Sponsor für den Trimm-dich-Pfad

DinA4-Zettel weisen darauf hin, dass die Stationen des Trimm-dich-Pfads zur Zeit gesperrt sind.
 
Der Trimm-dich-Pfad führt auf einer 2,3 Kilometer langen Strecke durch das Burgdorfer Holz. Entlang des Weges gibt es 18 Fitnessstationen.
 
Obwohl die Fitnessstationen im Moment gesperrt sind, ist der Parkplatz des Trimm-dich-Pfads auch am Dienstagabend gut besucht.

Datax-Unternehmensberatung will einen Teil der laufenden Kosten übernehmen

Burgdorf (fh). Auch weiterhin sollen Sportbegeisterte ihren Waldspaziergang oder die Jogging-Runde mit einem Fitnessprogramm kombinieren können: Am Dienstag haben die Kommunalpolitiker bei der nicht-öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses beschlossen, den Trimm-dich-Pfad im Burgdorfer Holz zu erhalten. Allerdings unter dem Vorbehalt, dass künftig ein Sponsor einen nennenswerten Teil der jährlichen Unterhaltungskosten von rund 9.000 Euro übernimmt.
Sowohl Verwaltung als auch Politiker zeigten sich optimistisch, dass das klappt. Zwar gebe es noch keine formale Vereinbarung, aber die Unternehmensberatung Datax habe der CDU zugesagt, sich an den laufenden Kosten zu beteiligen. Wenn alles glatt geht, sollen die erforderlichen Baumarbeiten schon in diesem Jahr beginnen, sodass die derzeit gesperrten Stationen bald wieder freigegeben werden könnten.
Die Unternehmensberatung Datax ist laut Geschäftsführer Jürgen Waldeck zu einer langfristigen Vereinbarung mit der Stadt bereit. „Bei Sport und Gesundheit lehnen wir uns gern mal etwas aus dem Fenster“, sagt er. Seit nunmehr 50 Jahren diene der Trimm-dich-Pfad der Naherholung und sei ein Aushängeschild für Burg­dorf. Das Unternehmen biete sich als Sponsor an, weil der Parcours vielen Bürgern am Herzen liege. Eine konkrete Geldsumme wollte der Geschäftsführer dem Marktspiegel nicht nennen. „Der Verwaltung ist unser Angebot aber bekannt“, sagt Waldeck. Nun warte er darauf, dass die Stadt auf ihn zukomme, um die Einzelheiten zu besprechen.

Viel Totholz durch Hitzesommer

In den zurückliegenden Jahren hat der Trimm-dich-Pfad nach Angaben der Verwaltung mit jährlich 3.500 Euro zu Buche geschlagen – doch für die Zukunft rechnet sie mit einer deutlichen Steigerung. Das habe gleich mehrere Ursachen: Zum einen seien die Sportgeräte in ein Alter gekommen, in dem zusehends Reparaturen anfielen. Zum anderen hätten die trockenen Sommer in den beiden zurückliegenden Jahren dem Wald zugesetzt, sodass es auch im Umfeld der Wege vermehrt Totholz und abgestorbene Bäume gebe.
Außerdem seien die Anforderungen an die Verkehrssicherung in den zurückliegenden Jahrzehnten gestiegen. Auf gewöhnlichen Waldwegen müssten Spaziergänger zwar mit orts­typischen Gefahren rechnen wie beispielsweise herabhängenden Ästen oder auch der mangelnden Stand- oder Bruchfestigkeit von Bäumen. Anders verhalte es sich aber, wenn durch Tische und Bänke oder eben auch Trimmgeräte ein Sport- oder Erholungsangebot gemacht werde. „Dann gilt zumindest in diesem Bereich eine erhöhte Verkehrssicherungspflicht für den Betreiber“, argumentiert die Verwaltung.
Schon jetzt würden Geräte, Schutzhütte und die Schaukel am Parkplatz einmal wöchentlich überprüft und gegebenenfalls repariert. Zusätzlich gebe es einmal pro Jahr beziehungsweise nach Stürmen eine Baumkontrolle – doch die müsse zumindest im Umfeld der Stationen künftig noch sehr viel gründlicher ausfallen, um der Rechtslage Genüge zu tun.
Weil die Bäume bis zu 30 Meter hoch seien und zum Teil sehr dicht stünden, könne der Gärtnerbauhof der Stadt diese Aufgabe nicht selbst übernehmen; die Arbeiten müssten bei einem Fremdunternehmen in Auftrag gegeben werden. Aufgrund all dieser Faktoren komme die massive Kostensteigerung auf jährlich rund 9.000 Euro zustande.

Politiker wollen Parcours erhalten

Von den laufenden Kosten für den Trimm-dich-Pfad zeigten sich auch die Kommunalpolitiker im Verkehrs­ausschuss beeindruckt, der vor dem Verwaltungsausschuss öffentlich tagte. „9.000 Euro pro Jahr – das ist schon ein ganz schöner Brocken“, räumte beispielsweise Volkhard Kaever von der WGS ein, machte sich aber dafür stark, den Parcours mit Hilfe von privaten Spenden weiter zu betreiben. Dem schloss sich SPD-Ratsherr René Arand an und lobte dann im Hinblick auf die Zusage der Datax-Unternehmensberatung die Christdemokraten: „Es ist natürlich perfekt, dass Sie schon einen Sponsor mitbringen.“
Ratsherr Michael Fleischmann von der Partei Die Linke sprach sich ebenfalls für den Erhalt des Trimm-dich-Pfads aus – wenn nötig, auch aus Haushaltsmitteln der Stadt. „Er dient nicht nur der Naherholung, sondern auch der körperlichen Ertüchtigung“, sagte er und fügte hinzu: „Gerade in der heutigen Zeit hat das im Sinne des vorsorglichen Gesundheitsschutzes oberste Priorität.“ Auch Bürgermeister Armin Pollehn sicherte seine Unterstützung zu. „Das ist eine schöne Strecke. Ich habe sie früher selbst oft als Laufpfad genutzt“, betonte er.

Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen

Und wie geht es jetzt weiter? Zunächst will die Stadt eine Vereinbarung mit dem Sponsor für die laufenden Kosten treffen und außerdem einen neuen Vertrag mit der Forstverwaltung aufsetzen, der die gegenwärtige Rechtsprechung berücksichtigt. Ist alles in trockenen Tüchern, sollen die erforderlichen Arbeiten zeitnah in Auftrag gegeben werden. „Wir wollen möglichst noch in diesem Jahr beginnen“, kündigte Pollehn an.
Um die Grundlage für die erhöhte Sicherheitswartung zu schaffen, müssten 14 Bäume gefällt werden und aus 57 weiteren sei Totholz zu entfernen. Deshalb veranschlagt die Verwaltung für das erste Jahr Kosten von 27.000 Euro. Diese Summe hat der Rat jetzt über den Nachtragshaushalt bereit gestellt. In den Folgejahren werde der Aufwand durch die regelmäßigen Arbeiten dann aber geringer.

Stadt will auch mit Feuerwehr sprechen

Um die Kosten auch schon im ersten Jahr zu senken, empfahl der Ortsvorsteher und Ortsbrandmeister von Dachtmissen Jörg Neit­zel außerdem, die Feuerwehr mit einzubeziehen. „Schließlich sucht sie immer wieder Übungsobjekte zum Fällen“, erläuterte er im Verkehrsausschuss.
Der Leiter der städtischen Tiefbauabteilung Rainer Herbst sicherte zu, den Vorschlag aufzugreifen. „Wir sind natürlich froh, wenn wir so noch etwas Geld sparen können. Das Fällen macht allerdings nur einen relativ kleinen Teil der Kosten aus“, gab Herbst zu bedenken.

Über den Trimm-dich-Pfad

Der Trimm-dich-Pfad (heute offiziell: Vitaparcours) beginnt auf einem Wanderparkplatz an der B188 und verläuft auf einer Strecke von rund 2,3 Kilometern durch das Burgdorfer Holz. Entlang des Weges sind 18 Fitness-Stationen installiert: Zwölf davon sind mit entsprechenden Geräten versehenen, für die übrigen sechs wird kein Zubehör benötigt. Hinweisschilder an den Bäumen erklären die jeweilige Übung. Außerdem befindet sich auf halber Strecke eine Schutzhütte.
Der Trimm-dich-Pfad wurde 1971 vom damaligen Landkreis Burgdorf geschaffen und ging nach der Gebietsreform 1974 an den Landkreis Hannover über. Vier Jahre später übernahm die Stadt Burgdorf die Betreuung.