Stadtgeschichte für unterwegs

Blick auf die Marktstraße im Jahr 1924. In der Hausnummer 13 ganz links auf dem Bild befand sich damals ein Rathaus. (Foto: VVV/Archiv)
 
An der Ecke Marktstraße/Poststraße gegenüber von der heutigen HAZ/NP/Marktspiegel-Geschäftsstelle befand sich einst das Gasthaus "Ratskeller". (Foto: VVV/Archiv)

Der Verkehrs- und Verschönerungsverein bietet zweiten virtuellen Rundgang an

Burgdorf (r/fh). Nicht einmal einen Monat nach dem ersten virtuellen Stadtrundgang legt der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) nach und präsentiert eine neue Ausgabe - diesmal liegt der Schwerpunkt auf der Innenstadt. "Bei der Premiere hatten wir eine tolle Resonanz. Das lässt sich an den Abrufzahlen im Internet ablesen. Außerdem haben sich auch viele einen Ausdruck bei uns abgeholt", begründet VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich. Außerdem habe er telefonische Nachfragen erhalten, ob eine Fortsetzung geplant sei. Das ließ er sich nicht lange bitten, sondern machte sich zusammen mit Burkhard Wolters (Text) und Joachim Lührs (Fotos) an die Arbeit.
Auch die zweite Ausgabe gibt wieder Anregungen für einen rund einstündigen Rundgang und umfasst neben einer detaillierten Streckenbeschreibung auch Infotexte und Fotos zu den einzelnen Stationen. Er steht auf der Internetseite www.vvvburgdorf.de als PDF-Datei zum kostenlosen Download bereit und kann entweder ausgedruckt oder unterwegs auf dem Smartphone aufgerufen werden. Eine gedruckte Version ist für eine Schutzgebühr bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, Telefon (05136) 1862, erhältlich.

Kreisblatt und Polizeirevier


Startpunkt ist die ehemalige Synagoge in der Poststraße (heute KulturWerkStadt). Auf dem Weg entlang der Marktstraße bis zur St.-Pankratius-Kirche, führt der Weg vor allem an Geschäften vorbei. Doch einige von ihnen wurden früher einmal ganz anders genutzt: im Rossmann-Drogeriemarkt befand sich früher beispielsweise das Burgdorfer Kreisblatt, inklusive eigener Druckerei. Die Rechtsanwaltskanzlei nebenan wurde von 1914 bis 1951 als Rathaus genutzt und Virkus-Optik beherbergte von 1935 bis 1949 das Burgdorfer Polizeirevier.

Mord im Pfarrwitwenhaus

Danach geht es weiter in die Burgdorfer Altstadt zum Pfarrwitwenhaus an der Mittelstraße. Vor über 175 Jahren ist es in die Schlagzeilen geraten, weil dort ein Schlachter einen brutalen Mord verübt hat. Weitere Stationen sind das Grundstück des ehemaligen Elektrizitätswerks, das heute die Geschäftsstelle des Stadtmarketingvereins beherbergt sowie das älteste Haus der Stadt an der Kleinen Bahnhofsstraße.

Nudeln und Konserven made in Burgdorf

Danach führt der Weg zur Gartenstraße, deren Erscheinungsbild sich in den vergangenen Jahrzehnten besonders deutlich verändert hat. So befand sich an der Ecke zur Feldstraße von 1890 bis 1955 die Burgdorfer Nudelfabrik, deren Produkte auf den Tellern von Nudelliebhabern in ganz Deutschland zu finden waren. Noch bedeutendere Akzente in der städtischen Wirtschaftsgeschichte setzte die von 1892 bis 1971 betriebene Konservenfabrik, deren Werksgelände sich von der Garten- bis zur Heinrichstraße erstreckte, begrenzt durch die Wallgarten- und Schulstraße. Davon zeugt heute nur noch der alte Wasserturm.

Kino und Ratskeller

Danach geht es entlang der Straße Vor dem Celler Tor weiter, vorbei am Stadion und der ehemaligen Realschule (heute IGS). Auf dem Weg zurück zum Ausgangspunkt vor der KulturWerkStadt liegen noch zwei weitere Stationen an der Marktstraße: die Filiale der Sparkasse Hannover, an deren Stelle sich früher ein Kino befand sowie die Brasserie und Eisdiele gegenüber der heutigen HAZ/NP/Marktspiegel-Gechäftsstelle, deren Vorgänger von 1922 bis 1965 der "Ratskeller" und anschließend viele Jahre lang das Schuhhaus Wotschke waren. Ein weiteres Gasthaus befand sich übrigens bis in die 1990er Jahre gegenüber von der KulturWerkStadt.