Stromschläge am Autoscooter

Vier Menschen haben am Autoscooter einen Stromschlag erlitten. (Foto: Symbolbild/Pixabay)

Unfälle auf dem Burgdorfer Oktobermarkt mit vier leicht Verletzten / Polizei sucht nach der Ursache

BURGDORF (fh). Drei Kinder und ein Erwachsener haben am Autoscooter auf dem Oktobermarkt Stromschläge erlitten und sind dabei leicht verletzt worden. Der erste Unfall ereignete sich bereits am Freitagabend, als zwei 13-jährige Jungen das Geländer des Fahrgeschäfts beziehungsweise ein direkt daneben stehendes Straßenschild berührten und Stromschläge bekamen, ebenso wie ein 50-jähriger Angehöriger der Betreiberfamilie, der dem nachgehen wollte. Bei seiner anschließenden Kontrolle habe er dort eine Spannung von rund 90 Volt gemessen, gibt Betreiber Wilhelm Musiolek an.
Nach einer Zwangspause am Freitagabend und einer Überprüfung am Samstagmorgen nahm er den Autoscooter wieder in Betrieb. Doch am Samstagabend erlitt erneut ein 13-jähriger Junge einen Stromschlag. Ein Rettungswagen brachte ihn mit leichten Verletzungen in die Medizinische Hochschule Hannover (MHH). Er musste dort nach Angaben der Polizei aber nicht stationär aufgenommen werden.
Der Vergnügungspark auf dem Spittaplatz wurde nach diesem Vorfall am Samstag­abend geschlossen und der Betreiber baute ihn bereits im Laufe des Sonntags ab. SMB-Geschäftsführer Gerhard Bleich lobt das schnelle und konsequente Handeln von Polizei und Feuerwehr. „Für uns steht Sicherheit an erster Stelle – insbesondere überall da, wo Technik im Spiel ist“, sagte er.
Warum Geländer und Verkehrszeichen sowohl am Freitag- als auch am Samstagabend unter Strom standen, ist noch nicht geklärt. Die Polizei ermittelt in der Sache. „Wir stehen noch am Anfang und werden jetzt untersuchen, ob es sich um einen technischen Defekt oder einen menschlichen Fehler handelte“, so Philipp Hasse, Pressesprecher der Polizeidirektion Hannover.
Betreiber Wilhelm Musiolek kündigt an, auch seinerseits nach der Ursache zu suchen. „Wir sind jetzt am Rotieren, um herauszufinden, woran das gelegen hat“, sagt er. Nach seiner Aussage war der Autoscooter gerade erst gründlich durchgecheckt worden. „Der TÜV Nord hat die Hauptuntersuchung, die alle zwei Jahre ansteht, am Freitagmorgen auf dem Oktobermarkt-Gelände abgenommen“, so Musiolek. Der TÜV wollte sich dazu auf Anfrage des Marktspiegels nicht äußern. „Aufgrund der laufenden Ermittlungen können wir leider im Moment keine Auskunft geben“, so Sprecherin Carolin Roterberg.
Nach den ersten Unfällen am Freitagabend hatte die Freiwillige Feuerwehr Burgdorf als Vertreterin der zuständigen Gefahrenabwehrbehörde das Areal auf zunächst gesperrt und den Hauptstrom abgestellt, sodass nicht nur der Autoscooter, sondern auch das Kettenkarussell und die anderen Attraktionen auf dem Spittaplatz ausfielen. Danach seien die Fahrgeschäfte wieder dem Betreiber übergeben worden. „Vor der erneuten Inbetriebnahme hatte er dafür Sorge zu tragen, sie verkehrstauglich abzusichern“, betont Florian Bethmann von der Feuerwehr Burgdorf und fügt hinzu: „Wir haben ihm zusätzlich die Auflage erteilt, das von einem Elektriker fachgerecht überprüfen zu lassen.“
Dem ist Musiolek nach eigener Aussage nachgekommen. „Der Fehler ist am Samstagmorgen nicht mehr aufgetreten, trotzdem haben wir den gesamten Autoscooter auf Herz und Nieren prüfen lassen“, betont er. Und er habe sogar noch eine weitere Sicherheitsmaßnahme ergriffen: „Wir haben die eigene Stromanlage des Fahrgeschäfts, die für die Beleuchtung erforderlich ist, abgeklemmt und den Autoscooter stattdessen notdürftig von außen angestrahlt.“
Als es am Samstagabend trotzdem zu dem erneuten Unfall kam, sperrte die Feuerwehr den Bereich und stellte erneut den Hauptstrom ab. Sie untersagte den Fahrbetrieb bis zur endgültigen Aufklärung und Behebung des Fehlers. Außerdem stellte die Polizei den schriftlichen Nachweis sicher, in dem der Elektriker seine Untersuchungen am Freitagabend protokolliert hatte. „Das habe ich in die Wege geleitet, weil das alles sehr schwammig und nicht überzeugend wirkte“, so Ortsbrandmeister Bethmann.
Betreiber Wilhelm Musiolek betont, dass er die Vorfälle bedauere. „Ich bin froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist und hoffe, dass es den Kindern wieder gut geht“, sagt er. Die Bestürzung der Eltern könne er nachvollziehen. „Ich bin selbst Vater und vierfacher Opa. Ich würde auch so reagieren, wenn es um meine Kinder ginge“, sagt er.
Der Betrieb gehe bereits auf sein 70-jähriges Bestehen zu und beim Oktobermarkt ist er schon seit der Premiere vor 48 Jahren dabei. „Musiolek ist immer ein verlässlicher Partner gewesen. Das sind exzellente Leute“, betont SMB-Geschäftsführer Gerhard Bleich. In all den Jahren habe es noch nie Unfälle oder Probleme gegeben.