Stadtmarketing präsentierte „Hermann Löns 1893 in Burgdorf“

Erich Rode (Mitte) erläuterte den geschichtlich interessierten Radlern die Route des Literaten Hermann Löns durch die Umgebung rund um Burgdorf. (Foto: Stadtmarketing)

Premiere der neuen stadtgeschichtlichen Erlebnisradtour

BURGDORF (r/jk). Großen Anklang fand die neue stadtgeschichtliche Erlebnisradtour „Kleinstädtisch, aber nett - Hermann Löns 1893 in Burgdorf“, zu deren gelungener Premiere der Verein Stadtmarketing Burgdorf e.V. (SMB) am Pfingstmontag einlud. Die vier Stadtführer Erich Rode, Peter Pfeiffenbring, Dieter Frank und Dieter Kleinschmidt teilten sich die Leitung und begaben sich mit 35 Teilnehmern bei angenehmem Sommerwetter auf die Route, die der prominente Literat Hermann Löns bei einem Aufenthalt in Burgdorf im Juni 1893 eingeschlagen hatte. Der bekannte Heimatdichter besuchte die Stadt im Auftrag einer Hannoverschen Zeitung und formte aus seinen Erlebnissen einen poetisch verklärten Bericht über das damalige Burgdorf kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert.
Im Gegensatz zu Hermann Löns´ damaligen Besuch, der anfangs unter Regenwetter zu leiden hatte, verzichtete das Wetter dieses Mal auf unangenehme Kapriolen und begleitete die Teilnehmer der Erlebnisradtor mit Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen. Stadtführer Peter Pfeiffenbring übernahm die Rolle des Heimatdichters und klärte seine Begleiter über die Hintergründe „seines“ Besuches in der Auestadt auf. Anschließend ging es zum Magdalenenfriedhof, auf dem Hermann Löns seinen ersten Halt einlegte, nachdem er sich schon beim Verlassen des Bahnhofs vom sympathischen Erscheinungsbild der Stadt beeindruckt gezeigt hatte.
Dem damaligen Spazierweg des Dichters folgend, fuhren die Radler weiter zum Gasthaus Haase in Ahrbeck, an dem ihnen dessen Besitzer Albert Schewe einen besonderen Empfang mit einem von ihm und seinen Jagdhornkameraden geblasenen Ständchen bereitete. Sichtlich beeindruckt von dieser Überraschung setzten die Spurensucher ihren Weg fort und begaben sich nach Heeßel. An dessen Ortseingang hieß sie Dieter Frank als zu Löns´ Zeiten amtierender Ortsbürgermeister Scherzinger willkommen und berichtete ihnen, welche Begegnungen der Dichter bei seinem Eintreffen in Heeßel hatte. Durch das Waldgebiet, in dessen Grenzen eine nur noch von einer einsamen Erinnerungstafel vor dem Vergessen bewahrte Burg stand, deren letzte Spuren schon vor vielen Jahrhunderten vom Erdboden vertilgt wurden, fuhren die Radler weiter in Richtung Steinwedel zur ehemaligen Depenauer Mühle. Wo heute eine Tierpension beheimat ist, drehten sich über viele Jahrzehnte die fleißige Räder einer Windmühle, deren mangelnder Ertrag aber schon 1866 den Müller zwang, den Betrieb einzustellen.
Auf ihrem Rückweg gelangten die Radler über das sicher nicht zu unrecht als „Paradies“ titulierte Landschaftsgebiet zwischen Steinwedel und Burgdorf zum alten, aus dem Jahr 1680 stammenden Forsthaus am Försterberg, dessen Besitzerin sie durch die Innenräume führte, und gingen dann zur benachbarten Gärtnerei „Vier Jahreszeiten“. Dessen Geschäftsräume beherbergten zu Löns´ Lebenszeit die Gärtnerei Tegtmeier. Als charmante Geste der Veranstalter, die ihre Wirkung nicht verfehlte, erhielt hier jede teilnehmende Radlerin eine Rose vom Heimatdichter verehrt.
Auf dem Lönsweg im Stadtpark – erst vor kurzem mit einem eigenen Schild als solcher ausgewiesen - erinnert ein Gedenkstein an den Besuch des Heimatdichters. Zu ihm fuhren die Teilnehmer auf ihrer letzten Wegetappe und begaben sich abschließend zur St. Pankratius-Kirche. Von deren Turm bot sich schon Hermann Löns eine herrliche Aussicht auf die malerische Umgebung, die ihn in seinem Bericht zu einer idyllischen Bildersprache inspirierte, die auch nach über 100 Jahren ihre Wirkung nicht verfehlt.
Gruppen und Vereine können die neue stadtgeschichtliche Erlebnisradtour um den Heimatdichter Hermann Löns bei SMB-Geschäftsführer Gerhard Bleich (Tel. 05136/ 1862) buchen.