Spielmannszug in römischen Gewändern

Da der Kinderkönig Julius heißt, verkleidete sich der Schillerslager Spielmannszug in Gewändern wie zu Zeiten des römischen Herrschers, Julius Cäsar. (Foto: Holger Staab)
 
Die Könige aus Schillerslage, Jugendkönigin Annette Horstmann, König Ralf Malycha, Kinderkönig Julius von Eller-Eberstein, Damenkönigin Martina Meyer, KK-Königin Meike Schrödter und KK-König Thomas Gröning freuen sich über ihre Titel. (Foto: Holger Staab)

Tolles Sommerwetter und gute Stimmung beim Schützenfest in Schillerslage

SCHILLERSLAGE (st). Drei Tage Schillerslager Schützenfest, ein neues Konzept und gute Laune. Die Bewohner im beschaulichen, nördlich an Burgdorf angrenzenden Dorf, feierten wieder zünftig und genossen am vergangenen Wochenende nicht nur das tolle Sommerwetter bei für das Dorf typischen 30 Grad, sondern auch die gemeinsamen und geselligen Stunden, für die das Fest in diesem Jahr wieder stand.
Der Sport- & Schützenverein (SSV) von 1963 hatte in diesem Jahr mit einem neuen Konzept geworben und das kam bei den Bewohnern, aber auch beim Publikum rund um Burgdorf gut an. Der Verein, der ein breit gefächertes Freizeitangebot für unterschiedliche Altersklassen anbietet, hat sich zum Ziel gesetzt, das Dorf attraktiv zu machen und so werden einige Feste in Schillerslage veranstaltet. Für das Maibaumfest, das Dreschefest und das Schützenfest ist das Dorf bekannt und auswärtige Besucher schauen vorbei, um an den Events dabei zu sein.
Das Schützenfest steht immer am letzten Wochenende im August auf dem Programm getreu dem Motto „Schillerslage – ein Dorf lebt Gemeinschaft“. Das Festzelt stand bereits fix und fertig eine Woche vor dem Fest bereit, aber erst am späten Freitagnachmittag trafen sich der Spielmannszug und Fahnenabordnungen am Vereinshaus um die Könige des vergangenen Jahres abzuholen und dann zum Kommersabend ins Zelt zu bringen. Dort wurden sie verabschiedet und die neuen Könige beim ersten Höhepunkt des Festes proklamiert. 260 Schützen, Gäste und Freunde versammelten sich im Festzelt und sorgten bis 2 Uhr nachts für einen schwungvollen Kommers. Es wurde wieder auf den Stühlen getanzt und die Stimmung brodelte als die Majestäten des neuen Schützenjahres vom Vorsitzenden Jörg Meyer bekanntgegeben wurden.
Bereits vor einer Woche waren die Könige in einer internen Veranstaltung ernannt. Schützenkönig 2019 wurde zum zweiten Mal nach 2012 Ralf Malycha. Die KK-Königswürde sicherte sich Thomas Gröning. Als Schützenkönigin bekam Martina Meyer die Königinnenkette als Wiederholungstäterin nach 2018 wieder um den Hals und KK-Königin ist Meike Schrödter. Die Titel als Jugendkönigin gewann Annette Horstmann und neuer Kinderkönig in Schillerslage ist Julius von Eller-Eberstein bis zum nächsten Jahr.
Am Samstag wurde die Kondition der Schützen erstmals auf die Probe gestellt, denn bereits am Mittag trafen sich der Spielmannszug und die Gruppierungen an der Straße Im Rapsfeld. Mit einem bunten Festumzug und verkleideten Teilnehmern wurden die Königsscheiben zum Anbringen durch das Dorf zu den neuen Königen gebracht und dort von den Scheibenkiekern aufgehängt. Mit Kalle Wind und Olaf Meyer-Weißhaar können zwei der Scheibenkieker auf 30 Jahre in diesem Amt zurückblicken. Eine lange Zeit, wie Jörg Meyer, der Vorsitzende der Schillerslager Schützen feststellte.
Mit musikalischer Begleitung des Musikzugs Diekholzen und des Spielmannszugs Schillerslage schlängelte sich der Zug mit Königen und Scheiben durch das Dorf und das Wetter brachte die Einheimischen gleich wieder in Hochstimmung, da die Könige mit kühlen Getränken dafür sorgten, dass kein Verdruss aufkam. Die Scheibenkieker gingen ihrem Job nach und sorgten in luftiger Höhe dafür, dass die Scheiben an den Königshäusern einen weithin sichtbaren Platz fanden. König Malycha freute sich mächtig über seinen Titel: „Eigentlich wollte ich ja nicht König werden, der vorletzte Schuss war es dann aber“, verkündete er stolz, „zu meinem Konkurrenten und zweitplatzierten Matthias Huth habe ich dann gesagt: Jetzt brauchst du nicht mehr weiterschießen.“
Am Abend sorgte die Band Grenzland-Power dann für Tanz und gute Laune. Hier mussten sich die Schillerslager etwas Neues ausdenken, denn der Festwirt aus dem vergangenen Jahr stand nicht mehr zur Verfügung. Es musste ein neues Konzept her und ein neuer Festwirt. Benny Koch aus Altmerdingsen, der seit Jahren in Otze für die Infrastruktur sorgt, bot sich an und die Organisatoren um Yvonne Scheffler und Kerstin Huth nahmen dankend an. Sie wollten aber noch einiges in der eingefahrenen Struktur des Festes verändern und Koch schlug einen bayerischen Abend mit Oberkrainer Show vor. Gesagt, getan und die Band Grenzland-Power wurde kurzerhand verpflichtet. Im Vorfeld des Festes wurden bereits 150 Karten verkauft und im Laufe des Abends füllte sich das Zelt und so kam es zum ersten bayerischen Abend in Schillerslage und zu später Stunde einem gut gefüllten Festzelt. Auch viele Gäste und Jugendliche aus der Umgebung waren dabei und genossen die süddeutsche Stimmung.
Zu späterer Zeit wurde, wie an allen drei Tagen, wieder jemand aus dem Dorf ausgeguckt, der sein Heim für das traditionelle Eierbraten und den Ausklang der Nacht zur Verfügung stellte. Die Schillerslager können eben feiern und das oft bis in die frühen Morgenstunden.
Am Sonntag zum Abschluss des Schützenfestes gab es noch einige Programmpunkte zu bewältigen. Zunächst begann der wieder sonnige und warme Tag mit dem traditionellen Königsessen und dem anschließenden Festumzug durch das Dorf. Die Straßen in Schillerslage waren wieder bunt geschmückt und befreundete Vereine und Abordnungen lockerten den Umzug auf. Zur Stärkung gab es im Anschluss an den Marsch im Festzelt noch die Kaffeetafel der Damenabteilung und viele Erinnerungen bleiben mit Blick auf das nächste Fest am letzten Wochenende im August 2020.