Sternsinger segnen das Rathaus

Sternsinger 2020 im Burgdorfer Rathaus, v.l. Pia Liederhoff, Amelie Stern und Jolanda Kamp.
 
Die Verwaltung war ebenfalls eingeladen, es wurde gemeinsam gesungen und gespendet.

Bürgermeister Armin Pollehn und Mitarbeiter der Verwaltung nehmen die Kinder in Empfang

BURGDORF (dno). Bei Wind und Wetter haben die Sternsinger in den zurückliegenden Tagen den traditionellen Segen zu vielen Häusern gebracht und sorgten damit bereits für die erste gute Tat im neuen Jahr. In festlichen Gewändern der Heiligen drei Könige, Caspar, Melchior und Balthasar zogen sie auch ins Rathaus II ein – immer vorweg, der große, goldene Stern. Dort wurden sie vom Burgdorfer Bürgermeister Armin Pollehn und der Verwaltung begrüßt.
Mit dem Lied „Frieden für die Kinder“ eröffneten die Sternsinger ihren Besuch. Danach wurde traditionell der Segen 20*C+M+B+20 mit Kreide neben den Eingang geschrieben und anschließend noch mit einem passenden Aufkleber ergänzt. „Das hält länger und verwittert nicht so schnell“, erklärten die Sternsinger. Wieder im Rathaus wurde zum Abschluss „Im Namen des Vaters gesungen“, gemeinsam gebetet und Spenden eingesammelt, die von den Gästen reichlich in die Klingelbox geworfen wurden.
Die diesjährigen Burgdorfer Sternsinger waren die zehnjährige Amelie Stern, die bereits zum dritten Mal dabei war sowie Jolanda Kamp und Pia Liederhoff, beide neun Jahre alt. „Wir sind erstmalig dabei und es gefällt uns gut. Es ist schön, Kindern zu helfen, die nicht so viel Geld haben“, erklärten Jolanda und Pia. „Es macht immer wieder Spaß, Kindern aus anderen Ländern zu helfen“, ergänzte Amelie. Die kleinen Sternsinger hatten noch einen langen Nachmittag vor sich, denn noch sieben Häuser wollten besucht werden, um den Segen zu empfangen.
Der Brauch des Sternsingens ist hunderte Jahre alt. Er geht auf die biblischen Sterndeuter aus dem Morgenland zurück, die aus dem Osten nach Jerusalem kamen, um Jesus zu huldigen. Der Segen "20*C+M+B+20", den die Kinder mit Kreide an die Haustür schreiben, steht nicht etwa für die Namen der Könige "Caspar, Melchior und Balthasar" sondern für "Christus mansionem benedicat", was auf Deutsch "Christus segne dieses Haus" heißt. Der Stern steht für den Stern von Bethlehem, dem die Sterndeuter auf dem Weg zur Krippe gefolgt sind. Die drei Kreuze sind Zeichen für den Segen: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Die Zahlen zeigen das jeweilige Jahr an.
Das Sternsingen vor dem Hintergrund des Spendensammelns entstand aber erst 1000 Jahre später, im 16. Jahrhundert. Als Könige verkleidet zogen Jungen und Männer von Haus zu Haus, erzählten von der Geburt Jesu und baten um Gaben. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts soll der Brauch aber in Vergessenheit geraten sein. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Tradition wiederbelebt. Doch dieses Mal mit ganz anderem Charakter: Kinder wurden offiziell als Sternsinger ausgesandt, um Spenden für die Dritte Welt zu sammeln. In Deutschland griff das Kindermissionswerk die Aktion wieder mit dem Ziel auf, Kindern in Not zu helfen. International ist die Sternsingeraktion mittlerweile die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Seit dem Start der Aktion wurden über eine Milliarde Euro für Hilfsprojekte weltweit gesammelt.
Im vergangenen Jahr kamen allein in der St.-Nikolaus-Pfarrgemeinde 13.266 Euro zusammen – ein Rekordergebnis! Davon in Uetze 4.567 Euro, in Hänigsen 2.712 Euro und in Burgdorf 5.987 Euro. Nun hoffen die Sternsinger, dass auch diesmal wieder eine stattliche Summe zusammenkommt.