Spiel, Satz und Sieg für neues Veranstaltungsformat

Sie bestritten mit ihren speziellen Themen die 1. Burgdorfer „Nerd Nite“ im „Grün-Gelb“-Tennisclubheim: Holger Heimann, Ulrich Lindemann, Resul Guerler und Mike O`Farrell (v. li.). (Foto: Georg Bosse)

1. Burgdorfer „Nerd Nite“ beim TC GG Burgdorf

BURGDORF/ALTKREIS (gb). „Was ursprünglich als Märchenabend mit dem Erzähler Mike O`Farrell geplant war, haben wir spontan in die erste Burgdorfer „Nerd Nite“ umorganisiert“, erklärte am vergangenen Freitagabend der ehrenamtliche Geschäftsführer des Tennisclubs „Grün-Gelb“ (GG), Klaus Saidowski, den gut 60 Anwesenden im vollbesetzten Vereinsheim in der Südstadt. Und so warteten die Gäste gespannt darauf, was ihnen eine solche „Nerd Nite“ (Night) wohl zu bieten habe.
Aber was ist eigentlich eine „Nerd Nite“? Es ist ein Veranstaltungsformat, das 2003 in der US-amerikanischen Ostküstenmetropole Boston gegründet wurde und mittlerweile seinen Weg - wie kann es auch anders sein - über den großen Teich hinweg nach Europa und Deutschland gefunden hat. Im angelsächsischen Sprachgebrauch steht „Nerd“ für vielerlei Typen, wie beispielsweise „Außenseiter“, „Langweiler“ und „Streber“, verbohrter „Fachidiot“ und/oder kauziger „Computerfreak“. Scherzhaft wird NERD auch als Abkürzung für „Non Emotionally Responding Dude“ (engl. für ...auf emotionaler Ebene nicht ansprechbarer Typ) benutzt. Diese teils wenig schmeichelhaften Eigenschaften trafen auf die verschiedenen Referenten, die ihr Kommen für diesen Rahmen zugesagt hatten, ganz gewiss nicht zu. Und sie schauten bei ihren jeweils rund 30-minütigen, keineswegs abstrusen Vorträgen und Präsentationen auch nicht durch die „wesenseigene“ Nerd-Brille (Hornbrille).
Den Auftakt zur 1. Burgdorfer Nerd Nite bei Bier und Brezel im GG-Clubheim machte Ulrich Lindemann. Der Professor an der Fachhochschule Hannover für Rechnernetze gab wertvolle Hinweise zu den unterschiedlichsten Angriffstechniken und ihren Abwehrmöglichkeiten im globalen Internet.
Holger Heimann (Hannover), Erzieher im Burgdorfer Johnny B., und Mediengestalter Resul Guerler (Hannover) gaben eine Einführung in das „Beatboxing“. Beatboxen ist eine Lautmalerei, bei der vornehmlich Rhythmusinstrumente und andere Klänge mit dem Mund, der Nase und dem Rachen imitiert werden. Die davon abgeleitete Vocal Percussion ist eine spezielle Beatboxing-Variante, die aus dem Hip Hop heraus entstand. Nach Kostproben ihres musikalischen Könnens mit Hand und „Schnauze“ kamen Holger Heimann (Gitarre) und Resul Guerler (Beatboxing) nicht ohne Zugabe davon.
Zu guter Letzt war es an der Zeit für den Burgdorfer Märchenerzähler Mike O`Farrell. Das Mitglied der Europäischen Märchengesellschaft erklärte den Unterschied zwischen Volks- und Kunstmärchen, erläuterte das Wesen von Legenden und Sagen, die trotz aller Unterschiede zwischen den Menschen bei vielen Völkern und in unzähligen Kulturen vergleichbar und tief verwurzelt sind. Den Beweis dafür trat Mike O`Farrell zum Ende der 1. Burgdorfer „Nerd Nite“ mit kurzweiligen Erzählungen aus China, Israel und Norwegen an.
Und weil die so gar nicht langweiligen „Sachverständigen“ auf ihre Gage verzichtet hatten, kamen mit Hilfe des entzückten Publikums insgesamt 330 Euro als Spende für die Arbeit des Ambulanten Hospizdienstes in Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze zusammen. „Wir wollen in diesem Jahr die Themenmix-Reihe mit weiteren Burgdorfer „Nerd Nites“ im Vereinsheim des Tennisclubs „Grün-Gelb“ fortsetzen“, zeigte sich Klaus Saidowski mit der positiven Resonanz ausnehmend zufrieden.