Stadtwerke bekommen neuen Chef

Zum Jahreswechsel tritt Frank Jankowski-Zumbrink (rechts) die Nachfolge von Rüdiger Funke als Geschäftsführer der Stadtwerke an.
 
Frank Jankowski-Zumbrink übernimmt die Leitung der Stadtwerke Burgdorf.

Frank Jankowski-Zumbrink wechselt aus Sehnde nach Burgdorf und soll dort neue Geschäftsfelder erschließen

Burgdorf (fh). In einem aufwendigen Auswahlverfahren haben die Stadtwerke Burgdorf bundesweit nach einem neuen Geschäftsführer gesucht. Doch warum in die Ferne schweifen? Aus über 50 Bewerbern haben sich Verwaltung, Politik und die Gesellschafterversammlung der Stadtwerke schließlich in großem Einvernehmen für einen Kandidaten entschieden, der beruflich aus der Nachbarschaft kommt: Frank Jankowski-Zumbrink leitet seit 14 Jahren die Stadtwerke Sehnde; zum 1. Januar 2021 wird er nun nach Burgdorf wechseln. Der 54-Jährige übernimmt den Posten von Rüdiger Funke, der die Burgdorfer Stadtwerke seit ihrer Gründung vor 19 Jahren aufgebaut hat und sich zum Jahresende in den Ruhestand verabschiedet.
Jankowski-Zumbrink ist verheiratet und lebt in Bielefeld. Seinen Zweitwohnsitz hat er bisher in Hannover, könne sich aber vorstellen, ihn nach Burgdorf zu verlegen, wie er im Pressegespräch andeutete. Als er vor mehr als 20 Jahren für die Preussag AG, Vorgängerin der TUI, arbeitete, habe er schon einmal in Heeßel gewohnt. „Und Burgdorf hat mir sehr gut gefallen“, versichert er.
1998 wechselte er dann in die kommunale Energieversorgung. „Das war damals eine Zeitreise, von einem hochdynamischen Konzern in die Welt der Stadtwerke“, erinnert er sich. Doch seitdem habe sich viel getan. Längst seien die Stadtwerke nicht mehr in Watte gepackt, sondern stünden im Markt, müssten Umsätze generieren und Gewinne abwerfen. „Heute sind wir ein Dienstleister wie jeder andere auch. Wir müssen uns nicht verstecken und sind in einigen Bereichen sogar einen Schritt voraus“, betont Jankowski-Zumbrink.
Und was hat ihn zu dem Wechsel nach Burgdorf bewogen? „Ich bin jetzt Mitte fünfzig. Wenn man noch mal etwas Neues machen möchte, dann jetzt“, begründet er. Denn er wolle sich noch nicht zurücklehnen, sondern habe eine neue Herausforderung gesucht.
Und in Burgdorf könnte es für ihn tatsächlich einiges zu tun geben, wie Bürgermeister Armin Pollehn im Pressegespräch andeutete. Die Burgdorfer Stadtwerke sollen nach seinem Wunsch wachsen und sich zusätzlich zu den bisherigen Schwerpunkten Gas, Wasser, Strom, Schwimmbad und Netze noch weitere Geschäftsfelder erschließen. „Es gibt viele spannende Sachen, die man auch selbst machen kann“, pflichtete Jankowski-Zumbrink bei.
Was er damit meinen könnte, zeigt ein Blick nach Sehnde: Dort hat er als Geschäftsführer zusätzlich zur Energieversorgung auch eine kommunale Infrastruktur-Gesellschaft aufgebaut, sie sich beispielsweise um die Erschließung von Baugebieten, die Verwaltung von Schulen, Kindergärten und Gebäuden, aber auch die Errichtung und den Betrieb von Photovoltaikanlagen sowie Dienstleistungen rund um die Immobilie kümmert. Außerdem betreuten die Stadtwerke dort auch die Bauhöfe und die Kläranlage.
In Burgdorf werden diese Aufgaben bisher größtenteils von der Stadtverwaltung selbst bearbeitet, zum Teil aber auch an Privatfirmen fremd vergeben. Welche dieser oder möglicherweise auch anderer Bereiche zukünftig in die Zuständigkeit der Stadtwerke Burgdorf fallen könnten, ließen sich Pollehn und Jankowski-Zumbrink beim Pressegespräch nicht entlocken. „Das ist noch nicht soweit gediehen, dass wir damit an die Öffentlichkeit gehen. Zunächst stehen interne Gespräche an“, so Pollehn.
Aus seiner Sicht sei Jankowski-Zumbrink aber auch noch aus einem anderen Grund ein Glücksfall für Burgdorf. Weil er sich in großer Harmonie sowohl von seinen bisherigen Mitarbeitern als auch von der Sehnder Stadtverwaltung verabschiede, könne er auch die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen im Ostkreis stärken. Diese Hoffnung äußert auch der Sehnder Bürgermeister Olaf Kruse in einer Pressemitteilung. Er lasse Jankowski-Zumbrink nur ungern ziehen, könne den Wechsel und die damit einhergehende berufliche Fortentwicklung aber nachvollziehen und wolle auch zukünftig im Austausch bleibe.