Stadt bekommt neue Rechnungsprüferin

Anja Piel übernimmt die Leitung des Rechnungsprüfungsamtes.

Anja Piel wird der Verwaltung bei ihren Finanzen künftig genau auf die Finger schauen

Burgdorf (fh). Bei der letzten Ratssitzung des Jahres Mitte Dezember haben die Burgdorfer Kommunalpolitiker ihren langjährigen Rechnungsprüfer Jens Voutta verabschiedet. Er geht zum Jahreswechsel in den Ruhestand. Als Nachfolgerin hat der Rat einstimmig Anja Piel gewählt, die bisher in der Tiefbauverwaltung für die Burgdorfer Friedhöfe zuständig war. Sie übernimmt die Leitung des Rechnungsprüfungsamtes zum 1. März. "Ich freue mich auf eine langjährige gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ich weiß, dass ich in große Fußstopfen trete", sagte Piel.
Auf ihrem neuen Posten ist es ihre Aufgabe, der Stadtverwaltung in finanziellen Angelegenheiten genau auf die Finger zu schauen. Sie prüft insbesondere den Jahresabschluss und kontrolliert dabei, ob die Verwaltung den Haushaltsplan und die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung einhält. Außerdem behält sie die laufenden Kassenvorgänge im Blick. Als Leiterin des Rechnungsprüfungsamtes ist sie nicht an die Weisungen des Bürgermeisters gebunden, sondern unmittelbar dem Rat unterstellt und ihm verantwortlich.
Jens Voutta war insgesamt 48 Jahre lang für die Stadt Burgdorf tätig. 1972 hatte er dort seine Verwaltungslehre begonnen und legte danach eine klassische Laufbahn vom mittleren bis in den gehobenen Dienst hin. 1982 wurde er Beamter auf Lebenszeit und stieg schließlich bis zum Stadtoberamtsrat auf. 1997 wählte ihn der Rat zum Leiter des Rechnungsprüfungsamtes. Diesen Posten hatte er bis zum Eintritt in den Ruhestand 23 Jahre inne.
Die Ratsvorsitzende Christa Weilert-Penk würdigte sein Engagement: "Sie haben die Aufgabe jahrzehntelang vorbildlich und verantwortungsbewusst zu unserer höchsten Zufriedenheit erfüllt, mit ruhiger und sachlicher Art, für uns und letztlich für die Stadt Burgdorf." Die Kommunalpolitiker hätten sich immer auf seine Anmerkungen, Hinweise und Korrekturen verlassen können. "Sie haben immer sehr deutlich gesagt, wenn Sie etwas kritisch gesehen haben", betonte auch der Vorsitzende des Finanzausschusses SPD-Ratsherr Gerald Hinz und ergänzte: "Das war für unsere Entscheidungsfindung wichtig. Wir haben uns immer gern auf Ihr Urteil verlassen!"
Voutta bedankte sich für die Wertschätzung, die für ihn Ansporn und Motivation gewesen sei. "Die Arbeit hat mir immer Spaß gemacht und ich habe mich wohl gefühlt", sagte er. Gerade deshalb habe er sich sein letztes Berufsjahr eigentlich anders vorgestellt. "Die Abschiedsfeiern für meine Kollegen und auch für den Rat mussten wegen der Corona-Epidemie leider ausfallen", bedauerte er. Er bot an, auch als Pensionär für die Einarbeitung seiner Nachfolgerin zur Verfügung zu stehen. Mit Blick auf die Zukunft prophezeite er dem Rat große finanzielle Herausforderungen: "Es liegen schwere Zeiten vor Ihnen! Wenn man den Haushalt betrachtet, wird es in den nächsten Jahren nicht einfach sein, zu Entscheidungen zu kommen."