Starkregen beim Benefiz-Fest bringt Arpker Pferdegnadenhof „Die Arche“ in finanzielle Schieflage

Marion Korroch mit einen Großpferd, das bereits Pflegepaten gefunden hat, und dem Shetland-A Pony „Gorbi“ vor dem Pferdegnadenhof „Die Arche“, dessen Fortbestehen jetzt gefährdet ist. (Foto: Walter Klinger)
 
Zwei der Pferde auf diesem Foto sind blind – „Die Arche“ ermöglicht auch ihnen ein würdevolles Weiterleben in Gemeinschaft. Der Bau des Unterstandes und die Erweiterung des Auslaufes aber müssen vorerst verschoben werden – zuerst müssen SpenderInnen für die bald fällige Landpacht gefunden werden. (Foto: Walter Klinger)

Ein Beitrag von Merle Elisabeth Luft: Entgangener Ertrag gefährdet Pachtzahlung – Nur SpenderInnen können jetzt noch helfen

LEHRTE/ARPKE. Seit nunmehr 27 Jahren rettet der Pferdegnadenhof „Die Arche“ bei Arpke das Leben „ausgedienter“, gequälter, erblindeter und erkrankter Ponys und Pferde, die hier liebevoll versorgt und nach Möglichkeit an geeignete neue BesitzerInnen vermittelt werden. Am neuen Domizil seitlich der Bahnbrücke vor Arpke (Umgehungsstraße, am Abzweig nach Grafhorn) droht dem Vierbeinerasyl nach einem verregneten „Tag der offenen Tür“, der sonst die Jahrespacht erwirtschaftet, nun das Aus. Marion Korroch vom Trägerverein „Hufeisen“, Leiterin des Pferdegnadenhofes von dessen Beginn an, kann – wie schon häufiger in der Geschichte des Pferdeasyls – nur auf schnelle Spenden von Pferde- und Tierfreunden hoffen.
Das Projekt kam durch Marion Korroch ins rollen, als ihr Pflegepferd zum Schlachter gebracht wurde, da die Stute dem Besitzer zu kostenaufwändig wurde. Da dies bestimmt nicht das einzige Pferd war, dem es so ergeht, hat sie den Gnadenhof eröffnet, um bedürftige Pferde aufzupäppeln und sich um sie zu kümmern. Mittlerweile verfügt der Hof über 22 große Boxen mit Auslauf für 22 Pferde und 8 Ponys.
Mit den Aktivitäten und dem Flohmarkt am jährlichen „Tag der offenen Tür“ werden normalerweise die Gelder für die Landpachten des Hofes eingenommen. In diesem Jahr aber regnete es in Strömen, sodass nicht einmal die Vorbereitungskosten herein kamen.
Dennoch ist Marion Korroch den BesucherInnen, die trotz des Regens kamen, sehr dankbar – das Minus wäre sonst noch höher ausgefallen. Die Pachten in Höhe von rund 3.000 Euro werden indes in nur etwas mehr als einem Monat fällig. Zwar rechnet Marion Korroch nicht damit, dass sofort gekündigt wird – aber natürlich haben auch die Landbesitzer ihre Verpflichtungen.
„Wenn wir keine Pacht zahlen, können wir nicht weiter machen und was soll dann mit den 26 Bewohnern im Alter von 1 bis 37 Jahren werden? Noch fünf Wochen und dann sind die Pachten fällig“, schildert Marion Korroch die Situation.
Damit diesen Pferden und Ponys weiterhin ein Leben mit liebevoller Zuwendung und in Würde ermöglicht werden kann, hoffen Marion Korroch und der Verein „Hufeisen“ jetzt auf Spenden auf das Konto 770 1911 302 des Pferdegnadenhofes bei der Volksbank Immensen, Bankleitzahl 251 93 331.
Sechs der Tiere suchen auch ein neues Zuhause. Unter ihnen ist „Gorbi“, ein 1 Jahr junges Welsh-A Pony, das bei Mietnomaden beschlagnahmt wurde und ein auch ein reitbares Großpferd. Beide sind gesund und „auf Schutzvertrag“ abzugeben. Zwei weitere Pferde warten hingegen dringend darauf, einen Platz auf dem Gnadenhof zu bekommen.
Marion Korrochs herzlicher Dank gilt auch Sponsoren wie den Edeka-neukauf-Märkten in Arpke und Hämelerwald, die übrig gebliebenes Obst als Futterbeimischung für die Tiere abgegen und örtlichen Firmen, die einen Bauwagen und Holz gespendet haben.
Noch weitere Sponsoren wären jetzt sehr wichtig, um den Stall auszubessern. Momentan wird auch ein Pferdeunterstand gebaut, für den das Holz bereits auf dem Gelände lagert. Weitere Pläne sind Tore für die Ausläufe der Tiere, Beton für die Stallgasse, zwei Solarplatten für die Stromversorgung und das Einzäunen des noch brach liegenden Teiles der Weide.
Das Pony „Anna“ hat eine der ergreifendsten Lebensgeschichten. Sie wurde in einen öffentlichen Magdeburger Park fünf Jahre an einer drei Meter Kette gehalten, bevor sie aufgefunden wurde. Ihre Hufe waren bereits hoch gewachsen.
Die Pfleglinge geben den Menschen, von denen sie hier gepflegt werden, auch viel zurück. Zwar wird auf dem Gnadenhof Therapeutisches Reiten nicht angeboten, aber Pferde können in vielerlei Hinsicht auch Menschen helfen bei seelischen und sozialen Entwicklungsstörungen oder Behinderungen. Über den pädagoischen Effekt, dass der Umgang mit Pferden das Sozialverhalten fördert, muss heute ja nicht mehr diskutiert werden.
Wer weitere Informationen wünscht, findet sie auf der Internetseite http://www.arche-gnadenhof.de.