SPD schickt Rebecca Schamber ins Rennen

Rebecca Schamber tritt bei der nächsten Bundestagswahl im Wahlkreis 43 für die SPD an. (Foto: privat/K.Molesch)

44-Jährige will für ihre Partei den Wahlkreis Hannover-Land I gewinnen / Julian Kienast und Ahmet Kuyucu unterliegen

Altkreis (fh). Für die Bundestagswahl im September hat die SPD jetzt Rebecca Schamber als Direktkandidaten für den Wahlkreis 43 Hannover-Land I aufgestellt. Er umfasst unter anderem auch Burgdorf, Burgwedel und Isernhagen. Seit 2002 war dort stets Caren Marks angetreten. Die 57-Jährige hatte frühzeitig angekündigt, sich in diesem Jahr nicht noch einmal zur Wahl zu stellen.
Daraufhin hatte die SPD einen internen Nominierungsprozess gestartet, in dem sich fünf Parteimitglieder beworben haben. Aufgrund der Corona-Epidemie stellten sie sich unter anderem in einer Online-Runde vor. Wählen konnten die Mitglieder der acht zugehörigen Ortsverbände dann per Briefwahl. Rebecca Schamber erhielt gleich im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit von 54,8 Prozent der Stimmen. „Ich bin mit diesem Ergebnis mehr als zufrieden! Bei fünf Kandidaten hatte ich nicht damit gerechnet, mich gleich im ersten Wahlgang durchzusetzen“, sagt Schamber.
Nach diesem parteiinternen Erfolg wolle sie nun auch die Bürgerinnen und Bürger überzeugen und den Wahlkreis für die SPD zurückerobern. Caren Marks hatte ihn von 2002 an dreimal in Folge gewonnen. Bei den beiden zurückliegenden Bundestagswahlen setzte sich dann der CDU-Kandidat Hendrik Hoppenstedt durch. Ihr sei bewusst, dass sie einen starken Konkurrenten habe, sie wolle aber mit ihren Themen, ihrer Persönlichkeit und ihrer Verwurzelung in der Kommunalpolitik punkten, kündigt Schamber an.
Sie ist 44 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von 17 und 13 Jahren. Seit 2017 lebt die Familie im Neustädter Ortsteil Borstel. Vorher war sie in der Wedemark zuhause, wo sie von 2011 an Mitglied im Gemeinderat war. Den Weg in die Politik hatte sie über das Landesprogramm „Politik sucht Frauen“ gefunden. Darüber lernte sie auch die Bundestagsabgeordnete Caren Marks kennen, für die sie seit 2013 im Wahlkreis-Büro und in ihrem Berliner Büro als Juristin und wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig ist.
Es gebe einen bunten Blumenstrauß von Themen, für die sie sich im Bundestag einsetzen wolle. „Schon seit Jahren zeigt sich, dass der Föderalismus im Bildungsbereich nicht immer zielführend ist“, nennt sie ein Beispiel Wenn Familien das Bundesland wechselten, seien aufgrund der unterschiedlichen Schulformen und Lehrpläne oft die Kinder die Leidtragenden. „Die Corona-Epidemie hat noch deutlicher zu Tage gebracht, dass es dort an einigen Stellen hakt. Da müssen wir neue Wege gehen“, sagt sie. Gleichzeitig sei sie überzeugte Kommunalpolitikerin. „Ich möchte erreichen, dass der Bund Strukturen schafft, um die Kommunen besser zu unterstützen“, skizziert sie.
Im parteiinternen Nominierungsprozess setzte sich Rebecca Schamber unter anderem gegen den Burgwedeler Juso-Chef Julian Kienast und den Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Burgdorf Ahmet Kuyucu durch. „Wenn ich sagen würde, dass ich nicht enttäuscht bin, wäre das gelogen“, sagt Kienast und ergänzt: „Aber ich bin auch unfassbar dankbar für den ganzen Zuspruch, den ich in den letzten Monaten bekommen habe und das auch über Burgwedel hinaus.“ Und auch Kuyucu bekennt: „Ich hatte mir durchaus Chancen ausgerechnet und bin natürlich schon enttäuscht.“ Beide wollen sich nach eigenem Bekunden jetzt ganz auf die Kommunalwahl konzentrieren, die ebenfalls im September stattfindet. „Ich werde für den Burgdorfer Rat kandidieren“, kündigt Kuyucu an.
Im Wahlkreis 47 Hannover-Land II, unter anderem mit Lehrte, Sehnde und Uetze, tritt für die SPD erneut Matthias Miersch an. Er hatte keinen Gegenkandidaten und erhielt 98,1 Prozent der Stimmen. Das sei ein Zeugnis seiner „hervorragenden Arbeit im Bundestag und für unsere Region“, lobt Claudia Schüßler, Vorsitzende der SPD in der Region Hannover.