Stadt will veränderte Verkehrsbeziehungen stärker kommunizieren

Burgdorfs Kontaktbeamter Jörg Windfuhr und der örtliche ADFC um Beate Rühmann (v.li.) sind Partner bei der städtischen Aufklärungsoffensive zum richtige Verhalten auf den neuen Verkehrsbeziehungen. (Foto: Georg Bosse)

Mit Theorie und Praxis „Fit fürs (Fahrrad-)Fahren“ auf neuen Verkehrsführungen

BURGDORF (gb). Nach der immer noch vieldiskutierten Umgestaltung der Innenstadt müssen sich die Radfahrer in Burgdorf mit veränderten Verkehrsführungen anfreunden. Das gilt im Besonderen schon für die auf Tempo 20 herunter geregelte Marktstraße und künftig auch für die Nord-Süd-Achse mit dem voraussichtlich im Herbst fertiggestellten Kreisverkehrsplatz (KVP) „Schwarzer Herzog“.
Um den radelnden Verkehrsteilnehmern ihre Unsicherheiten im Umgang mit den neuen Regelungen zu nehmen, plane die Stadt, die aktuellen Verkehrsbeziehungen möglichst mit Unterstützung der örtlichen Printmedien stärker zu kommunizieren, so Bürgermeister Alfred Baxmann. Für diese Aufklärungsoffensive hat sich die Verwaltung bislang die Polizei, den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) sowie den Burgdorfer Seniorenrat als Partner ins Boot geholt. Einen diesbezüglichen Anfang hat der Seniorenrat bereits gemacht. Jeden dritten Mittwoch im Monat vermittelt der Celler Fahrlehrer Günter Brunotte unter dem Motto „Fit fürs (Fahrrad-)Fahren“ zwischen 10 und 12 Uhr theoretische Grundlagen anhand bestehender Situationen in Burgdorf. Die kostenfreie Veranstaltungsreihe, die Paula Kusber vom Seniorenrat angestoßen hat, findet im Burgdorfer Mehrgenerationenhaus (BMGH) in der Gartenstraße nicht nur für ältere Radler statt.
Weil bekanntermaßen Theorie und Praxis zwei verschiedene Dinge sind, will der Fahrrad-Club interessierten Radfahren, geführt von seinen Mitgliedern, ab Mai Gruppentouren zu den „problematischen“ Punkten in der Stadt anbieten. Die so in der Praxis gewonnene Sicherheit soll die Radler dann dazu veranlassen, sich ohne Furcht in den langsam fließenden Verkehr auf der Marktstraße einzureihen und in der City nicht weiterhin rücksichtslos gegen alle Verkehrsregeln auf den verlockend breiten Fußgängerwegen zu radeln. Dazu wurden auch Forderungen nach stärkeren Polizeikontrollen laut. „Allen Regelverletzungen Herr zu werden, kann die Polizei wohl auch nicht mit Hundertschaften leisten. Hier besteht generell ein gesamtgesellschaftliches Problem“, entgegnete Burgdorfs Kontaktbeamter Jörg Windfuhr.
Windfuhr hat Erfahrungen mit Verkehrserziehung und Fahrradprüfungen mit Viertklässlern in den Grundschulen, die in der Regel im Frühjahr durchgeführt werden. Weil aber der Umbau der Kreuzung „Schwarzer Herzog“ zum „Kreisel“ erst später fertig sein wird, plant die Polizei hierzu im Herbst eine entsprechende Aktion mit Fünftklässlern. Darüber hinaus regte Jörg Windfuhr an, Verkehrsteilnehmer für ihr Verhalten zu sensibilisieren, indem ihnen rote und grüne Karten von Kindergartenkindern gezeigt werden. „Eine sehr schöne und gute Maßnahme, die bei den Betroffenen sicherlich eher im Bewusstsein bleibt“, waren sich Burgdorfs ADFC-Vorsitzende Beate Rühmann sowie Moderator „Verkehrserziehung & Verkehrsaufklärung“ Günter Brunotte einig, dessen Schulung „Fit fürs Fahren“ im BMGH am Mittwoch, 17. April, ausnahmsweise ausfallen muss.