Stadt sucht Tagesmütter und -väter

Als erste Tagesmutter in Burgdorf, hat Elena Lössing-Lardin (Mi.) für ihre Schützlinge einen geschützten Malort mit einem vielfarbigen Palettentisch eingerichtet. Foto: Georg Bosse
 
In der Pflegestelle von Elena Lössing-Lardin haben die Kinder die Möglichkeit, sich unbekümmert mit Farben auszudrücken. Foto: Georg Bosse
Burgdorf: Georg Bosse |

Einzeltagespflegestellen sind eine wertvolle Betreuungsalternative

BURGDORF (gb). In Burgdorf werden derzeit etwa 110 Kinder von insgesamt 26 Tagespflegepersonen in 16 Einzeltagespflegestellen und vier Großtagespflegestellen betreut. Weil die individuelle Betreuung der Kinder sowie die sichere Bindung an die/den Tagespflegemutter oder -vater besonders für die Kleinen unter drei Jahren große Vorteile bietet, sucht die Stadt zusätzlich interessierte Personen, um diese wertvolle Betreuungsalternative weiter auszubauen.
Um einen kurzen Einblick in die Arbeit einer Tagespflegemutter zu bekommen, hatte die Fachberaterin „Kindertagespflege“ in der Burgdorfer Jugendverwaltungsabteilung, Katrin Böhm, in die Räumlichkeiten von Elena Lössing-Lardin eingeladen. Für die Mutter und examinierte Kinderkrankenschwester ist die Betreuung, der ihr anvertrauten fünf Kleinen die „gute Vereinbarung von Berufung und Familie“. Diese familienähnliche Betreuungsform ist neben den städtischen Kindertageseinrichtungen eine gleichwertige Variante der Kindertagesbetreuung (Tagesbetreuungsausbaugesetz v. 2004) und bietet den Eltern Wahlfreiheit.
In der Regel betreut eine Tagesmutter oder ein Tagesvater bis zu fünf Kindern in den eigenen oder dafür angemieteten Räumen. Kindertagespflege ist für pädagogische Fachkräfte eine berufliche Alternative. „Aber auch für interessierte Menschen ohne entsprechende Vorbildung ist sie eine Möglichkeit mit Kindern zu arbeiten. Voraussetzung ist eine Grundqualifizierung, die in 160 Unterrichtsstunden in Hannover erworben werden muss“, erklärte Katrin Böhm. Daneben muss eine Tagespflegeperson persönlich und gesundheitlich geeignet sein und die Bereitschaft mitbringen, konstruktiv mit der städtischen Jugendverwaltungsabteilung zusammenzuarbeiten. Dafür steht Katrin Böhm als Fachberaterin zur Verfügung, die auch zu Fördermitteln berät, die eventuell beim Start in die Tätigkeit als Tagesmutter oder Tagesvater in Anspruch genommen werden müssen.
Für ihren pädagogischen Schwerpunkt hat sich Elena Lössing-Lardin in Paris für „Closlieu“ (deutsch: Malort) nach Arno Stern ausbilden lassen. Arno Stern ist ein 1924 in Kassel geborener Pädagoge und Forscher mit französischer Staatsbürgerschaft. 1946 sollte Stern in einem Pariser Vorort Kriegswaisen beschäftigen. Er ließ sie malen und so entstand der Malort. Als erste Tagesmutter in Burgdorf hat Elena Lössing-Lardin einen geschützten Malort mit einem 18 Farben umfassenden Palettentisch eingerichtet, dessen Wände mit großen Papierbögen ausstaffiert ist. Hier malen die Kinder Bilder, die aus ihrer eigenen Intuition und ihrem inneren Befinden heraus entstehen. „Malort ist ein vor Druck und Beeinflussung schützender Raum“, so Elena Lössing-Lardin.
Interessierte Personen erhalten von der Stadt Burgdorf Beratung und Unterstützung auf ihrem Weg zur Tagesmutter oder zum Tagesvater. Darüber hinaus investiert die Jugendverwaltungsabteilung in eine gute fachliche Beratung und Begleitung der Tagespflegepersonen.
Kontaktaufnahme ist über Email: K.Boehm@Burgdorf.de und Jugendamt@Burgdorf.de oder per Telefon: (05136) 898 348 erwünscht.