Stadt setzt auf Sonnenenergie

Auf drei stätischen Gebäuden will die Stadt Photovoltaikanlagen installieren lassen. (Foto: Symbolbild Pixabay)

Im Doppelhaushalt sind Investitionen für drei Photovoltaikanlagen vorgesehen

Burgdorf (fh). Die Stadt Burg­dorf will in den nächsten beiden Jahren kräftig in Sonnenenergie investieren. Im Entwurf für den Doppelhaushalt 2021/22 sind rund 500.000 Euro für drei neue Photovoltaikanlagen eingeplant. Sie sollen im Zuge der Dachsanierungen auf der Sporthalle der Astrid-Lindgren-Grundschule, dem Gymnasium Burgdorf und auf dem Klärwerk installiert werden.
Das ist eine Premiere für Burg­dorf. Denn auf der Astrid-Lindgren-Grundschule gibt es zwar bereits Solarzellen, ebenso wie auf der Kita Pusteblume und über den Mietwohnungen neben dem Feuerwehrhaus Vor dem Celler Tor. Aber bei den drei bisherigen Anlagen auf kommunalen Gebäuden stellt die Stadt lediglich die Dachfläche zur Verfügung. Betrieben werden sie hingegen von den Stadtwerken (Kita Pusteblume) beziehungsweise von privaten Investoren.
Künftig will die Stadt auch selbst Strom aus Sonnenenergie erzeugen und hat dafür bereits drei Gebäude ausgemacht, bei denen sich das wirtschaftlich lohnen würde: Die Solarzellen auf der Sporthalle der Astrid-Lindgren-Grundschule und auf dem Dach des Gymnasiums würden sich voraussichtlich nach zwölf Jahren rechnen, die Anlage auf der Kläranlage nach knapp zehn Jahren. „Bei einer üblichen Laufzeit von 20 Jahren und mehr ist das eine sinnvolle Investition“, warb Stadtplaner Andreas Fischer bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.
Zumal die Stadt bei den Photovoltaikanlagen auf der Grundschulsporthalle für rund 90.000 Euro und auf dem Gymnasium für rund 300.000 Euro auf För­dergelder hoffen könne. Hinsichtlich der Anlage auf dem Klärwerk für 120.000 Euro sei hingegen bisher kein passendes Programm bekannt, sodass die Finanzierung sehr wahrscheinlich ohne Zuschüsse aufgestellt werden müsste.
Als nächstes gelte es nun, Dachaufbau, Anschlüsse und Statik genauer unter die Lupe zu nehmen und auch Details zu Größe und Leistung der Anlagen festzulegen. Einen groben Anhalt gebe aber bereits das Ergebnis eines Solarchecks: Bei der Grundschulsporthalle rechnet die Stadt demnach mit einem Jahresertrag von 65.000 Kilowattstunden, von denen die Grundschule selbst 51 Prozent verbrauchen würde. Beim Gymnasium sind es 195.000 Kilowattstunden mit einem Eigenverbrauch von 42 Prozent und beim Klärwerk rund 75.000 Kilowattstunden mit einem Eigenverbrauch von 85 Prozent.
Eine Speicherung der überschüssigen Energie sei nicht vorgesehen, erläuterte Fischer auf Nachfrage des CDU-Fraktionsvorsitzenden Klaus Köneke. Was über den Eigenbedarf des jeweiligen Gebäudes hinausgehe, solle ins Netz eingespeist werden. „Batteriespeicher sind aufgrund ihres hohen Wartungsaufwandes nach unserer Einschätzung nicht geeignet“, begründete Fischer. Allerdings seien auch Modelle denkbar, bei denen die Stadt noch weitere Nutzer mit ins Boot hole, deutete Bürgermeister Armin Pollehn an. Das müsse noch geprüft werden.
Er freue sich, dass er bei Rat und Verwaltung in Sachen Klimaschutz eine große Übereinstimmung sehe. Denn grundsätzlich lobten die Politiker im Bauausschuss die Investition in die Photovoltaikanlagen. „Es ist gut, dass Solarenergie immer mehr zum Thema wird“, fasste CDU-Ratsherr Oliver Sieke zusammen.