Stadt verspricht Verfahrenstransparenz zur geplanten Biogasanlage

BIBO-Sprecher Dr. Volkhard Kaever (stehend) und Gertrud Blees (li.) waren aufmerksame Zuhörer auf der jüngsten Bauausschusssitzung, als die Tagesordnung auf die Biogasanlage in Hülptingsen zu sprechen kam. (Foto: Georg Bosse)

Expertenpodium soll im Januar 2011 widerstreitende Argumente offen austauschen

BURGDORF/HÜLPTINGSEN (gb). „Damit nichts unter den Teppich gekehrt wird...“, hieß es in einer MARKTSPIEGEL-Titelgeschichte, die sich mit dem aktuellen Sachstand in Sachen „geplante Biogasanlage in Hülptingsen“ ausführlich beschäftigte. Dort versprach Bürgermeister Alfred Baxmann ein „höchstmögliches Maß an Transparenz auf inhaltlicher und verfahrenstechnischer Ebene“ beim Meinungsfindungsprozess. Dieses Versprechen wiederholte der Verwaltungschef auf der jüngsten Bauausschusssitzung gegenüber den Ausschussmitgliedern und den anwesenden Gegnern der Anlage, die sich zwischenzeitlich in der BürgerInitiative Burgdorf Ost (BIBO) organisiert haben.
Die BIBO-Sprecher Dr. Volkhard Kaever und Gertrud Blees sowie der Wortführer des Biomassenanlagen-Projekts, Landwirt Andreas Bethmann (Hülptingsen), waren dabei, als Baxmann bekräftigte, dass eine zentrale Informationsveranstaltung im Januar 2011 diese Transparenz herstellen solle. Dazu sollen Befürworter und Gegner jeweils zwei eigene Experten benennen, die mit Kompetenz die Interessen ihrer Parteien vertreten dürfen. Somit sollen die gegensätzlichen Auffassungen die Möglichkeiten erhalten, für die Akzeptanz ihrer Standpunkte zu werben. Darüber hinaus könnte dieses „Anhörungsverfahren“ von einem externen Journalisten, vorzugsweise aus dem wissenschaftlichen Bereich, moderiert werden. „Hierbei würde sich die Verwaltung sehr zurückhalten und genau zuhören“, sagte Baxmann, der andeutete, dass die Stadt selbst zwei Fachleute, vornehmlich aus dem Bereich Umwelt- und Klimaschutz, für den Diskussionsverlauf benennen wolle.
Während die amtierende Ausschuss-Vorsitzende Christa Weilert-Penk (SPD) betonte, dass man ja noch am Anfang der Auseinandersetzung sei, unterstrich CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Obst, dass es Fakt sei, sich mit dem Antrag der sieben Landwirte beschäftigen zu müssen: „Wir nehmen die Einwände sehr ernst, aber es ist noch keine Entscheidung gefallen.“ Und Hartmut Braun (Bündnis`90/Die Grünen) meinte: „Es ist nicht einfach. Aber wir stehen solchen Projekten, nicht nur in Hülptingsen, kritisch gegenüber.“ Michael Fleischmann (Linksbündnis) verwies auf die Gefährdung des Trinkwassers durch die geplante Biogasanlage und auf die Gefahr beträchtlicher Zunahme von Wildschweinen und Wanderratten durch den Energiemaisanbau. Ferner äußerte Fleischmann den Verdacht, dass man hinter dem Rücken der betroffenen Anlieger Fakten schaffen wolle, wobei er die von der Verwaltung erstellte Informations-Drucksache „Biomassenanlage in Hülptingsen“ im Blick hatte.
„Diese Informationsvorlage ist keine Entscheidungsvorlage“, widersprach ihm Bauamtsleiter Hendrik Trappmann entschieden. Vor einer „schwierigen Klippe“, so der Bürgermeister, stünde man erst nach der ergebnisoffenen Infoveranstaltung, wenn entschieden werden muss, ob das Projekt überhaupt vorangetrieben werden solle oder nicht.
BIBO-Sprecher Volkhard Kaever, der nicht mit einem Polemikvorwurf an die Presse sparte, begrüßte die vorgesehene Vorgehensweise und das vorläufige Informationsmaterial der Stadt.