerpause mit einem abwechslungsreichen Programm weiter. Doch so unterschiedlich die vier letzten Stücke dieser Spielzeit auch sein mögen - sie haben doch eine Gemeinsamkeit: Im Mittelpunkt stehen jeweils starke, unkonventionelle Frauen.
In der Gaunerkomödie „Auf und davon“ (15. März) gehen die beiden Ganovinnen Josephine und Elizabeth auf Beutezug. In dem modernen Drama „Dinge, die ich sicher weiß“ (12. April) kämpft die Mutter Fran darum, ihre Familie zusammenzuhalten. In Bertolt Brechts berühmter „Mutter Courage und ihre Kinder“ (3. Mai) will die Marketenderin Anna Fierling mit dem Krieg Geschäfte machen und stellt dafür Moral und Mutterliebe zurück. Und in der Kriminalkomödie „Bella Donna“ (7. Juni) mixt die Kochbuchautorin Carmen Wolf regelmäßig einen Gifttrank an, um ihre Liebhaber wieder loszuwerden.
Für alle, die neugierig geworden sind, bieten die Veranstalter Verkehrs- und Verschönerungverein (VVV) und die Stadt Burgdorf Schnupper-Abos an. Damit können Interessierte zwei der vier verbleibenden Stücke in der laufenden Spielzeit des Theaters am Berliner Ring besuchen. Das Schnupper-Abo ist in den drei Preisklassen 33,90 Euro, 29,90 Euro und 25,90 Euro verfügbar. Verkaufsstelle ist Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, Telefon (05136) 1862.
Die Aufführungen beginnen jeweils freitags um 20 Uhr in der Aula des Gymnasiums, Berliner Ring 27, in Burgdorf. Für das Publikum gibt es eine halbe Stunde vorher eine kostenlose Einführung in die Bühnenhandlung. Für einzelne Aufführungen kosten die Eintrittskarten je nach Preiskategorie zwischen 17 und 24 Euro; Jugendliche zahlen ermäßigt 13 bis 17 Euro. Sie sind im Vorverkauf ebenfalls bei Bleich Drucken und Stempeln erhältlich.


„Auf und davon“ am 15. März

In der Gaunerkomödie „Auf und davon“ werden am 15. März die beiden Ganovinnen Josephine und Elizabeth auf Beutezug gehen. Ihre Masche ist einfach: Die beiden attraktiven und raffinierten Frauen reisen rund um die Welt und leben davon, gutsituierten und leichtgläubigen Herren auf nicht ganz legale Weise das Geld aus der Tasche zu ziehen. Doch der smarkte New Yorker Banker Charlie kommt den beiden auf die Schliche. Die drei gehen also eine zwielichtige Geschäftsbeziehung ein. Doch schon bald finden sowohl Josephine als auch Elizabeth Gefallen an Charlie und versuchen sich gegenseitig in ihren Annäherungsversuchen zu übertrumpfen… Das Theaterstück von Peter Yeldhams hat sich seit seiner deutschen Erstaufführung 1970 in Berlin einen festen Platz auf den Spielplänen erobert.


„Dinge, die ich sicher weiß“ am 12. April

In dem Drama „Dinge, die ich sicher weiß“ beobachtet das Publikum am 12. April, wie Mutter Fran darum kämpft, ihre Familie zusammenzuhalten. Doch je stärker sie sich bemüht, die enge Beziehung zu ihren Kindern aufrecht zu erhalten, desto weiter scheinen diese sich von ihr zu entfernen. Sie gehen letzten Endes doch ihre eigenen Wege, auch wenn dies bedeutet, die Akzeptanz der Eltern zu verlieren. Der preisgekrönte australische Autor Andrew Bovell schrieb ein packendes Drama darüber, was Eltern und ihre erwachsenen Kinder zusammenhält und was sie trennt.


„Mutter Courage und ihre Kinder“ am 3. Mai

In Bertolt Brechts berühmtem Schauspiel „Mutter Courage und ihre Kinder“, das am 3. Mai auf dem Spielplan steht, will die Marketenderin Anna Fierling vom Krieg profitieren. Zusammen mit ihren Kindern Eilif, Schweizerkas und der stummen Kattrin zieht sie während des dreißigjährigen Krieges den kämpfenden Truppen hinterher. Wegen ihres Mutes wird sie auch „Mutter Courage“ genannt. Für sie sind Geschäft und Gewinn wichtiger als Moral und Mutterliebe. Doch am Ende verliert sie fast alles – auch ihre drei Kinder.


„Bella Donna“ am 7. Juni

In der Kriminalkomödie „Bella Donna“, die am 7. Juni aufgeführt wird, entsorgt die Kochbuchautorin Carmen Wolf ihre Liebhaber in regelmäßigen Abständen: Nach dem Ablauf von zwei Jahren verabreicht sie ihnen einen finalen Liebestrank aus dem tödlichen Gift der Tollkirsche, genannt Bella Donna. Danach vergräbt sie die Leichen in ihrem Garten. Stefan Vögel hat mit „Bella Donna“ eine launige Boulevard-Groteske mit einem gehörigem Schuss rabenschwarzem Humor geschaffen. Die Bühnenhandlung setzt am Silvesterabend ein. Carmens aktueller Verehrer heißt Bernie und weiß noch nicht, dass er den Jahreswechsel nicht mehr erleben soll. Doch Carmens Zeitplan gerät an diesem Abend gründlich durcheinander, als unerwartet ihre Tochter und deren Verlobter mitsamt dem zukünftigen Schwiegerpapa vor der Tür stehen...