Stadt Burgdorf tritt dem FLUXX-Projekt bei

Die Vorsitzende des Burgdorfer Jugendhilfeausschusses Christiane Gersemann (von links) und Sabine Schrader vom FLUXX-Projekt stellen die Notfallbetreuung vor.

FLUXX - wenn Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch im Notfall gelingen soll

BURGDORF (gb). Der Arbeitstag fängt an, und die Kleinen liegen mit Fieber im Bett. Wenn dann vielleicht auch noch ein wichtiges Bewerbungsgespräch ansteht, kann für Eltern oder berufstätige Alleinerziehende manchmal die wohlgeordnete Welt zusammenbrechen. Wenn Burgdorfer Familien in solchen Notfällen schnelle Hilfe brauchen, können sie sich ab dem 1. August unter der Hotline (0511) 168 - 32 110 an das FLUXX-Projekt wenden. Denn dann gehört die Stadt Burgdorf zu den Regionskommunen, die der "Notfallbetreuung für Kinder und Angehörige mit Unterstützungsbedarf" beigetreten sind. Die Kooperationsvereinbarung ist für vorerst zwei Jahre unterschrieben worden und wird vom Jugendhilfeausschuss "aktiv begleitet", so dessen Vorsitzende Christiane Gersemann. Jugendamtsleiter Jens Niemann sieht in der Partnerschaft eine "neues Mosaiksteinchen" auf dem Weg zu einer noch familienfreundlicheren Stadt.
Im Familienservicebüro im neuen Rathaus V an der Rolandstraße stellte Sabine Schrader vom Familienmanagement des FLUXX-Projektes den Inhalt des Notfallbetreuungsprogramms vor, das seit fünf Jahren von Stadt und Region Hannover organisiert wird. FLUXX hilft sowohl bei kurzfristigen Engpässen in der Kinderbetreuung als auch bei der Versorgung von unterstützungsbedürftigen Angehörigen. "Die schnelle Hilfe kann an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr telefonisch in Anspruch genommen werden. Zwischen 6 und 21 Uhr beantworten Fachkräfte von Fluxx die eingehenden Fragen. In der Zeit von 21 bis 6 Uhr nimmt die Feuerwehrleitstelle die Anrufe entgegen", erklärte Sabine Schrader. Dabei kommt ein Netz von ehrenamtlichen Notfallbetreuerinnen, meist Erzieherinnen und Altenpflegerinnen im Ruhestand, zum Einsatz. Da sie für ihre Dienste eine Aufwandsentschädigung erhalten, müssen die "notleidenden" Familien fünf Euro pro Betreuungsstunde bezahlen. Neben den Regionskommunen können auch Unternehmen eine Partnerschaft mit FLUXX eingehen. Deren Mitarbeiter/innen müssen im Notfall nur drei Euro/Stunde sowie in der Region wohnende Auszubildende und Studierende sogar nur zwei Euro/Stunde bezahlen. Der Stadt Burgdorf kostet die Mitgliedschaft etwa 4000 Euro im Jahr, die Niemann und Gersemann als "gut angelegtes Geld für ein tolles Projekt" betrachten. Sabine Schrader wies ausdrücklich darauf hin, das FLUXX weder eine Ferienbetreuung noch ein Ersatz für eine Regelbetreuung ist: "Die schnelle Notfallbetreuung kann nur für einen Tag in Anspruch genommen werden, wenn Familienmitglieder oder Freunde nicht helfen können oder wenn die planmäßige Betreuung kurzfristig ausfällt."
Kontakte und weitere Details unter: www.fluxx-hannover.de