Stadtmuseum soll wieder öffnen

Erst einmal schließt Jürgen Diederichs das Stadtmuseum nur für die Vorbereitungen auf, doch ab Pfingstsonntag soll es auch wieder für Besucher öffnen.
 
Vom 31. Mai an ist im Stadtmuseum die Ausstellung "Kuriositäten auf zwei Rädern" zu sehen. Ein Plakat weist schon auf die baldige Öffnung hin.

Der VVV-Arbeitskreis bereitet die Ausstellung „Kuriositäten auf zwei Rädern“ vor, die vom Pfingstwochenende an gezeigt wird / Jahresprogramm muss angepasst werden

BURGDORF (fh). Die Corona-Epidemie hat auch das Ausstellungsprogramm von Stadtmuseum und KulturWerkStadt ordentlich durcheinandergewirbelt. Fast acht Wochen lang mussten sie laut Verordnung der Landesregierung geschlossen bleiben, seit Anfang Mai dürfen Museen zwar wieder öffnen - doch der Arbeitskreis des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) kann nicht einfach dort weitermachen, wo er im März aufgehört hat. Denn nicht jede Ausstellung lässt sich angesichts der Abstands- und Hygieneregeln umsetzen. "Gerade in diesem Jahr wollten wir eigentlich einen Schwerpunkt auf Kinder und Jugendliche legen. Vieles davon müssen wir nun absagen oder verschieben, weil es bei diesen Formaten auch Möglichkeiten zum Mitmachen geben sollte", sagt VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich.
Davon ist auch die Lego-Ausstellung betroffen, die eigentlich am 1. Juni eröffnet werden sollte. "Dort hätten die jungen und älteren Besucher natürlich auch zusammen bauen sollen. Das ist im Moment nicht möglich", betont Bleich. Deshalb werde diese Ausstellung nun abgesagt, sie solle aber in jedem Fall nachgeholt werden, falls möglich im Herbst, sonst im nächsten Jahr.
Das gleiche gelte auch für die Themenjahr-Ausstellung "Natürlich Burgdorf!". Als die Landesregierung am 16. März die umfangreichen Beschränkungen für das öffentliche Leben beschlossen hat, war sie im Stadtmuseum schon komplett aufgebaut. Schließlich hätte sie nur fünf Tage später öffnen sollen! "Es war alles fertig vorbereitet", blickt Bleich zurück.
Doch wenn das Stadtmuseum Ende Mai wieder öffnet, werden die Besucher diese Ausstellung trotzdem nicht zu sehen bekommen. Schließlich hätte auch diese Schau von einem vielfältigen Beiprogramm mit Mitmachaktionen, Workshops und Konzerten gelebt. Weil all das im Moment nicht erlaubt ist, will der VVV auch die Themenjahr-Ausstellung lieber auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Was die Ehrenamtlichen im März mit viel Liebe aufgebaut hatten, haben sie deshalb nun erst einmal wieder abgebaut. "Die geliehenen Exponate haben wir wieder zurückgegeben und den Rest eingelagert", so der VVV-Geschäftsführer.
In den zurückliegenden Tagen und Wochen hat er zusammen mit dem Arbeitskreis ausbaldowert, wie sie den Besuchern im Laufe der nächsten Monate trotzdem ein spannendes Programm bieten können. Ihr Plan: Von Pfingstsonntag, 31. Mai, an soll zunächst das Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) seine Türen immer sonntags von 14 bis 17 Uhr öffnen. Dort wird dann die Ausstellung „Kuriositäten auf zwei Rädern“ zu sehen sein, die eigentlich für die KulturWerkStadt vorgesehen war. "Wir haben sie noch einmal deutlich erweiert. Es werden nun nicht nur ungewöhnliche Fahrräder aus dem eigenen Bestand gezeigt, sondern weitere Exponate aus der ganzen Bundesrepublik, beispielsweise aus dem Deutschen Museum in Berlin und aus Frankfurt. "Die müssen wir zum Teil noch abholen, weshalb wir auch erst in zwei Wochen öffnen können", erläutert Bleich.
Aber nicht nur mit den Ausstellungsinhalten muss sich der VVV-Arbeitskreis im Moment beschäftigen, sondern auch mit den Abstands- und Hygieneregeln. "Vom Museumsverband haben wir ein dickes Buch mit Regeln und Empfehlungen bekommen, das wir jetzt abarbeiten", sagt Bleich und ergänzt: "Wir werden das alles gut hinbekommen, aber es ist mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden."
So sollen am Eröffnungswochenende beispielsweise vier Mitglieder des Ausstellungsteams vor Ort sein, statt gewöhnlich zwei, um die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren. "Das ist schon eine Herausforderung, weil das ja alles Ehrenamtlich sind und viele von ihnen aufgrund ihres Alters außerdem zur Risikogruppe gehören. Das sei auch ein Grund, erst einmal nur das Stadtmuseum zu öffnen und mit der KulturWerkStadt noch abzuwarten. "Wir müssen uns da langsam herantasten", so Bleich.
Spätestens im Herbst sollen aber auch in der KulturWerkStadt wieder zwei Ausstellungen gezeigt werden - nämlich vom 5. September bis 11. Oktober die Schau "90 Jahre Stadtbücherei Burgdorf" und vom 14. November bis 31. Januar "Als der Strom nach Burgdorf kam."